Haselsteiner beendete Ära als Strabag-Konzernchef

Auf der Hauptversammlung wurde der scheidende Konzernchef als "prägendste Persönlichkeit der Zweiten Republik", "Mann der Tat", "Mensch mit Handschlagqualität", "Visionär" und "Weichensteller" gewürdigt.

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© APA
 

Mit dem Abschluss der heutigen Hauptversammlung der Strabag ist auch die Ära von Hans Peter Haselsteiner (69) als Vorstandschef zu Ende gegangen. "Natürlich bin ich etwas wehmütig und bedanke mich bei den über 74.000 Mitarbeitern, die die Strabag zu einem führenden europäischen Baukonzern gemacht haben", sagte der scheidende CEO am Freitag.

"Der vorne steht und im Rampenlicht ist, kann oft nur zu einen kleinen Teil verantworten, was im Hintergrund geschehen ist." Er freue sich, dass er mit Optimismus scheiden könne, was 2013 und die folgenden Jahre betreffe.

"Ich wollte 2014 meinen Abschied vornehmen - inzwischen haben wir festgestellt, das mein Nachfolger Thomas Birtel bereits hervorragend vorbereitet ist", so Haselsteiner. "Mit Ende dieser Hauptversammlung übergebe ich den Vorstandsvorsitz und stehe dem Vorstand für Sonderaufgaben zur Verfügung, die er mir geben möge", so der bisherige CEO.

Haselsteiner wird sich eigenen Angaben zufolge der Internationalisierung des Konzerns und dem Effizienzprogramm "Task Force 2013ff" widmen und dabei "den Konzern in allen Ästen und Ästchen auf Effizienz, Marktkonformität oder anderes Verbesserungspotenzial hin durchleuchten".

Aufsichtsratschef und Ex-Kanzler Alfred Gusenbauer würdigte Haselsteiner als "eine der prägendsten Persönlichkeiten der Zweiten Republik", der "mit sozialem Anspruch und Fingerspitzengefühl gegenüber Management, Mitarbeitern und Kunden" aus einem kleinen Unternehmen einen Weltkonzern geformt habe. Einen Konzern in einem Europa zu führen, das in der Rezession stecke und wo es in vielen Ländern Massenarbeitslosigkeit gebe, sei "eine ganz besondere Herausforderung und Leistung".

"Charismatische Persönlichkeit"

Als "Mann der Tat" sowie "charismatische, humorvolle, geradlinige und entscheidungsfreudige Persönlichkeit" beschrieb der Obmann der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien, Erwin Hameseder, den jahrelangen Strabag-Chef. "Du bis ein Mensch mit Handschlagqualität, ein Visionär, ein Weichensteller", sagte Hameseder zu Haselsteiner und verwies auf dessen "Vielfalt an Talenten und Fähigkeiten". "Du bist auch Löwe und Lamm", so der Raiffeisen-Obmann unter Bezug auf eine entsprechende Beschreibung in der aktuellen Ausgabe des Magazins "Format".

Haselsteiners Energie sei "fast unerschöpflich" - "da ist Bau, Bahn, Fliegen, Musik, Kunst, Soziales und natürlich vor allem Politik dabei". "Die Strabag ist dein Lebenswerk und diese Energie ist allgegenwärtig", vermerkte Hameseder.

Auch einige Kleinaktionäre meldeten sich voll des Lobes zu Wort: "Die Strabag wäre nicht da, wo sie ist, wenn Haselsteiner nicht da wäre - das hat er mit viel Charisma und Machtbewusstsein erreicht", sagte einer. "Als Aktionäre haben wir eher den Löwen kennengelernt als das Lamm", meinte er.

Ein weiterer Anteilseigner, der eigens aus Saarbrücken angereist kam, hätte Haselsteiner zum Abschied "ein erfreulicheres Ergebnis gewünscht", und fügte - an den scheidenden CEO gewandt - hinzu: "Sie als gewiefter Stratege haben Ihrem Nachfolger die Sache natürlich etwas leichter gemacht - er muss nicht nach einem Superergebnis die Abschreibungen vornehmen und plötzlich rote Zahlen präsentieren." Der Aktionär bezeichnete Haselsteiner weiters als einen "großartigen, wegweisenden und visionären Baumeister unserer Zeit" und pries seine "menschlich gutmütige Art".

"Das diesjährige Ergebnis schmälert Ihr Lebenswerk in keinster Weise", betonte er und überreichte Haselsteiner als symbolisches Abschiedsgeschenk einen Zollstock. "Damit mögen und sollen Sie vielleicht die Erfolge Ihres Nachfolgers messen", meinte er.

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