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Kryptogeld EU sieht in Bitcoin & Co. bisher keine Gefahr für das Finanzsystem

Trotz hoher Risiken für Investoren sieht die EU-Kommission in der Kryptogeldbranche bisher keine große Bedrohung für die Finanzstabilität.

Der Bitcoinkurs bleibt sehr volatil
Der Bitcoinkurs bleibt sehr volatil © APA
 

Das Gerücht, Goldman Sachs würde den Einstieg in den Handel mit Kryptowährungen abblasen, genügte, um die Preise von Bitcoin und anderen Digitalwährungen weltweit in den Keller zu schicken. Trotz substanzieller Verlustrisiken für Investoren sieht EU-Kommissionsvize Valdis Dombrovskis in der Kryptogeldbranche bisher keine große Bedrohung für die Finanzstabilität. Es wird aber ein Regulierungsthema.

Über virtuelle Börsengänge (ICO, Initial Coin Offering) seien 2017 rund 6 Milliarden Dollar eingesammelt worden, sagte Dombrovskis am Donnerstagnachmittag bei einer Diskussion in Wien, ein Bruchteil des Emissionsvolumens von klassischen (analogen) Finanzinstrumenten. Eine ICO-Einzelemission - also die Geldaufnahme eines Unternehmens über Ausgabe digitaler "Münzen" - im heurigen Jahr brachte es indes auf mehr als 800 Millionen Dollar.

Aufsicht wird neu überlegt

"Kryptoassets würden dann zu einem großen Problem für die Finanzmarktstabilität, wenn fremdfinanzierte Strukturen entstünden, also etwa große Derivativmärkte aufgebaut werden", sagte FMA-Vorstand Helmut Ettl. "Dann müsste die Lage neu bewertetet werden."

Brüssel sammelt aus den einzelnen EU-Mitgliedsstaaten gerade Vorschläge ein, wie die Krypto-Geldbranche stärker in die (Aufsichts-) Pflicht genommen werden kann. Die FMA ist in jedem Fall zunächst einmal für eine Prospektpflicht für ICO, in der Folge für laufende Berichtspflichten für Betreiber und Handelstransparenz, und dies schon möglichst schnell. Im Wesentlichen geht es darum, in der Regulierung Kryptoassets normalen Finanzassets gleich zu stellen. Dafür brauche es keine neuen Gesetze, meint die FMA.

Nächstes Jahr sollte man in Österreich da etwas zustande bringen, meint FMA-Vorstand Klaus Kumpfmüller. Ideal wäre eine globale Lösung, am zweitbesten eine europäische einheitliche Lösung. Weil die Dynamik so groß sei und auch in Österreich eine aktive Szene besteht, hält Kumpfmüller sogar einen nationalen Alleingang für machbar. "Es entsteht da ein neuer Schattenkapitalmarkt", fürchtet der Aufseher. "Der gehört reguliert. Es geht nicht nur um die Finanzmarktstabilität, sondern um den Anlegerschutz." In dem Spektrum tummelten sich viele unseriöse Teilnehmer, die die ganze Idee zerstören könnten.

Kommission legt "FinTech-Aktionsplan" vor

Bei der FMA geht es mittlerweile in der Hälfte aller "Whistleblower"-Meldungen um Themen wie ICO bzw. Krypto-Assets. Auch die Hälfte aller Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft setzt sich damit auseinander. Das Cyber-Geld sei so öffentlichkeitswirksam, dass andere Digitalisierungsthemen zumindest in der breiteren Diskussion derzeit untergingen. Das Outsourcing etwa von Dienstleistungen in Clouds und damit zusammen hängende Sicherheitsfragen betreffe im Finanzsektor Banken und Versicherungen und damit viele hunderttausend Kunden, gibt Ettl zu bedenken.

Die EU-Kommission hat für die Finanzbranche einen "FinTech-Aktionsplan" vorgelegt, um den Einsatz neuer Technologien im Binnenmarkt massiver zu fördern. So hat die Kommission ein EU-FinTech-Labor ausgerichtet, bei dem europäische und nationale Behörden mit Anbietern zusammenspannen können. Das erste Treffen im Juni war u.a. dem Thema Cloud-Outsourcing gewidmet.

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