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1 Jahr Gemeindefusionen

Die Streber bei den Zusammenlegungen

St. Veit am Vogau, St. Nikolai ob Draßling und Weinburg fusionierten vor einem Jahr freiwillig.In der Großgemeinde hat man einiges vor - touristisch und wirtschaftlich.

Der neue Vorstand der Fusionsgemeinde St. Veit in der Südsteiermark: Bürgermeister Manfred Tatzl (Mitte) mit Georg Pock, Harald Schögler, Gerhard Rohrer und Rudolf Reinprecht
Der neue Vorstand der Fusionsgemeinde St. Veit in der Südsteiermark: Bürgermeister Manfred Tatzl (Mitte) mit Georg Pock, Harald Schögler, Gerhard Rohrer und Rudolf Reinprecht © Gde. St. Veit
 


Gut 800 Leute aus allen Teilen der neuen Großgemeinde St. Veit in der Südsteiermark pilgerten im Vorjahr gemeinsam nach St. Nikolai ob Draßling. Dort feierten die Nikolaier, Leitersdorfer, Lipscher, St. Veiter, Labuttendorfer, Siebinger und all die anderen Bürger aus den insgesamt 27 Ortschaften 600 Jahre St. Nikolai. Und ein bisserl auch sich selber.
Würstel, Bier und andere Getränke gingen auf die neue Großgemeinde. Fusionsprämien des Landes für ein Zeltfest der Bürger? „Nein“, winkt Bürgermeister Manfred Tatzl (ÖVP) ab. Aber das Miteinander sei in der neuen Großgemeinde wichtig, außerdem hätte man in den letzten Jahren in allen drei Teilgemeinden gut gewirtschaftet.
Die beiden Leibnitzer Gemeinden St. Veit am Vogau und St. Nikolai ob Draßling sowie Weinburg (ehemaliger Bezirk Südost-steiermark) gehörten zu den Vorreitern und Musterschülern bei den Fusionierungen. Bald, nachdem in Graz die Strukturreform bekannt gegeben wurde, trafen sich die Mandatare aus den drei Gemeinden im alten Kultursaal. Ein neutraler Koordinator, Alexander Bäck, wurde bestellt.
Proteste gegen die Fusionen? Verfassungsrichter? Fehlanzeige. Stattdessen wurden in einigen Ortschaften gar Unterschriften für eine Zusammenlegung gesammelt. „Es herrschte von Anfang an eine gute Stimmung, alle hatten das Gefühl, mit im Boot zu sein“, erinnert sich Manfred Tatzl.


Wohnen und Arbeiten


Und heute? Man zählt etwa 4200 Einwohner, 85 Vereine, neun Feuerwehren, je drei Kindergärten und Volksschulen. „Die Energie ist bei uns gewaltig“, freut sich Manfred Tatzl. Er wurde im Vorjahr zum neuen (alten) Bürgermeister gewählt. Seine vorherigen Kollegen Susanne Lucchesi Palli (Weinburg) und Josef Pratter (St. Nikolai) schieden aus der Politik aus. Mit dabei im neuen Gemeindevorstand sind dafür Gerhard Rohrer (ÖVP/St. Nikolai), Harald Schögler (SPÖ/St. Veit), Georg Pock (ÖVP/Weinburg) sowie Rudolf Reinprecht (FPÖ/St. Nikolai).
Man hat in St. Veit, flächenmäßig die zweitgrößte Gemeinde im Bezirk, einiges vor: „Wir wollen unseren Standort als Wohnsitz- und Industriegemeinde weiter ausbauen“, so der neue Kassier Georg Pock. Die Nähe zur Bezirksstadt und zur Autobahn seien ein großes Plus, man hätte Gründe für Wohnbau und Gewerbe.
Außerdem will man verstärkt auf den Tourismus setzen. Tatzl und Pock schwebt etwa eine Art Feinkostladen mit Spezialitäten aus der Region vor - ob im Ortskern (in der früheren Schlecker-Filiale) oder beim Kreisverkehr, ist noch offen. Im Zentrum soll demnächst eine Psychiatriepraxis eröffnet werden, in St. Nikolai ist eine neue Kulturhalle geplant. Das Projekt „Genuss am Fluss“ könnte Richtung Slowenien erweitert werden, der Sugaritzwald für sanften Tourismus genützt werden. Visionen, Ideen gibt es einige. „Wir haben viele Möglichkeiten“, freut sich Pock, im Zivilberuf Bierbrauer.
Auch eine Sternwanderung wird es am Nationalfeiertag wieder geben, vielleicht nach Weinburg. Ob die Gemeinde da wieder Würstel und Bier spendiert, steht noch nicht fest.

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