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Eine Rolle mit Luststock und Rosinen

Seit 50 Jahren backt Theresia Preschan den Pfingststrudel. Ein Brauchtumsgebäck, das es nur im Bezirk Voitsberg gibt und das Geschmacksnerven auf eine interessante Probe stellt.

© Heike Krusch
 

Theresia Preschan ist 75 Jahre alt. An eine Pension denkt sie deshalb aber nicht. Sie habe ja schon immer gearbeitet. Bei sich zu Hause, als Küchenhilfe in der Schweiz und dann beim Preschan in Voitsberg. "Wenn man ins Gastgewerbe einheiratet, bleibt das nicht aus", war die Arbeit in der Küche für sie nie wegzudenken. Und vor allem vor Pfingsten hat sie im Traditions-Gasthaus, das mittlerweile von Enkelin Birgit in vierter Generation geführt wird, eine tragende - oder besser gesagt eine knetende - Rolle. "Die Oma ist für den Pfingststrudel verantwortlich", so die junge Geschäftsführerin. "War sie schon immer, seit ich denken kann."

Voitsberger Strudel

"Seit 54 Jahren bin ich jetzt in Voitsberg", erzählt Theresia Preschan. Anfangs musste sie der Schwiegermutter über die Schulter schauen. "Seit gut 50 Jahren backe ich in selbst." Den Strudel mit Rosinen und Liebstöckl, den es angeblich nur im Bezirk gibt.

Woher das außergewöhnliche Brauchtumsgebäck kommt (Rezept siehe rechts), wissen die Preschan-Damen nicht. "Aber ich nehme einmal an, das Rezept kam von den armen Leuten", meint Theresia Preschan. "Die haben im Frühling halt geschaut, was sie im Garten haben, was gesund ist und sich leicht verarbeiten lässt. Und so ist dann halt der Strudel entstanden", der, wie Preschan weiß, nicht jedermanns Sache ist. "Die Mischung aus süß und pikant mögen nicht alle", lächelt sie. Die eigene Tochter bekommt beispielsweise jedes Jahr einen eigenen Strudel. "Weil sie keine Rosinen mag."

Im Gasthaus, am Stammtisch, im Cafe und für die restlichen Familienangehörigen gibt es aber das Original, rechtzeitig zum Pfingstsonntag. Gebacken wird aber immer schon am Donnerstag. "Weil sich der Strudel luftdicht verpackt ja auch gut hält." Geheimtipps für die Zubereitung braucht es laut Preschan übrigens nicht. "Die Zutaten für den Teig sollten halt alle die gleiche Temperatur haben", sagt die Profiköchin, für die ein Germteig die leichteste Übung ist. "Und ich verwende nur die großen, guten Eier direkt vom Bauern." Und die Frage, warum der "Kuchen" eigentlich Strudel heißt, beantwortet sie auch noch schnell. "Wahrscheinlich, weil er gerollt wird."

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