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TU Wien

"Urban Mining": Die Stadt als ewige Rohstoffquelle

In den kommenden vier Jahren wollen Forscher der TU Wien erfassen, wie viel Rohstoffe in Deponien und abgerissenen Häusern großer Städte finden kann. Eine Wiederverwertung der Rohstoffe würde die Abhängigkeit von Improten verringern.

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Eisenschrott ist bereits ein wichtiger Rohstoff
© Jonathan Stutz - Fotolia
 

Die TU Wien erforscht in den nächsten vier Jahren das Thema "Urban Mining" mit anderen europäischen Wissenschaftern. Es geht darum, wie man aus Deponien, Halden oder abgerissenen Gebäuden wieder Rohstoffe zurückgewinnen kann. Die Wiederverwertung von Rohstoffen verringert die Abhängigkeit von Importen und ist in Österreich vor allem bei Glas, Papier und Kunststoff weit verbreitet.

Entscheidend ist für die TU-Forscher, Informationen über die sogenannten anthropogenen Rohstoffquellen zu sammeln, damit sie in Zukunft wirtschaftlich bewertet und vorausschauend beurteilt werden können. "Für die natürlichen Rohstoffvorkommen gibt es ein gut etabliertes Berichtswesen", so Ulrich Kral vom Institut für Wassergüte, Ressourcenmanagement und Abfallwirtschaft, TU Wien, am Dienstag in einer Aussendung.

Rohstoffe in der Stadt

In der Stadt Wien kommen auf einen Einwohner ca. 4.500 kg Eisen, 340 kg Aluminium, 200 kg Kupfer, 40 kg Zink und 2012 kg Blei. Diese Schätze gilt es in Zukunft zu nutzen.

In einer 100-Quadratmeter-Wohnung stecken heute rund 7.500 Kilogramm Metalle, das entspricht dem Gewicht von ca. 7 Personenwagen.

Ungefähr 600 Kilogramm Verwertbares werfen Europäer jedes Jahr in die Mülltonnen, macht rund 1,5 Milliarden Tonnen. Allein in deutschen Müllbergen ruht nach Schätzungen mehr Eisen, als das Land in einem Jahr verbraucht.

Aus den elf Millionen Handys, die aktuell in Österreich ungebraucht in Schubladen herumliegen, ließe sich Gold im Wert von zehn Millionen Euro extrahieren.

 

Ob und wie man anthropogene Ressourcen auf ähnliche Weise klassifizieren und bewerten könne, sei bisher noch nicht geklärt. Richtlinien seien wichtig, um beurteilen zu können, ob es ökologisch und wirtschaftlich sinnvoller sei, Primärrohstoffe abzubauen, oder Sekundärrohstoffe aus nicht mehr benötigten Produkten und Gütern zurückzugewinnen.

Vierjähriges Projekt

Das Institut für Wassergüte, Ressourcenmanagement und Abfallwirtschaft der TU Wien hat das vierjährige Forschungsprojekt "Mining the European Anthroposphere" initiiert. Insgesamt arbeiten Forschungsteams aus über 20 europäischen Staaten an dem Projekt. Das Hauptaugenmerk liegt auf Fallstudien zu Gebäude- und Mülldeponie-Rohstoffen sowie festen Rückständen aus der Müllverbrennung. Wenn Häuser abgerissen werden, kann man laut den Wissenschaftern Gestein und Schutt für neue Gebäude nutzen, aber auch Bauholz, Metall oder Fensterglas lassen sich wiederverwerten.

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Und ich dachte mir,es wird ja eh schon alles recyclet!