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Agrarsymposium

„Milch bleibt das weiße Gold der EU“

Trotz des gestiegenen Preisdrucks durch den Wegfall der Milchquote bekommen die Kärntner Bauern neue Chancen durch den Export. Beim Agrarsymposium in Klagenfurt wurde auf den Weltmarkt geblickt.

Wenn es wirklich so wird wie vorhergesagt, dann dürfen unsere Bauern viel Milch um wenig Geld nach China exportieren © picturedesk.com
 

Trotz niedriger Preise mehr produzieren, zusätzliche Anbauflächen ermöglichen und Produktivitätssteigerungen zulassen, um für eine Exportoffensive Richtung Weltmarkt gerüstet zu sein. Das war kurz gefasst der Rat an die Bauern beim Raiffeisen-Agrarsymposium in Klagenfurt. „Investieren und in die internationalen Märkte gehen“, plädierte Klaus-Dieter Schumacher, General Manager des bayrischen Agrarhandelskonzerns BayWa für den freien Handel, den man „fördern statt behindern“ solle. Als Strategie empfahl er „nachhaltige Intensivierung“ und „wissensbasierte Landwirtschaft“. Nur so könne man dem Wachstum der Weltbevölkerung gerecht werden.

Besonders im Milchsegment sieht Schumacher trotz Preisdruck durch das steigende Angebot nach dem Quotenwegfall ab 1. April 2015 große Chancen. „Milch bleibt das weiße Gold der EU.“ Bis 2014 werde die EU-Milchanlieferung aufgrund weltweiter Nachfrage um zwölf Millionen Tonnen steigen. In den nördlichen EU-Ländern wie Deutschland, Frankreich oder Polen werde sich die Produktion ausweiten, in Österreich werde sie „stabil“ bleiben.

"TTIP grundsätzlich positiv"

Auch Agrarminister Andrä Rupprechter, der mit dem eigens für ihn komponierten Marsch „Almgruß“ empfangen wurde, sieht in Asien, besonders in China - das er vor Ostern noch besuchen wird - einen großen Markt für Milch und Rinder. Schon jetzt exportiere Österreich Milchpulver nach China. Das Freihandelsankommen TTIP mit den USA sieht Rupprechter „grundsätzlich positiv“, aber noch lange nicht akzeptabel. Es müsse erst „ausbalanciert“ und mit klaren Regeln versehen werden. Unsere Umweltstandards dürften auf keinen Fall ausgedünnt werden. „Wir dürfen unser Recht auf Selbstbestimmung nicht auf dem Tempel des Freihandels opfern“. Als Gegentrend zur Globalierung sollten hochwertige regionale Produkte stark gefördert werden.

Die neue EU-Förderperiode sieht Rupprechter positiv. Österreich habe das umfangreichste Programm für umweltorientierte, ländliche Entwicklung und habe bei Investitionsförderung und Ausgleichszulage für Bergbauern aufgestockt. Die Selbstbestimmung der EU-Mitgliedsstaaten im Hinblick auf Gentechnik konnte durchgesetzt werden.

An die Solidarität appellierte Unser-Lagerhaus-Geschäftsführer Peter Messner: „Den Herausforderungen der Globalisierung kann die Landwirtschaft nur dann positiv begegnen, wenn alle Beteiligten - Produzenten, Vermarkter und Konsumenten - einen gemeinsamen Weg gehen“.

ELKE FERTSCHEY

Kommentare (3)

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Dumm verkaufen

Die wollen die Bauern ja wirklich für dumm verkaufen . Von den Hochlohnländern der EU soll Milch , Fleisch etc. in die Niedriglohnländer Asiens verkauft werden , während sonst alles (Computer , Kleidung , Schuhe etc.) für uns dort produziert wird . Da lachen doch die Hühner . Der Bauernbund und die Funktionäre denken nur an ihr eigenes Fortkommen mit den Erträgen von Raiffeisen !

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Roland222
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Roland222

Wenn ich diese Aussage,,,vom heiligen Land Tirol Minister über TTIP höre,,,kommen mir echt Zweifel an seiner Integrität für Österreich und seine geplagten Bauern ,,,und nehme nur noch an,,er gehört,,auch zum Kreis von Goldman Sachs,,wie alle Politiker Europas und der EU,,,

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liquidatus
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Wen wundert es,...

... dass der Herr "Herz-Jesu-Minister" grundsätzlich für TTIP positiv eingestellt ist. Wird er doch offensichtlich von den Global-Playern (Rockefeller-Stiftung und deren Konzernen) schon vorab "eingekauft" und eingelullt. Als Vertreter der österr. Landwirte fungiert er jedenfalls nicht.

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