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Skigebiet Hebalm

Hebalm: Verkauf und Fortbestand wohl endgültig gescheitert

Die Hebalm-Eigentümer haben die Anlagen demontiert, weil noch kein Geld geflossen ist. Die Käufer sehen es umgekehrt: Der Lift sei zu früh demontiert worden. Nun droht ein langer Rechtsstreit. Von Rainer Brinskelle

Das Skifahren auf der Hebalm ist - mit Ausnahme der Kluglifte - wohl Geschichte
Das Skifahren auf der Hebalm ist - mit Ausnahme der Kluglifte - wohl Geschichte © Hebalm
 

Mit einer Meldung auf Facebook sorgten die Tourismusbetriebe des Souveränen Malteser Ritter-Ordens, Eigentümer der Tourismusbetriebe Hebalm samt Skigebiet, das im Frühjahr geschlossen und zum Verkauf angeboten wurde, Mittwoch Nachmittag für Aufregung: „Verkaufsgespräche beendet!“

Im Gespräch mit der Kleinen Zeitung präzisiert der Geschäftsführer der Malteser-Tourismusbetriebe, Clemens Spörk, die Nachricht: „Nachdem die neue Betreibergesellschaft nichts auf das Treuhandkonto überwiesen hat, ist der Verkauf aus unserer Sicht gescheitert.“ Beinahe täglich sei man wegen des Geldes vertröstet worden. „Aus unserer Sicht ist seitens der potenziellen Käufer offenbar kein Interesse mehr da“, meint Spörk und legt die Fakten auf den Tisch: „Die Anlagen, die Teil des Vertrages sind, haben wir inzwischen großteils verkauft.“

Man habe ohnedies extrem lange gewartet, „aber wir sind auch dem Orden verpflichtet. Hätten wir mit dem Verkauf der Anlagen bis zum Frühjahr gewartet, hätten wir einen Wertverlust von bis zu 40 Prozent verbuchen müssen“, so Spörk.

"Gegen Einigung verstoßen"

Gastronom Daniel Dittrich, Gründer der Hebalm-Betriebsgesellschaft, die das Skigebiet weiterführen wollte, versteht den Verhandlungsstopp nicht. Das Geld sei verfügbar und die notwendige schriftliche Zusage des Landes für die 140.000-Euro-Förderung sei am 28. August eingelangt. Es sei aber schon zuvor mit der Demontage von Schneekanonen begonnen worden, was „gegen die Einigung“ verstoße.

 

Daniel Dittrich und Harald Stückler (mit Tourismusobmann Johann Schmid, von links) wollten die Hebalm kaufen und fortführen
Daniel Dittrich und Harald Stückler (mit Tourismusobmann Johann Schmid, von links) wollten die Hebalm kaufen und fortführen Foto © Katharina Pillmayr

„Wenn wir den vollen Preis bezahlen, obwohl gar nicht mehr alle Anlagen vorhanden sind, würden wir unser eigenes Unternehmen schädigen“, ärgert sich Dittrich.
Die Verzögerungen seien auch deshalb entstanden, weil man alle Schritte rechtlich prüfen habe müssen. In einer Aussendung gestern Abend bezeichneten die potenziellen Käufer das gesamte Verfahren als „dubiose Abwicklung“.

Staatsanwaltschaft eingeschaltet

Man habe bereits eine Sachverhaltsdarstellung bei der Staatsanwaltschaft Graz eingebracht, weil der mit der Treuhandschaft beauftragte Rechtsanwalt „gemäß den Statuten der steirischen Rechtsanwaltskammer nicht zu der von ihm gewählten Form der Abwicklung berechtigt“ sei. Auch eine Klage den „Souveränen Malteser Ritter Orden“ und die bisherige Betreibergesellschaft werde eingebracht.

Man fühle sich einfach vor den Kopf gestoßen: „Mein Lebensziel war es nie, Betreiber eines Skigebietes zu werden. Ich wollte nur etwas für die Region tun“, sagt Dittrich. Wie es aussieht, kann in der kommenden Saison auf der Hebalm nur noch bei den „Klugliften“, einem eigenständigen Familienbetrieb, über die Pisten gewedelt werden.

Kommentare (12)

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TheGiver
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Anlagen abgebaut

Das Geld ist da aber noch kein Cent überwiesen. Die Förderung vom Land bekommt man erst nach einem gültig ungerzeichnetem Kaufvertrag, also nachdem man alles bezahlt hat. Schneekanonen hätten sie ja sowieso nur einen geringen Teil gekauft - also woher wissen die Käufer, dass ausgerechnet 'ihre' Schneekanonen verkauft wurden und nicht die, die sowieso nicht im Kaufvertag enthalten sind?
Liebe neue Betreibergesellschaft, besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Wenn ihr das Geld eben doch nicht habt dann gebt es wenigstens einfach zu. Es ist euch keiner böse. Ihr habt euch bemüht und es ist schade. Aber auch ich hätte gerne eine Villa mit Seeblick. Wenn's finanziell nicht drin ist dann gebe ich deswegen ja nicht den Anderen sie Schuld. Trotzdem danke für eure Bemühungen. Etwas zu versuchen und zu scheitern ist keine Schande. Die Gründe nur bei Anderen zu suchen schon.

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Dieses Schigebiet

hat keine Funktion, daher nicht förderungswürdig. Die Förderung hätte nur Einzelpersonen gedient.

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Lizardking
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Wein, Oliven oder Zitronen anbauen, ist eh viel zukunftsträchtiger! ;)

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StockBoss
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Soweit ich das sehe

sind hier vor allem die Käufer schuld. Auch ich als Verkäufer lasse mich nicht ewig vertrösten. Die haben offenbar kein Geld und als Bank würde ich ihnen auch keines leihen!

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boyle
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na was du alles auf einmal bist ist schon erstaunlich. verkäufer, bank, finanzexperte. du würdest ihnen also keinen kredit geben? das interessiert die welt, echt.

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komosho
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Startup mit Steuergeldern?

"Das Geld für den Kauf sei vorhanden." Seit mehreren Monaten wird dies von Käuferseite verlautet. Nur: gezahlt wurde nie. Jetzt gabs auch noch 140.000 Euro Steuergeld vom Land. Sozusagen als Startkapital. Tolle neue Crowdfunding Idee: ein Startup mit Steuergeldern. :-)

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paintball
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Vereinsgründung

Eine coole Idee - Gründung eines meinetwegen Minigolfclubs - wenn ich dann 50 Hansln beinanda hab hol ich mir ein paar zehntausend euro Steuergeld um diesen Club 5 Jahre zu finanzieren, wenns danebengeht gibt's zum abschluß wieder ein bißchen aus dem steuertopf - die ganze Sache ist wie die hebalmschigebietsache unnötig.

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MartinP
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Und wenns schließlich eh

vom Land finanziert wird, wieso hat mans dann nicht gleich ans Land verkauft? Offensichtlich fehlt dem Herrn Dittrich das nötige Kapital, um als glaubhafter Betreiber fungieren zu können. Nur Bares ist Wahres...

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Re: Und wenns schließlich eh

Wird eh nicht vom Land finanziert werden. Ist ja kein Geld da, das wurde bereits in Schladming, Fohnsdorf, Mautern, Spielberg, etc... versenkt.

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StockBoss
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Re: Re: Und wenns schließlich eh

In Spielberg sind 1000 neue Arbeitsplätze entstanden und in Schladming gibt es heuer 20% mehr Nächtigungen sowohl im Winter als auch im Sommer. Die Ski WM hat sich also mehr als amortisiert, die Käufer sind blank und allein das ist das Problem...

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Die Schi-WM hat sich also mehr als amortisiert ???

Das in 2 Jahren bei einer Gesamtinvestition von 410 Millionen Euro.
Weißt du überhaupt stockboss was du da schreibst ?
Also die RoI-Formel schreibe ich dir jetzt sicher nicht hierher.
Bitte immer zuerst das Hirn einschalten ...

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i6etc2oqpj1tt0pvy1g8yr8mbv994mm1
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Und dazu bis jetzt

26 "Ja" Stimmen ...... gehts noch.

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