Unwetter in Gasen "Bitte, lieber Gott, lass das aufhören!"

Gasen im Bezirk Weiz wurde schon wieder von einem Unwetter getroffen. Aber man will sich nicht unterkriegen lassen: "Wir halten zusammen."

Unwetter Nr. 5
Wieder ist in Gasen Aufräumen angesagt. © Ofner
 

Vom Berg herunter sind die Wasser- und Schlammmassen auf unser Haus zugeströmt. Eine Scheibe ist zerborsten. Auf unserer Terrasse lag eine 30 Zentimeter dicke Schlammschicht“, schildert Franz Pöllabauer aus der Gemeinde Gasen mit ernstem Blick, während die Feuerwehr seine Hauszufahrt reinigt.

Nach den schweren Unwettern heuer im Juni wurde der Ort im Bezirk Weiz erneut von Unwettern mit Starkregen und Hagelschauern schwerst getroffen. Bürgermeister Erwin Gruber, der seit Freitagabend praktisch im Dauereinsatz ist, kann es kaum glauben: "Wir sind gerade mit den Sanierungsarbeiten nach dem letzten großen Sturm fertig geworden, und jetzt hat es uns schon wieder erwischt."

Bis zu 100 Liter

80 bis 100 Liter Regen pro Quadratmeter sind laut Gruber am Freitag binnen nur einer Stunde in der Ortschaft gefallen. Der Mitterbach und der Gasenbach, die im Ortszentrum ineinander münden, führten Hochwasser. Überschwemmungen im gesamten Ortskern waren die Folge.

"Als ich zum Einsatz nach Gasen gekommen bin, war ich völlig schockiert. Wohin ich auch geblickt habe, überall war nur Wasser", berichtet Anton Zink von der steirischen Wildbach- und Lawinenverbauung. Sofort habe er sich an die dramatischen Ereignisse im Jahr 2005 erinnert, als bei einem Unwetter zwei Menschen ums Leben kamen. "Auch wenn dieses Mal Gott sei Dank niemand verletzt wurde, das Unwetter war meiner Meinung nach sogar noch heftiger als vor 13 Jahren."

Hangrutschungen

Acht Häuser standen am Freitag zeitweise unter Wasser. Drei Brücken, zwei davon für Fußgänger, wurden weggespült. Eine Straße ist teilweise eingebrochen. Ein Anwesen durfte gestern noch immer nicht betreten werden, weil Hangrutschungen drohten. "Doch in Gasen halten wir zusammen“, fand Bürgermeister Gruber auch etwas Positives.

100 Feuerwehrmänner und Freiwillige setzten am Wochenende alles daran, zumindest die schlimmsten Schäden zu beseitigen. "Besonders wichtig war es, die Verklausungen an den Geschiebesperren zu entfernen", erklärt Gruber.

Schauplatz

Die Gemeinde Gasen im Bezirk Weiz war in den vergangenen Jahren Schauplatz schwerer Unwetter. 2005 riss eine Mure einen Mann mit in den Tod.
2016 wurde die Landesstraße nach heftigen Regenfällen von einer Mure versperrt.
Zuletzt hat Mitte Juni ein schweres Unwetter der Gemeinde zugesetzt.

Ab Montag Woche soll zudem das Bundesheer (wieder) unterstützend eingreifen: Konkret soll es die Bachläufe freilegen, einen Hang abstützen und eine Behelfsbrücke aus Stahl bauen.

Beten

All das ist natürlich auch im zentral gelegenen Gasthaus Willingshofer Gesprächsthema. "Bei uns ist das Wasser durch die Türe hereingeflossen", schildert Senior-Chefin Gertrude Schernthaner, die mit Gästen an einem Tisch sitzt. "Ich bin einfach nur noch traurig. Ich habe wirklich Angst um mein Hab und Gut."

Fast jährlich gebe es in dem Dorf, das zwischen steilen Hängen gelegen ist, schwere Überschwemmungen und Murenabgänge. "Ich bete: Bitte, lieber Gott, lass das endlich aufhören!"

Kommentare (7)

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Katie_001
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Vielleicht mal vorher Nachdenken!?!

Schon sehr makabere Beiträge von Euch allen. Ich denke das ist absolut unpassend hier. Ich glaub ihr würdet das auch nicht gerade lustig finden, wenn euer Zuhause unter Wasser steht oder euer Keller von einer Schlammlawine begraben ist. Zum Glück ist keinen Menschen was passiert. Alles gute und viel Kraft den betroffenen bei den neuerlichen Aufräumarbeiten. Und hoffentlich geht das mit dem geplanten Hochwasserschutz endlich voran, das ihr alle nicht mehr ständig Angst haben müsst sobald ein Gewitter aufzieht!!

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Phoenix198
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Es

ist auch unpassend, einen Gott zu bitten, das zu beenden. In der Zeit könnte man etwas Sinnvolles machen.

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zyni
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Hoffe die Schäden werden zu

100 % vom Katastrophenfond abgedeckt.

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Phoenix198
21
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Zu

"Gott" zu beten, dass es aufhört, hat keinen Sinn. Er könnte ja verhindern, dass überhaupt so etwas passiert, allerdings müsste er dafür auch existieren. An Katastrophen wie dieser sieht man, dass es nur drei Möglichkeiten gibt:

1) Gott existiert nicht
2) Er existiert, aber das Schicksal der Menschen ist ihm egal
3) Er existiert, die Menschen sind ihm nicht egal, aber er hat nicht die Macht, etwas zu bewirken.

Wie auch immer, alle drei Möglichkeiten sprechen nicht unbedingt für ihn.

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gerbur
30
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@Phoenix198

Genausogut könnte man die Unwetter als späte Rache des Herrgotts für die Musik der Stoakogler halten.

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zyni
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Nein, diese Musik

sollte ja böse Geister vertreiben 😅

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Phoenix198
9
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Wie

gesagt, dazu müsste erst eine Götterfigur existieren

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