Zwei Tage arbeiten, fünf Tage frei – eigentlich undenkbar. In der Firma Rondo, ein Wellpappewerk in St. Ruprecht an der Raab, wird jetzt aber neben der Vormittags- und Nachmittags-, sowie der Nachtschicht ein viertes Modell eingeführt. "Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Produktion oder produktionsnaher Arbeitsplätze haben die Möglichkeit, nur am Wochenende zu arbeiten", sagt Geschäftsführer Karl Pucher. Montag bis Freitag haben sie frei.

Wie das geht? "Sie arbeiten 24 Stunden, bekommen aber für 38 Stunden bezahlt. Zuschläge für Wochenende und Sonntage werden berücksichtigt", sagt Pucher. So startet die Arbeitswoche für denjenigen oder diejenige samstags um 6 Uhr. Feierabend ist um 18 Uhr. Sonntags wird von 18 bis 6 Uhr morgens, am Montag, gearbeitet. "Der Mitarbeiter hat also auch den Sonntag über frei", so Pucher.

Karl Pucher, Geschäftsführer der Firma Rondo in St. Ruprecht an der Raab
© Sissi Furgler Fotografie

Grund für das neue Modell sei unter anderem die gute Auftragslage. "Wir wollen die Kapazitäten auch am Wochenende nutzen", sagt Pucher und fügt hinzu: "Wichtig war uns aber, nicht in das gut funktionierende bestehende Schichtmodell einzugreifen." So wurde ein eigener Experte engagiert, der das Modell speziell für den Bereich der Produktion ausarbeitete.

Und hat sich schon jemand gemeldet? "Ja. Zum Beispiel Nebenerwerbsbauern oder Mitarbeiter, die unter der Woche viel Sport machen und unterwegs sein wollen", sagt Pucher. Denn auch für Angestellte der bestehenden Mannschaft soll ein Wechsel in die "neue" Schicht möglich sein. "Wir wollen eine gute Mischung aus neuen und bestehenden Angestellten in dieser Schicht", so der Geschäftsführer. Der geplante Start ist der 1. September dieses Jahres.