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Voitsberg

Künstler wollen den Kunstschatz retten

1960 errichteten einige Künstler der Grazer Sezession einen Spielplatz als Gedenkstätte. Mit einer Kunstmappe soll die Renovierung finanziert werden. Von Rainer Brinskelle

Herman Riedl, Erwin Lackner, Toni Maier, Ernst Meixner, Franz Eigner, Werner Zelinka, Franz Dampfhofer, Ernst Lasnik (von links)
Herman Riedl, Erwin Lackner, Toni Maier, Ernst Meixner, Franz Eigner, Werner Zelinka, Franz Dampfhofer, Ernst Lasnik (von links) © Rainer Brinskelle
 

Den Beatles-Klassiker „Yesterday“ intonierte Startrompeter Toni Maier zu Beginn der Präsentation einer Kunstmappe, die der Verein Provinz anlässlich der Renovierung der Hans-Deutscher-Gedenkstätte aufgelegt hat. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand dann auch der Blick in die Vergangenheit, der die Geschichte hinter dem künstlerisch gestalteten Spielplatz erzählt.

Selbst viele Voitsberger kennen die Hans-Deutscher-Gedenkstätte in Voitsberg nicht. Das soll sich nun ändern
Selbst viele Voitsberger kennen die Hans-Deutscher-Gedenkstätte in Voitsberg nicht. Das soll sich nun ändern Foto © Karl Mayer

„Architekt Franz Jakubecki hat mir und einigen Künstler von der Sezession Graz von den Plänen für die Gedenkstätte erzählt“, erinnert sich Franz Eigner, der einzige noch lebende Künstler, der an der Gestaltung des Spielplatzes mitgewirkt hatte. Bald war die Idee für einen mit Mosaiken verzierten Tisch geboren, der das Bild der Gedenkstätte heute ebenso prägt wie die von Gottfried Fabian erdachte Ziegelmauer.„Ich wollte ,Himmel & Hölle’-Hüpfspiele für die Kinder gestalten, wie sie damals üblich waren“, erzählt der 84-Jährige.

Jugend und Obdachlose

Doch warum gerade einen Spielplatz als Gedenkstätte an einen ehemaligen Politiker? Darauf weiß Historiker Ernst Lasnik die Antwort: „Deutscher, der von 1927 bis 1930 Bürgermeister von Voitsberg war, galt als sehr sozial eingestellter Politiker, der sich auch für die Jugend eingesetzt hat.“ Besonders hervorgetan hat sich Deutscher mit der Unterstützung von Obdachlosen in der Zeit der großen Depression, für die er auf der Verladerampe der ehemaligen Voitsberger Holzwarenwerke (VOHO) beheizbare Notwohnungen errichten ließ.

Leider haben die Jahre, der Zahn der Zeit, Wind und Wetter und die Zerstörungswut unbesonnener Jugendlicher ihre Spuren hinterlassen. 

Franz Eigner, Künstler

Rund 55 Jahre nach der Errichtung ist das Kunstwerk sanierungsbedürftig. „Leider haben die Jahre, der Zahn der Zeit, Wind und Wetter und die Zerstörungswut unbesonnener Jugendlicher ihre Spuren hinterlassen“, seufzt Eigner. Deshalb haben Hermann Riedl, Helmut Glaser, Siegfried Amtmann und Franz Dampfhofer vom Verein Provinz die Idee gehabt, mit Kunstwerken Geld für die Sanierung zu sammeln.

Acht Siebdrucke

Nach monatelanger Vorarbeit wurde am Donnerstag die Künstleredition mit acht Siebdrucken von weststeirischen Künstlern nach Originalen präsentiert (siehe Infobox). Mit dabei sind auch Werke der verstorbenen Künstler Gerhard Lojen, der ebenfalls am Hans-Deutscher-Spielplatz mitgewirkt hatte, sowie Friedrich Aduatz. Während die Siebdrucke der lebenden Künstler original signiert sind, wurden diese beiden Werke mit dem Nachlassstempel der Künstler versehen.

„Es freut mich, dass wir einen Weg gefunden haben, uns die Kosten für die Sanierung aufzuteilen“, sagte Bürgermeister Ernst Meixner. Die ersten Arbeiten an der Gedenkstätte wurden bereits in Angriff genommen.

Die Hans-Deutscher-Gedenkstätte

Der Spielplatz wurde 1960 unter Mitwirkung von Franz Jakubecki (Architekt), den Malern Franz Eigner, Rudolf Pointner, Gerhard Lojen und Gottfried Fabian, dem Keramiker Emanuel Kolowratnik und dem Plastiker Gerhardt
Moswitzer errichtet.
Der Verein Provinz hat eine Künstleredition mit acht Siebdrucken nach Werken von Friedrich Aduatz, Siegfried Amtmann, Franz Dampfhofer, Friedrich Ehrbar, Franz Eigner, Peter Hauser, Erwin Lackner und Gerhard Lojen aufgelegt. Die Edition mit einer Auflage von 50 Stück kostet 240 Euro, Einzelblätter sind um 40 Euro erhältlich.

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