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BirkfeldSchüler fühlten Generalsekretär auf den Zahn

Borg Birkfeld lud am Tag des Gymnasiums Dieter Kandlhofer zu einem Vortrag. Als Generalsekretär im Kanzleramt steht er 3500 Beamten vor.

Nach der Diskussion im Borg führte Dieter Kandlhofer gestern am Abend in Birkfeld eine öffentliche © Karin Scherf-Kachelmaier
 

Gespannt sitzen die Schüler der sechsten, siebenten und achten Klassen und lauschen den Worten des Generalsekretärs, der über die Regierungskoordination, den EU-Ratsvorsitz von Österreich und die neue Rolle des Bundeskanzleramtes spricht.

Sollte "was G'scheites" lernen

Zu Beginn erzählt Dieter Kandlhofer über seinen Werdegang. Seine Schulzeit am Borg Birkfeld hat er als lustig in Erinnerung. „Wir waren auch ganz lustige Schüler“, erinnert er sich lächelnd zurück. Nach der Matura und dem Präsenzdienst machte er eine Ausbildung zum Polizisten. Diese Entscheidung fiel eher zufällig. Seine Mutter hatte gemeint, der Bub solle „was G‘scheites“ lernen. Doch schon während seiner Ausbildung begann er sein Jus-Studium. Nach Abschluss des Studiums stieg er schnell die Karriereleiter hinauf. Bis ihn Bundeskanzler Sebastian Kurz in seinen Wahlkampf involvierte und ihn nach der Wahl als Generalsekretär einsetzte.

Was man sich vornimmt, kann man schaffen. Das gilt auch für Sie!

Dieter Kandlhofer

Kandlhofer ermuntert die Schüler: „Auch Sie können das schaffen! Was man sich vornimmt, kann man schaffen, das gilt auch für Sie“, gibt er ihnen auf den Weg mit. Dann erzählt er über die Regierungskoordination, erklärt, wie ein Ministerrat funktioniert, wie Regierungsbeschlüsse gefasst werden, welche Rolle Österreich als EU-Vorsitz-Land spielt. Immer wieder bezieht er die Schüler ein. „Wie heißt die Präsidentin des Verfassungsgerichtshofs?“, will er wissen. „Ich bin ja in der Schule, da darf ich fragen“, rechtfertigt er sich lächelnd.

Schüler hatten viele Fragen

Nach seinen Ausführungen dürfen die Schüler Fragen stellen. Und das tun sie, durchaus kritisch. „Die ÖVP spricht sich für ein starkes Europa aus. Wie passt es da zusammen, dass die ungarische Fidesz von Orban mit in der europäischen EVP ist, wo Orban ja durchaus europakritisch eingestellt ist?“, fragt ein Schüler. Kandlhofer erklärt ehrlich, dass es da um Stimmenmehrheiten geht, die EVP quasi die Fidesz-Stimmen braucht.

Eine Schülerin hat ihre Frage genau vorbereitet. „881.692 Stimmen gab es für das „Don’t Smoke“-Volksbegehren. Warum gibt es keine Volksabstimmung?“ Kandlhofer beruft sich auf das Regierungsprogramm. „Was ausgemacht ist, muss man halten“, erklärt er. Dennoch ist er überzeugt, dass es künftig auch hier ein Umdenken geben wird.

881.692 Stimmen gab es für das Don’t smoke-Volksbegehren. Warum gab es keine Volksabstimmung?

Eine Schülerin

Die Schüler scheuen sich auch nicht, private Fragen zu stellen. „Wir waren Sie als Schüler? Wie war Ihr Notenschnitt“, will jemand wissen. Kandlhofer lacht und bezeichnet sich als durchschnittlich. „In Latein war ich gut, Mathematik war nicht meine Stärke“, gibt er zu. Apropos Mathematik. „Wird die Mathematik-Matura geändert? Es wurde darüber berichtet, aber wir wissen nichts Konkretes“, möchte eine Maturantin wissen. Kandlhofer zögert. „Es gibt Überlegungen, mehr kann ich noch nicht sagen“, vertröstet er sie. Fragen hätten die Schüler noch einige, aber nach zwei Stunden läutet die Glocke. Die Schüler müssen zum Bus, während Kandlhofer zur nächsten Diskussion geht.

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