ÖBBVillach ist mit der neuen Vectron-Lok voll am Zug

Am Montag wurde in Wien die erste 8700 PS-starke Siemens-Lokomotive den ÖBB übergeben. Die ersten 30 Zugmaschinen werden zu „Kärntnern“.

Die neue Vectron-Lok der ÖBB ist eine "Villacherin"
Die neue Vectron-Lok der ÖBB ist eine "Villacherin" © Siemens AG
 

Mit 200 neuen Elektrolokomotiven aus dem Hause Siemens rüsten die ÖBB ihre Güterverkehrssparte in den nächsten Jahren massiv auf. Die ersten 30 Stück werden bis Ende 2018 geliefert, die „Premieren-Lokomotive“ der Vectron-Reihe wird heute, Montag, an die ÖBB und ihren Vorstandsvorsitzenden Andreas Matthä übergeben. 120 Millionen Euro kosten die 30 Multi-Systemlokomotiven, die für Wechsel- und Gleichstrom gleichermaßen ausgerüstet sind, das ergibt einen Stückpreis von vier Millionen Euro. Eingesetzt werden die Loks in über zehn Ländern Süd- und Osteuropas sowie in Deutschland und Italien. „Stationiert ist die neue Lokflotte in Villach“, sagt ÖBB-Sprecher Christoph Posch. Hier werden derzeit auch die Lokführer und das Werkstättenpersonal geschult. In den Dienst gestellt wird die neue Reihe 1293 im Mai. Die neuen Lokomotiven sind 8700 PS-stark und bis zu 160 km/h schnell.

Mit der Vectron, Nachfolgerin der Taurus-Hochleistungslok, erhält die Rail-Cargo-Gruppe ein neues „Gesicht“. Mit ihr wollen die ÖBB ihre Marktposition weiter ausbauen. „Wir erweitern mit der neuen Lokomotivgeneration unsere Flotte, vor allem für den Einsatz in den Nachbarstaaten und darüber hinaus“, erklärt Vorstandsvorsitzender Matthä. „Die Fähigkeit, mit unterschiedlichen Strom- und Sicherungssystemen zu fahren, ist ein wesentlicher Marktvorteil, der Zeit und Geld spart.“

Das Logistik-Unternehmen brauche weniger Fahrzeuge, da man an den Grenzen nicht mehr von einer Lok auf eine andere „umspannen“ müsse, sondern durchfahren könne. „Davon profitieren die Rail Cargo und natürlich auch unsere Kunden“, so der ÖBB-Chef. Wesentliche Teile der Vectron-Lokomotiven werden in Graz erzeugt: In der ehemaligen SGP-Lokschmiede, die heute zu Siemens gehört, werden die Drehgestelle aller Siemens-Schienenfahrzeuge produziert, somit bleibt ein erheblicher Anteil der Wertschöpfung in Österreich. Der für die Einführung zuständige Projektleiter Klaus Ronge ist übrigens ein Kärntner – er stammt aus Finkenstein.

Für den internationalen Einsatz taugliche Mehrsystemlokomotiven stehen bereits seit 2005 im ÖBB-Fuhrpark. Die Taurus-Loks sind in Italien, Slowenien, Kroatien und Tschechien im Einsatz. Hinter einer davon, der Taurus-3-Mehrsystemlok, verbirgt sich übrigens ein ganz besonderes Fahrzeug: Es ist die schnellste Lokomotive der Welt, die mit 357 km/h Spitze 2006 den bis heute gültigen Weltrekord aufstellte.

 

Die Rail Cargo Group

Die Güterverkehrssparte der ÖBB transportierte 2016 109,1 Millionen Tonnen Güter und setzte 2,12 Milliarden Euro um, davon mehr als die Hälfte außerhalb Österreichs. Das EBIT betrug rund 60 Millionen Euro.

Rund 8400 Mitarbeiter arbeiten für die Rail Cargo Group, die zu den führenden Bahnlogistik-Anbietern Europas zählt. Villach ist ein zentraler Knotenpunkt für die Bahnlogistik nach Italien und Südosteuropa.

Kommentare (2)

Kommentieren
umo10
0
0
Lesenswert?

Da freut sich mein Infineon Villach Herzerl aber

Ich bin stolz auf meine persönlich betreuten Mikrochips ;-)

Antworten
wernbergerbua
0
0
Lesenswert?

Rechtschreibfehler bitte korrigieren => Gleitstrom => Gleichstrom

lG.

Antworten