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St. Martiner StraßeFür die Anrainer wird der Verkehr "unerträglich"

Anrainer der St. Martiner Straße in Köflach wollen auf einem Kilometer eine Geschwindigkeitsbeschränkung erwirken. Die Bezirkshauptmannschaft Voitsberg hat das Ansuchen aber abgewiesen.

Auf der St. Martiner Straße herrscht abschnittsweise „freie Fahrt“ © Katharina Siuka
 

Der Verkehr, der sich über die St. Martiner Straße (L 346) in Pichling bei Köflach wälzt, ist für Kurt Linzmayer und Nachbar Gaston Schabl „unerträglich“ geworden. „Die Autos brettern wie wahnsinnig durch“, klagt Linzmayer, „dabei ist die Straße so schmal“. Auch der viele Lärm sei belastend. „Wir wünschen uns eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 70 km/h.“ Und zwar auf einem einzigen Straßenkilometer: Jenem zwischen 3,0 bis 4,0, wo Tempo 100 erlaubt ist.

Ermittlungsverfahren beendet

Seit mehr als einem Jahr verhandelt Linzmayer mit der Bezirkshauptmannschaft Voitsberg. „Es hat ein Ermittlungsverfahren gegeben: Ein Verkehrsamtssachverständiger und die Abteilung 16 vom Land haben festgestellt, dass keine Beschränkung nötig ist“, erklärt Verena Peer, Leiterin des Sicherheitsreferates. So wurde etwa mit einem versteckten Radar die Geschwindigkeit gemessen, „85 Prozent fahren nicht schneller als 81 km/h“. Zudem habe das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) in den vergangenen Jahren nur einen relevanten Verkehrsunfall mit Personenschaden verzeichnet – zu wenig für eine Geschwindigkeitsbeschränkung, sagt Peer.

Verena Peer leitet das Sicherheitsreferat an der BH Voitsberg Foto © Andrea Kratzer
 

Doch genau das stößt den Anrainern, zu denen auch Gewerbetreibende gehören, sauer auf. Linzmayer zufolge wurde die Geschwindigkeit in einer leichten Kurve gemessen, „81 km/h sind da zu schnell“. Die Straßenbreite von sechs Metern sei außerdem falsch berechnet – er selbst habe 5,35 Meter gemessen. Peer: „Der Sachverständige geht hier von einem Durchschnitt aus.“ Dass Linzmayer zudem acht Unfälle miterlebt habe, erklärt Peer folgendermaßen: Maßgeblich seien jene mit Verletzten, sofern kein Alkohol im Spiel war.

Es gilt die Straßenverkehrsordnung: Der Lenker muss die Geschwindigkeit an die Straßenverhältnisse anpassen.

Verena Peer
 

Vor Straßenkilometer 3,0 gilt sogar nur Tempo 50. „Das Land warf dort einen Unfallhäufungspunkt aus. Wir haben uns damals mit dem KFV und dem Sachverständigen für diese Maßnahme entschieden“, erläutert Peer. Für eine solche Beschränkung sei eine ausreichende rechtliche Basis nötig, „da reicht ein Wunsch nicht aus“. Zudem „gilt die Straßenverkehrsordnung: Der Lenker muss die Geschwindigkeit an die Straßenverhältnisse anpassen“. Aus behördlicher Sicht scheint die Angelegenheit also beendet.

"Wir fühlen uns nicht sicher"

Was bleibt, ist der Unmut der Anrainer. „Wir fühlen uns auf der Straße nicht sicher“, sagt Linzmayer – vor allem, wenn die Enkelkinder zu Besuch sind.

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