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Freihandelsabkommen

TTIP: Spar-Chef warnt vor "gigantischem Schaden"

Spar-Chef Gerhard Drexel warnt in einem Gastkommentar eindringlich vor einer Umsetzung des umstrittenen Freihandelsabkommens TTIP. Der Schaden durch TTIP wäre gigantisch, unumkehrbar und beträfe alle Sektoren der Lebensmittelwirtschaft.

Gerhard Drexel
Gerhard Drexel © (c) APA/HERBERT NEUBAUER (HERBERT NEUBAUER)
 

Die geplanten Freihandelsabkommen der EU mit den USA (TTIP) und Kanada (CETA) sind nicht durch die Einigung der USA mit Pazifik-Anrainerstaaten auf die Transpazifische Partnerschaft (TTP) wieder in den Vordergrund gerückt. Spar-Chef Gerhard Drexel warnt vor einer TTIP-Umsetzung.

Drexel schreibt in einem Gastkommentar im "WirtschaftsBlatt" (Dienstag), dass Schiedsgerichte nationale Parlamente entmachten würden. Es sei "hoch an der Zeit, im Namen der österreichischen Lebensmittelwirtschaft die Argumente darzulegen, warum das Freihandelsabkommen mit den USA so drastisch irreversible Folgen für Europa und Österreich hätte. Der Schaden durch TTIP wäre gigantisch, unumkehrbar und beträfe alle Sektoren der österreichischen Lebensmittelwirtschaft: die Landwirtschaft, die Lebensmittelerzeugung, den Lebensmittelhandel und letztlich alle Konsumenten."

"Gentechniknahrung" würde durch die Hintertür kommen, Schiedsgerichte könnten schließlich die derzeit geltenden nationalen Verbote aufheben, so Drexel. Er glaubt auch, dass "Hormonfleisch und Fleisch aus Intensivantibiotika-Einsatz den europäischen Markt fluten" würden. Das würde auch heimische Gütesiegelbauern mit ihrem Fleisch treffen, die aus dem Markt ausscheiden würden.

Gesundheit in Gefahr

Im Agrarbereich fürchtet der Manager, dass es zu einer "unkontrollierten Vermehrung der zugelassenen Pestizide" komme. Auch geografische Ursprungsbezeichnungen könnten verloren gehen. Das Billig-Süßungsmittel High Fructose Corn Syrup würde auch hierzulande über die Verwendung in Limos und Nahrungsmitteln einziehen und die Gesundheit der Verbraucher gefährden, meint Drexel.

In Richtung Parteien schreibt der Spar-Chef: "Bundeskanzler Faymann und die SPÖ, auch die Grünen und viele Freiheitliche sind sensibilisiert und gegen TTIP, wie es sich heute präsentiert. Nur die ÖVP ist - bis auf wenige Ausnahmen - hier leider auf einem Auge blind. Es scheint, als hätten die Funktionäre einen Maulkorb von Parteichef Mitterlehner bekommen. Einzelne Landeschefs und der Bauernbund-Präsident bilden hier aber eine mutige Ausnahme."

Kommentare (36)

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Wildheart
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Endlich hat auch einmal ein Manager begriffen,

daß TTIP mit Freihandel aber überhaupt nichts zu tun hat, sondern lediglich der Entmachtung demokratischer Strukturen und der Aushebelung von Arbeitnehmer- und Bürgerrechten dient.

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Ich möchte nicht wissen wie viel an Schmiergelder an Personen bezahlt werden, die diesem Wahnsinn ihre Zustimmung geben, diese Menschen denken in ihrer Geldgier nicht einmal auf ihre eigenen Kinder.

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adidasler
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wenn schon....

...die meinung vorherrscht, dass die heimischen konzerne uns abzocken, DANN:
LIEBER von den heimischen Konzernen abgezockt, als von den AMI-Konzernen abgezockt und von ihnen verklagt zu werden bei gleichzeitig weit schlechterer Qualität bzw. genmanipuliertem Glump!!!!! Wer für TTIP ist dem steht es ja frei nach AMI-Land auszuwandern und kann sich dort beugen - aber dafür muss sich ja nicht ganz Europa an AMI-Land anpassen und jene die es nicht wollen auch die kröte fressen!!?? Wenn es bei uns soooo schlecht ist find ich witzig, dass die TTIP-Befürworter alle noch hier sind - steht ja jedem frei zu gehen! Und auf unsere Politiker braucht man sich nicht zu verlassen - die haben keine eigene Meinung! Wer zahlt schafft an!!! Und der AMI und deren Konzerne lassen sich das schon etwas kosten - denen ist wichtig, dass unterm Strich eine schwarze Zahl steht - und das geht sich aus!!! soviel zu meiner Meinung. lg an alle AMI-Bewunderer und -Verherrlicherer!
AUGEN AUF im Leben!

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2b1bdc24f66aac291130d42e81dd1c52
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Oje, hat da Einer Angst dass ihm die Felle davonschwimmen

und dass die überhöhten Preise nicht länger gehalten werden können?

"Gesundheit in Gefahr" – was für ein Blödsinn! Mit unserem heimischen Glykolwein, dem Listerien-Quargel und der HCB-Milch brauchen wir ganz sicher nicht das Maul aufreissen!

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derkomtur, es ist unglaublich welch geistiger Tiefflieger du bist.

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derkomtur

Es ist sicher besser, wenn du deines hälst.

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2b1bdc24f66aac291130d42e81dd1c52
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@entdecker: Was "Made in USA" ist kaufe ich bedenkenloser

als "Made in Austria". Zähl mal die Lebensmittelskandale der letzten Jahrzehnte und rechne das auf die Einwohner um – Du wirst feststellen, dass "Made in Austria" kein Qualitätsmerkmal, sondern ein Warnhinweis ist.

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alfons3
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TTIP

Dieses Wort Konstrukt geistert seit weiland die Kronen Zeitung sich gegen dieses Freihandelsabkommen breit gemacht hat. Aber offensichtlich ist das Alles nicht so tragisch, weil es unsere doch so intelligenten und weitsichtigen Politiker keine Reaktion wert ist. Oder haben sie vielleicht den Sinn des Ganzen nicht begriffen? Oder werden sie, wie bei so vielen anderen heinterfragenswürdigen Aktionen der EU einfach mitstimmen?
Das Problem scheint mir, dass unsere EU Abgeordneten gar selten begreifen warum es geht.
Aber das wundert gar nicht, haben die offensichtlich entscheidungsscheuen Politiker zwar mitunter einen akademischen Abschluss, der ist aber so lange her, dass sich zwischenzeitlich auch das Alphabet geändert hat.
Bleibt halt nur die höhere Weihe der Parteibuchakademie.

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2b1bdc24f66aac291130d42e81dd1c52
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@alfons3: Im Gegenteil, es ist das Volk, dass TTIP aus Unwissenheit ablehnt

und sich von den europäischen Konzernen für deren Machterhaltung einspannen lässt. Die europäischen Konzerne fürchten Konkurrenz natürlich wie der Teufel das Weihwasser – ihnen wäre lieber sie könnten uns Konsumenten weiterhin ungestört abzocken!

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Irgendeiner
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Naja,der Mann wird wohl

die Interessen des eigenen Konzerns im Auge haben,aber in der Sache hat er zweifelsfrei recht,stoppt den Irrsinn.

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2b1bdc24f66aac291130d42e81dd1c52
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@Irgendeiner: Was für ein Irrsinn?

Ein Irrsinn ist dass es Konsumenten gibt, die TTIP ablehnen! Dass den großen europäischen Konzernen der Ar… auf Grundeis geht ist klar – aber dass das Volk ein Ende dieser Abzockerei verhindern will, ist grotesk.

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adidasler
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lieber....

...von den heimischen Konzernen abgezockt, als von den AMI-Konzernen abgezockt und von ihnen verklagt zu werden bei gleichzeitig weit schlechterer Qualität bzw. genmanipuliertem Glump!!!!! Wer für TTIP ist dem steht es ja frei nach AMI-Land auszuwandern und kann sich dort beugen - aber dafür muss sich ja nicht ganz Europa an AMI-Land anpassen und jene die es nicht wollen auch die kröte fressen!!?? Wenn es bei uns soooo schlecht ist find ich witzig, dass ihr alle noch hier seid! steht jedem frei!

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tturbo
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Die EU scheint vor den Amis dermaßen flach zu liegen und gekauft zu sein,

dass es einem schlecht werden kann.

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und warum gibt es

keine Volksabstimmung zu ttip?

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pekavau
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Weil du und 99,9% in Ö den genauen Text nicht kennen.

Was ist dann die Abstimmungsgrundlage?

Im übrigen bist du anscheinend ziemlich ungebildet und einfallslos, da du immer nur und zu jedem Thema "Volksabstimmung" plapperst.

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alejulval
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glaubst das von

den Politiker ein diese Seiten kennt oder gelesen hat. Dsrum wir eine Fehlentscheidung nach der anderen

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handlelightd
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Ihrem Einwand, @pekavau,

könnte mit der Offenlegung der gesamten Unterlagen, plus anschließenden Interpretation und einer breiten Diskussion, aber leicht begegnet werden. Wenn das Ihr einziges Problem ist.

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2b1bdc24f66aac291130d42e81dd1c52
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@handlelightd: Die sind schon ewig öffentlich!

Und seit dem warte ich darauf, dass die TTIP-Gegner ihre vorangegangenen Hirngespinste unter Nennung von Seite oder Kapitel belegen.

Ist Dir nicht aufgefallen wir ruhig es seitens der TTIP-Gegner wurde? Alle Behauptungen waren erfunden – sie wurden von den europäischen Konzernen zu ihren Propagandazwecken missbraucht, ohne es zu merken!

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handlelightd
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"EU verschärft Geheim-Haltung für TTIP-Unterlagen"

Quelle: Deutsche Wirtschafts Nachrichten | Veröffentlicht: 19.08.15 18:14 Uhr

"Die EU-Kommission bricht ihr Versprechen nach mehr Transparenz beim TTIP. Weil immer wieder Dokumente an die Öffentlichkeit gelangt seien, wird der Zugriff auf die Dokumente für die nationalen Parlamente zukünftig weiter erschwert."

Sonst noch was?

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pekavau
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Bleibt immer noch die Frage, wer arbeitet sich durch mehrere hundert Seiten.

Breite Diskussion? Es sind dann die gleichen Lobbyisten die jetzt Partei für UND NUR für ihre Interessen wahrnehmen.

Breite Diskussion? Oder doch am Biertisch oder Festzelt?

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handlelightd
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Wenns so denken,

gäbe es überhaupt keine demokratischen Prozesse mehr. Noch gibts ja eine gewisse Meinungsvielfalt, die sich auch in Ineressensvertretungen manifestieren, die auch Leute beschäftigen, die einen umfangreichen Vertragsentwurf mit Schwerpunkt auf die ihrerseits zugrundegelegten Interessen, interpretieren können. Nicht zuletzt auf der Grundlage verschiedener Interpretationen kann eine öffentliche Diskussion geführt werden. Und die gibts auch abseits des Biertisches. Propaganda ist natürlich ein Problem, deswegen müssens aber nicht das Kind mit dem Bade ausschütten.

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Re: und warum gibt es

Es gibt diverse Unterschriftenaktionen. Z.B am10.10. in Völkermarkt. Du findest sicher eine Möglichkeit in deiner Region

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ich rede von

ABSTIMMEN!!!!!!!!!!!

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Freihandelsabkommen

Amerika lässt grüssen.In dieser Form wie es bei VW passiert würde es weiter gehen wenn die EU Bonzen das TTIP unterschreiben. Der wirtschaftliche Untergang Europas wäre gewiss, Arbeitslosigkeit und Armut würden noch schneller ansteigen. Die totale Abhängigkeit Europas ist das Ziel der USA. Der Grundstein mit den Sanktionen gegen Russland wurde bereits gelegt, und unsere Regierung hilft mit.

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pekavau
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Das nennt "Eigentor", hier als Beispiel VW anzuführen!

Zur Ablehnung von TTIP ein schmutziges EU-Unternehmen anzuführen. Am Besten, wie es bei uns üblich ist, alles unter den Teppich kehren.

Im übrigen unterschreiben nicht "EU Bonzen" sondern die Regierungschefs -den Untergand Europas vor Augen- oder auch nicht.

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handlelightd
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Ist sogar ein gutes Beispiel,

@pekavau. Wenn in den USA fraglos EU-Richtlinien und Kontrollmechanismen anerkannt werden und umgekehrt, weils die gleichen sind, wäre der VW-Skandal nicht aufgeflogen. In dem Fall hats halt ein europäisches Unternehmen erwischt. Was mir bei Fehlverhalten eines Konzerns genauso lieb ist, als wenns ein amerikanisches Unternehmen wäre. Das nächste Mal is vielleicht umgekehrt.

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