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EU-Urheberrecht

Facebook: Schluss mit Urlaubsselfies?

Das EU-Urheberrecht sollte zahlreiche Vorteile für Kunstschaffende und EU-Bürger bringen. Doch eine kleine Änderung könnte weitreichende Folgen haben. Sie würde das Veröffentlichen von Urlaubsfotos zum Problem machen.

Der Urlaubsschnappschuss auf Facebook könnte bald verboten sein
© (c) Kalim - Fotolia (Kamil Macniak)
 

Die EU plant die Einführung eines gemeinsamen Urheberrechts. Das würde viele Verbesserungen für Kunstschaffende und Konsumenten bringen. Länderschranken sollen beseitigt werden, ein gemeinsamer Handelsraum für digitale Güter geschaffen werden. Das EU-Parlament will am 9. Juli eine generelle Empfehlung für dieses Projekt abgeben.

Allerdings wurde einen Abänderungsantrag eingebracht, der es in sich hat: "Das Europaparlament vertritt die Auffassung, dass die gewerbliche Nutzung von Fotografien, Videomaterial oder anderen Abbildungen von Werken, die dauerhaft an physischen öffentlichen Orten platziert sind, immer an die vorherige Einwilligung der Urheber oder sonstigen Bevollmächtigten geknüpft sein sollte", heißt es in dem Text.

 

Panoramafreiheit in Österreich

Das österreichische Urheberrecht erlaubt Werke der Baukunst nach einem ausgeführten Bau oder andere Werke der bildenden Künste nach Werkstücken, die dazu angefertigt wurden, sich bleibend an einem öffentlichen Ort zu befinden, zu vervielfältigen, zu verbreiten, durch optische Einrichtungen öffentlich vorzuführen, durch Rundfunk zu senden und der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.

 

Diese Bestimmung würde die sogenannte Panoramafreiheit aushebeln. Sie besagt, dass man Fotos bedenkenlos veröffentlichen kann, bei denen Gebäude im Hintergrund abgebildet sind. Wird die Änderungen beschlossen, bräuchte man für Fotos mit Gebäuden im Hintergrund, die Einwilligung der Architekten, sobald diese "gewerblich genutzt werden." Die Bestimmung würde für alle Bauwerke gelten, der Architekten noch leben oder nicht länger als 50 Jahre tot sind.

Was Facebook mit Fotos machen darf

Auszug aus den Facebook-Bestimmungen

Du gibst uns eine nicht-exklusive, übertragbare, unterlizenzierbare, gebührenfreie, weltweite Lizenz zur Nutzung jeglicher IP-Inhalte (Texte, Videos, Fotos), die du auf oder im Zusammenhang mit Facebook postest („IP-Lizenz“). Diese IP-Lizenz endet, wenn du deine IP-Inhalte oder dein Konto löschst; es sei denn, deine Inhalte wurden mit anderen geteilt und diese haben die Inhalte nicht gelöscht.

Wenn du wiederholt die Rechte am geistigen Eigentum anderer verletzt, werden wir gegebenenfalls dein Konto sperren.

Das klingt auf den ersten Blick nachvollziehbar. Wenn jemand mit einem Foto von schöner Architektur Geld verdient, soll auch der Architekt etwas davon haben. In Realität bedeutet das allerdings, dass man keine Selfies mehr auf Facebook, Twitter oder Instagram posten kann, sobald ein Gebäude oder eine Skulptur im Hintergrund zu sehen ist. Es werden nämlich die Rechte zur kommerziellen Nutzung an diese Dienste übertragen. Neben Urlaubern müssten auch Werbemacher und Dokumentarfilmer bei jedem abgebildeten Gebäude, bei jeder Skulptur überprüfen, ob diese noch urheberrechtlich geschützt sind und ob der Urheber mit der Veröffentlichung einverstanden ist.

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Danke für Ihr Verständnis.

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so eine

hirnwixe.....

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hlang
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"Gesetzesmacher" lesen die Texte nicht

Glaubt noch jemand, daß die, die abstimmen, auch immer lesen und verstehen, worüber sie abstimmen? Sicher nicht! Und so kommt eben so mancher Schwachsinn wie dieser zustande.

Entweder war der Gesetzesschreiber, wie so oft, sachunkundig und sich der Auswirkungen nicht bewußt, oder er wollte, was auch häufig nachvollziehbar ist, bestimmte Dinge (zB auch Einschränkung der Pressefreiheit, ect.) daurch mit Absicht bewirken.

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w7lijkq6rwopoljkgpf6skdmwdsznnpb
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@hlang: Natürlich lesen sie den Text,

sonst wäre dieser Vorschlag ja durchgewunken worden und wäre nicht oder erst viel später an die Öffentlichkeit gelangt.

Weiters wird die Sache hier, wieder einmal, gewaltig aufgebauscht: Das Ganze ist nämlich nichts weiter als ein VORSCHLAG eines EINZIGEN Parlamentsmitglieds, die geplante Regelung dahingehend ABZUÄNDERN.

M.a.W.: Viel Lärm um einen Gehirnpfurz, der es niemals durch das Parlament bringen würde.

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erb08pxz0uxuc66f1mcgcuek78xvjri3
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Es fragt sich

wo und was kann man überhaupt noch fotografieren? Wenn das so weitergeht kannst nur mehr unter dem Tuchent Fotos machen!

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hi4kx89etuhpzsyovtv8nb3pa2utqfag
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Es gibt eh nicht viele Bauwerke von lebenden Architekten,

vor denen ich abgelichtet sein möchte...

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Harrysantos
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EU reitet sich dauernd selber rein

Grundsätzlich wäre der Ansatz ja gut, das Urheberrecht europaweit zu vereinheitlichen. Heutzutage ist das ein Paragrafendschungel dass man bei jedem zweiten Foto in einem Graubereich unterwegs ist.

Aber die EU schafft es immer wieder, ein an und für sich gutes Vorhaben durch einen weltfremden Detailvorschlag kaputt zu machen. Und damit selbst Wasser auf die Mühlen der EU-Gegener zu liefern.

Bitte wer ist so weltfremd und möchte Gebäude im öffentlichen Raum urheberrechtlich schützen? Und wie soll das dann in der Praxis gehen? Muss man zuerst den Architekten/Erbauer/Eigentümer fragen, ob das Urlaubsfoto mit Rathaus im Hintergrund jetzt ok ist? Oder wohin man die Tantiemen überweisen darf? Sowas können sich nur weltfremde Bürokraten ausdenken.

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w7lijkq6rwopoljkgpf6skdmwdsznnpb
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@Harrysantos: Du verkennst die Ursache:

Es ist nicht "die EU" die das will, sondern es sind die Rechteinhaber, die Geld verdienen wollen und derartige Vorschläge über Lobbyisten einbringen.

Das hat nichts mit der EU zu tun, das gab es auch schon vor der EU und würde es auch ohne EU geben. Der einzige Unterschied wäre, dass es dann in allen Ländern leicht unterschiedlich gehandhabt werden würde.

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Geom38
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Die Welt in der wir leben

und insbesondere historische Gebäude und Kulturschätze gehören UNS ALLEN und nicht nur denjenigen die versuchen mit allem Geld zu verdienen. Der Verdacht liegt nahe dass da wieder irgendein Lobbyist bestochen worden ist um die Interessen einiger weniger zu schützen.

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paulrandig
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Naja, für historische Gebäude...

...gilt's ja nicht, da deren Gestalter schon über 50 jahre verblichen ist.
Wo aber die Granze ziehen? Beim neu gestalteten Foyer? Beim Designersessel in der Cafeteria? Beim TShirt aus dem Shop? Das ist ja alles ein Produkt mehr oder weniger kreativer Gestaltung.
Was ist mit einem Haarschnitt?

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paulrandig
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Eine typische Lösung wäre:

Alle Kameras sind mit dem Netz und GPS verbunden. Sie wissen also, was alles auf dem Foto sein könnte und stöbern in Echtzeit in einer zentralen Datenbank, welche Urheberrechte für etwas, was potentiell auf dem Bild sein kann, noch gelten.
Dann erkennen sie sofort, wenn davon etwas im Sucher auftaucht und eliminieren es bereits bei der Aufnahme. Als Bediener kann man natürlich auch bestätigen, dass man es (kostenpflichtig) doch gerne im Bild haben möchte, was vor allem die japanischen Touristen freuen wird.

Der ganze Zirkus hätte den Vorteil, dass wieder neue Technologien entwickelt, neue Produkte verkauft, aber auch neue Software geschrieben, zusätzliche Daten über das Nutzerverhalten gesammelt werden und es auf diese Art der Wirtschaft - und damit uns allen - gut geht.

Amen.

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hlang
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nachvollziehbar

Dieser an sich ja "ironische" Gedanke könnte ja wirklich jemandem gekommen sein! Gar nicht so abwegig, wäre ein fast perfekter großer Schritt zur totalen Überwachung.

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Jodl
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Wieso eigentlich...

... der Architekt und nicht der Baumeister oder beide?
Meiner Meinung nach ist das aber sowieso Schwachsinn. Denn wer etwas im öffentlichen Raum platziert, muss davon ausgehen, das es von der Öffentlichkeit genutzt wird.

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Geom38
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Architekten

die ja Auftragsarbeiten erledigen werden ohnehin mehr als angemessen bezahlt, das sollte eigentlich reichen. Kommt mir irgendwie so vor als ob ich dem Architekten der mir seinerzeit mein Haus geplant hat jetzt nochmal jedesmal extra etwas schuldig wäre wenn ich mich davor fotografieren lasse. Solcherlei Unfug ist ja nicht zu fassen, sollen sich etwa Touristen die sich vorm Kunsthaus fotografieren lassen und das dann gleich ins Netz stellen zuerst um Urheberrechte kümmern? Oder stellt sich da einer vor dass solche Fotos dann gleich (der gläserne Mensch lässt grüßen) automatisch per vernetzter Kamera vom Konto abgebucht werden?

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transputer
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Wikipedia

Die Panoramafreiheit trifft auch die von fast allen Menschen genützten und geschätzten Plattform WIKIPEDIA. Wird es bald keine Fotos von den besprochenen Themen geben? Sehenswürdigkeiten in Städten werden beschrieben, aber ein Foto fehlt. Will man das? Kein Künstler wird daran wirklich verdienen,es werden nur die Abbildungen mehr und mehr verschwinden. Traurig, wenn das kommt!

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hi4kx89etuhpzsyovtv8nb3pa2utqfag
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Von denauf wp besprochenen Sehenswürdigkeiten

existieren Millionen Bilder, da wird sich wohl ein geeignetes drunter finden. Das Zumüllen - etwa von fb - durch ununterbrochenes Posten von Hunden, Katzen und Urlaubsbildern ist sowieso entbehrlich.

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Jodl
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Trifft auch Zeitungen

z.B.: Urlaubsreportagen nur mehr mit Text, ohne Fotos. Graz-Berichte ohne Bilder, denn irgendein Bauwerk ist fast immer mit dabei... Nur noch "Symbolfotos"...

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l24h5hu729ld4jzb85vq3uof1xd4anyw
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Facebook Idiotie ersten Ranges, für ein dummes Volk.

Das ganze Bürokratengxindel gehört auf den Mond geschossen.

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Badabu
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das geht

aber nicht von FB sonden von unsren tollen eu-politikern...

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w7lijkq6rwopoljkgpf6skdmwdsznnpb
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@Badabu: Quatsch, das geht nicht von EU-Politikern aus,

sondern von "Hunger leidenden" Architekten und Baumeistern.

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oy48j6syysgx9g0edldilsqai0t76gad
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Die EU sollte endlich sog. nichtgenehmigte Fremdabbuchungen welche ohne Zustimmung des Kontoinhaber durchgeführt werden können, nicht mehr erlaubt sind.

Da wird nicht einmal informiert.

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oy48j6syysgx9g0edldilsqai0t76gad
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Nicht mehr erlauben!

Wollte ich schreiben.

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tomja12
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das EU AUSTRITTVOLKSBEGEHREN LÄUFT NOCHH

Unterschreiben es wäre wichtig

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oy48j6syysgx9g0edldilsqai0t76gad
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Was bringt das?

Österreich gegen alle anderen ist unrealistisch.

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Badabu
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@aiakos

wieso gegen alle? als es keine EU gab waren wir auch net gegen alle... wir können gleich gut bzw besser alleine sein... oder gehts zB der Schweiz schlechter?
wir wollen nur mehr selbst entscheiden und uns als nettozahler nicht alles unter jubeln lassen... oder den Griechen Milliarden an Euro SCHENKEN....

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w7lijkq6rwopoljkgpf6skdmwdsznnpb
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@Badabu: Natürlich wäre das gegen alle.

Erst nachdem Österreich sich der EWG angenähert und 1976 den Schilling abgeschafft hat, ging es mit unserer Wirtschaft und dem Lebensstandard aufwärts.

Wer keine EU und keinen Euro will, der wünscht sich Österreich auf dem "Balkan-Niveau", auf dem es sich in den 1960-70ern befunden hat.

Abgesehen davon haben wir den Griechen keine Milliarden geschenkt, aber das werden Leute wie Du wohl nie kapieren.

Weiters: Ja, der Schweiz geht es heute schlechter, und zweitens kannst Du die Schweiz nicht mit uns vergleichen, da die Schweiz damals keinen Krieg angefangen hat, der uns Jahrzehnte zurückgeworfen hat. Aber diesen Vorsprung hat die Schweiz heute nicht mehr, es ist nur mehr eine Frage der Zeit bis die Schweiz der EU beitritt. Sie muss ja auch heute bereits praktische alle EU-Richtlinien befolgen, hat aber keinerlei Mitspracherecht.

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l24h5hu729ld4jzb85vq3uof1xd4anyw
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sagen Millionen Dumme und wenn Millionen dagegen sind, dann bringt es etwas, oder wollt ihr euch freiwiollig diesem GXi... verkaufen, dann brauicht keiner mehr nach Datenschutz schreien, wenn man bei dieser Bagage alles akzeptiert und das auch noch für kommende Generationen auch Gültigkeit hat. Wie krank im Kopf müssen viele sein, viele haben schon ihr Facebook gelöscht und zwar ganz.

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