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St. Johann im Saggautal

Ehemaliger Schwarzbau ist jetzt legal

Die Causa um einen nicht genehmigten Umbau in St. Johann im Saggautal ist vorerst abgeschlossen. Mit über einem Jahr Verspätung kam es nun zur Bauverhandlung. Das Klima zwischen Bauherrin und Bürgermeister bleibt frostig. Von Wilfried Rombold

Das umstrittene Objekt in St. Johann im Saggautal
Das umstrittene Objekt in St. Johann im Saggautal © privat
 

Das Leben im Schwarzbau ist für Daniela Passenegg aus St. Johann im Saggautal endlich vorbei. Fast ein Jahr, nachdem sie ihr Einfamilienhaus ohne Bescheid aus- und umbauen hatte lassen, fand kürzlich die Bauverhandlung statt. Am Donnerstag erhielt sie die lang ersehnten Unterlagen.

Im August hatten wir über den Fall der alleinerziehenden Mutter, der in St. Johann für ziemlichen Wirbel gesorgt hatte, ausführlich berichtet. Noch einmal die Vorgeschichte: Im Zuge einer dringend notwendigen Sanierung wollte Passenegg das Dachgeschoss ihres Hauses bewohnbar machen. Nach positiver Beurteilung durch den Gestaltungsbeirat reichte sie die Pläne bei der Gemeinde ein und verließ sich – nach eigener Aussage – auf die Zusage von Bürgermeister Johann Schmid zu einer baldigen Bauverhandlung.

Im Sommer erhielt Daniela Passenegg einen Beseitigungsauftrag
Im Sommer erhielt Daniela Passenegg einen Beseitigungsauftrag Foto © Wilfried Rombold

Doch die blieb aus. Und die Bauherrin sah sich im Jänner gezwungen, trotz fehlender Erlaubnis den bereits erteilten Bauauftrag von ihrem Zimmerer ausführen zu lassen. Die Auseinandersetzung zwischen Passenegg und Schmid wurde immer heftiger und ging auch tief ins Persönliche.

Handschlag

Bei der Bauverhandlung Ende Oktober kam es zwar zum Handschlag zwischen den beiden, von Versöhnung ist aber keine Rede. „Ich hatte vorher nichts mit ihr zu tun, und da wird sich auch jetzt nichts ändern“, sagt Schmid. Dass das Verfahren so lange gedauert hat, schreibt er der Säumigkeit der Bauwerberin zu. „Wären alle Unterlagen, die wir angefordert haben, rechtzeitig eingelangt, wären wir schneller gewesen.“ In der Zwischenzeit habe er genug andere Verfahren positiv abgewickelt „weil diese Bauwerber mittun.“ Auch den ausführenden Zimmerermeister kritisiert Schmid. Dieser habe trotz seiner Zusage, es nicht zu tun, mit den Arbeiten begonnen. Persönlich sei er weiterhin der Ansicht, dass das in die Höhe ausgebaute Einfamilienhaus nicht in die Gegend passe.

Gemeinde St. Johann Buergermeister Johann Schmid, St. Johann im Saggautal
Bürgermeister Johann Schmid © Gemeinde St. Johann

Passenegg kam die Geschichte jedenfalls teuer zu stehen. Neben einer Verwaltungsstrafe von 980 Euro und zusätzlicher Anwalts- und Gutachterkosten fiel sie um den Handwerkerbonus und um Förderungen von mehreren Tausend Euro um. „Ich versuche diese nochmals einzureichen“, macht sie sich selbst Mut. Gesundheitlich und psychisch habe ihr das letzte Jahr stark zugesetzt, auch nach dem positiven Ausgang fühle sie sich noch angeschlagen. Dennoch stieß Passenegg nach der Bauverhandlung mit ihren Nachbarn an. „Mir ist es extrem wichtig, ihnen zu danken. Sie standen die ganze Zeit hinter mir“, richtet sie ihren Nachbarn aus.

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In Einem hat der Bürgermeister recht:

Viele dieser Häuser passen nicht ins Landschaftsbild. Aber wenn man wo anders "JA" sagt, dann muss man der Gerechtigkeit halber überall ja sagen und sich nicht die Rosinen herauspicken.

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