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HolzindustrieHasslacher-Gruppe investiert 30 Millionen in der Steiermark

Christoph Kulterer, Chef der Hasslacher Holzindustrie über globale Führungsrolle mit digitaler Produktion. Die 1600-Mitarbeiter-Gruppe steuert der Kärntner nun von London aus.

Christoph Kulterer, Eigentümer und CEO der Hasslacher Holzindustrie
Christoph Kulterer, Eigentümer und CEO der Hasslacher Holzindustrie © Tinefoto
 

Bunjil galt Australiens Urvölkern als der kreative Schöpfer. Einzigartige Ursprünglichkeit und Kreativität erlebt man am "Bunjil Place" in der australischen Stadt Casey nahe Melbourne. Unter kühn geschwungenen und weit ausladenden Holzbögen finden Theaterstücke und Konzerte statt, sind Galerien und Bibliotheken untergebracht, heißt die Stadtverwaltung die Besucher willkommen. Das Multifunktions-Bauwerk wurde bei den International Design Awards 2017 mit dem Preis "Architektur des Jahres" ausgezeichnet. Die atemberaubende Holzgitterkonstruktion aus vormontierten Kassetten lieferte das deutsche Unternehmen Hess Timber, das seit 2016 zur in Sachsenburg beheimateten Hasslacher Holzindustrie gehört.

400 Millionen Euro Umsatz

"Wir verarbeiten als Holzindustrie 1,3 Millionen Festmeter Holz, also schon mehr, als wir in unseren Sägwerken produzieren. Die Wertschöpfungskette reicht heute vom Baum bis zum fertigen Dachstuhl und zur architektonisch kühnen Konstruktion", sagt der geschäftsführende Gesellschafter Christoph Kulterer. Rund 1600 Mitarbeiter beschäftigt die Hasslacher Industrie inzwischen, für 2018 erwartet Kulterer 400 Millionen Euro Gruppenumsatz.

Das Sägewerk in Sachsenburg, Wiege des Unternehmens, schneidet im Jahr 800.000 Festmeter Rundholz ein. Zusammen mit den Betrieben in Stall im Mölltal und in Hermagor beschäftigt Hasslacher in seinen Kärntner Betriebe 580 Mitarbeiter.

Die Produktionspalette ist weit gespannt. "Wir erzeugen Schnittholz, Hobelware, Konstruktionsholz, Leimbinder und Sonderbauteile bis hin zu Wandelementen aus Brettsperrholz, womit wir zum Beispiel gerade Teile für den Bau des HoHo liefern, das höchste Holzhaus der Welt, das in Wien errichtet wird", so Kulterer.

30-Millionen-Investition in Preding

In der Steiermark wird in Preding gerade massiv investiert – "um 30 Millionen Euro in den kommenden zwei Jahren. Die Sägewerkskapazität wird verdoppelt, der Rundholzplatz vergrößert, wir stellen neue Trockenkammern auf, ein Kraftwerk und eine neue Schnittholzsortierung. Nach großen Akquisitionen optimieren wir nun unsere Standorte."

Deutschland, Russland, Slowenien

In Deutschland gehört zur internationalen Hasslacher-Gruppe außer der Hess Timber im hessischen Kleinheubach bei Frankfurt auch noch die 2017 von der Rubner-Gruppe erworbene Nordlam GmbH bei Magdeburg. In Slowenien steht ein Schalungsplattenwerk der Gruppe in Bohinjiska Bistrica.

In Russland betreibt Hasslacher ein Sägewerk 200 Kilometer südlich von St. Petersburg. Beim Staatsbesuch von Wladimir Putin heuer in Wien setzte der russische Präsident gemeinsam mit Kulterer die Unterschrift für die Investition einer weiteren Säge in Russland.

London calling

"Mit diesen Bildern ging der Name Hasslacher um die Welt. Sogar aus China meldeten sich Kunden bei uns", so Kulterer, der nun auch familiär internationale Pfade beschreitet.

Mit Gattin Claudia und den beiden Töchtern übersiedelte er vor Kurzem für eine Zeit lang
nach London.

Wie steuert man einen solchen Konzern von London aus? "Wir sind international gut aufgestellt. Neben mir als CEO und Franz Meließnig als CFO in der Holding haben alle operativen Gesellschaften Geschäftsführer, die gewohnt sind, eigenständig zu arbeiten. Von London aus kann ich unsere Firmenstandorte und weltweiten Projekte oft leichter erreichen, als von Sachsenburg."

Mit Ingenieur-Holzbau im Trend

Holz sieht Kulterer "voll im Trend, besonders Brettsperrholz mit jährlich zweistelligen Zuwachsraten. Im Ingenieur-Holzbau dringen wir auch in Bereiche vor, wo bisher nur Stahl oder Stahlbeton war. Mit unserem Know-how können wir global exportieren." Österreich verfüge über den Rohstoff Holz und das größte Know-how im Ingenieur-Holzbau, also beste Voraussetzungen."

Digitalisierte Produktionsabläufe

"Die Digitalisierung sahen wir schon immer als Chance, weil wir viele Innovationen entwickelten. Unser Funktionsablauf in Sachsenburg ist voll digitalisiert. Bei uns weiß jedes Brett noch ehe es in die Produktion kommt, wo es in einem Wohnzimmer landen wird. Alle Arbeitsabläufe sind durchgeplant, wir produzieren fast nur noch auftragsbezogen für Kunden und haben fast keine klassische Lagerware mehr", erzählt Kulterer, auch über neue Jobs im Unternehmen: "Wir haben viele technische Zeichner angestellt, die die Pläne in Daten für die Maschinen umsetzen."

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