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Deutsche UmfrageDatenschutz: Warum jetzt eine Anfrage-Flut droht

Viele Firmen fürchten nach Inkrafttreten der DSGVO eine Anfrageflut. Tatsächlich zeigt eine deutsche Umfrage, dass viele Bürger ihre neuen Rechte in Anspruch nehmen wollen.

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Viele Firmen fürchten eine Anfrage-Flut in Folge der DSGVO
Viele Firmen fürchten eine Anfrage-Flut in Folge der DSGVO © BillionPhotos.com - Fotolia
 

Die Datenschutzgrundverordnung räumt jedem Bürger das Recht ein, bei Firmen Auskunft über verarbeitete Daten zur eigenen Person zu begehren. Laut einer von Veritas Technologies, ein führender Anbieter für Datenmanagement, in Auftrag gegebenen Umfrage mit 1000 Personen planen 38 Prozent, in den kommenden sechs Monaten von diesem Recht Gebrauch zu machen.

Hochgerechnet auf ganz Deutschland bedeutet das über 30 Millionen solcher Anfragen im nächsten halben Jahr. Unternehmen müssen auf so eine Anfrage innerhalb eines Monats antworten und auch erklären, auf welcher Rechtsgrundlage die Daten verarbeitet werden und woher diese eigentlich stammen. Die Bürger können außerdem die Löschung von Daten verlangen, die nicht für die Vertragserfüllung benötigt werden oder aus rechtlichen Gründen gespeichert werden müssen.

Erste Beschwerden gegen Konzerne

Sollte ein Datenleck bei einem Unternehmen bekannt werden, wollen sogar mehr als die Hälfte der Befragten von diesem Recht Gebrauch machen. Vor allem kleine Unternehmen könnte das aufgrund der Bürokratie schnell an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit bringen.

Ob diese befürchtete Flut an Anfragen wirklich stattfinden wird oder hier eine übertriebene Furcht besteht, wird sich erst in den kommenden Monaten zeigen. Soviel ist klar: Die österreichische Datenschutzbehörde sieht sich gut vorbereitet. Erste Beschwerden hat beispielsweise die Organisation noyb des Datenschützers Max Schrems gegen Facebook und Google eingebracht.

Kommentare (2)
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edi99
1
1
Lesenswert?

Wieder nervt uns, wie zuletzt Allergenverordnung und Registrierkassen, ein gutgemeinter Auswuchs der EU, die Datenschutzgrundverordnung.

Ein Konvolut an "Vurschrift is Vurschrift", krasse Strafandrohungen, Hektik und unnötige Arbeitslast für kleine und mittlere Unternehmen, eine Flut von E-Mails von Firmen zu Kunden, und dort Ratlosigkeit, was das jetzt bedeuten soll.

Auch bei Newsletter-Absendern, Banken und Geschäftspartnern ist man zum Lesen kryptischer E-Mails verdonnert, "Bitte stimme zu" steht da zwischendrin, oder einfach nur "Bitte geh nicht". Übrig bleibt der Eindruck: Datenschutz kostet, ätzt, ist eh sinnlos und bringt rein gar nichts.

Zudem tourt der Hauptadressat des Datenverscherbelns und Nicht-Löschens, Mark Zuckerberg, frischfröhlich strahlend durch die Lande, es tut ihm wieder einmal furchtbar leid, und Facebook wird sich jetzt aber ganz wirklich bessern.
Wird es das?

joe1406
1
8
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Mit der neuen Verordnung wird es nur zwei Sieger geben!

Die Anwälte und Firmen die ein "Service" puncto Datenschutz anbieten.