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Voitsberg

Stadt Voitsberg kauft mit einem Partner das ÖDK-Areal

Knalleffekt in Voitsberg: Am 23. Februar findet ein Pressetermin zum Thema Kraftwerk Voitsberg statt. Bürgermeister Ernst Meixner gibt den Ankauf des Areals mit einem Partner bekannt. VON ANDREA KRATZER

Ernst Meixner mit Stadtamtsdirektor Gernot Thürschweller
Ernst Meixner mit Stadtamtsdirektor Gernot Thürschweller © Andrea Kratzer
 

In der Gerüchteküche rumorte es schon seit Langem, doch die Verantwortlichen ließen sich kein Sterbenswörtchen entlocken. Gestern flatterte den Redaktionen eine Einladung zu einem Pressegespräch ins Haus, das am Montag, dem 23. März, zum Voitsberger Kraftwerk stattfinden wird. „Wir haben es geschafft. Das ÖDK-Gelände ist also frei für neue Arbeitsplätze“, schreibt Bürgermeister Ernst Meixner in der Einladung.
Darauf angesprochen, zeigte sich Meixner zuerst noch wortkarg. Dennoch bestätigt er, dass der Ankauf des 245.000 Quadratmeter großen Grundstückes, auf dem noch die Reste des Voitsberger Kraftwerkes stehen von der Firma Porr, die das Areal samt Kraftwerk einst von Mirko Kovats und der A-Tec erworben hat, in trockenen Tüchern ist.

Nummer zu groß

„Bereits seit Mai 2014 führten wir Verhandlungen. Was dann noch so lange gedauert hat? Die Kaufvertragsentwürfe wurden im Vierwochentakt hin und hergeschickt wegen der Formulierungen“, schildert der Stadtchef. Verständlich, dass bei Großprojekten um jedes Wort gefeilscht werden muss, will man doch keine Überraschungen erleben. Weil dieser Kauf für die Stadtgemeinde Voitsberg allein eine Nummer zu groß ist, hat sich Meixner einen Investor ins Boot geholt. „50 Prozent erwirbt die Infrastruktur KG und 50 Prozent ein Projektentwickler.“ Den Namen und die Kaufsumme will Meixner erst beim Termin nennen, wobei noch Nebenkosten für die Infrastruktur und Erschließung dazukommen.

Kein Einkaufszentrum

Von der gesamten Fläche hat sich das Lagerhaus Graz-Land, wie bereits im Vorjahr berichtet, ein Areal im Ausmaß von 32.000 Quadratmeter ausgesucht. Abzüglich der Verkehrswege verbleiben noch rund 200.000 Quadratmeter zum Vermarkten. Ein Großteil dieser Fläche ist für Klein- und Mittelbetriebe vorgesehen und nicht für den Handel“, betont Meixner, um Gerüchte von einem großen Einkaufszentrum vom Tisch zu wischen. Man habe bereits einige Interessenten an der Angel, das Lagerhaus gehöre selbstverständlich dazu, so Meixner.
„Nachdem bekanntlich auch das Hoheitsgebiet der Stadt Bärnbach betroffen ist, haben wir mit den Verantwortlichen und der Raumplanung Gespräche geführt. Einen Teil der Kommunalsteuer bekommt auch Bärnbach. Bezüglich der Aufschließungskosten für Straßen, Kanal- und Wasseranschlüsse wurde man bei Landeshauptmann Franz Voves vorstellig. „Uns wurde eine zusätzliche Bedarfszuweisung in Aussicht gestellt“, freut sich Meixner über das Wohlwollen seines Gemeindereferenten.

Bürokratisch

Um die Vermarktung der Flächen ohne bürokratische Hürden abwickeln zu können, muss eine neue Gesellschaft gegründet werden. „Sonst müssten wir wegen jeder Kleinigkeit aufsichtsbehördliche Genehmigungen beim Land einholen und jedes Mal den Gemeinderat befassen. Investoren wollen aber rasche Entscheidungen“, sagt der Voitsberger Stadtchef.
Über all diese Pläne müssten jedoch noch die zuständigen Gremien in der Infrastruktur KG entscheiden, ehe der Gemeinderat damit befasst wird. „Wir haben noch Zeit, der späteste Übergabetermin seitens der Porr für das Grundstück ist am 31. Dezember 2016.“
Laut Bereichsleiter Martin Taborsky von der „Porr Umwelttechnik“ soll es mit den Abbruchsarbeiten heuer zügig weitergehen. Im Sommer wird die Entscheidung fallen, wie es mit dem Schornstein weitergeht und ob eine Sprengung möglich ist. Geht alles glatt, könnte das Grundstück bis Jahresende zur Übergabe bereitstehen.

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