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Krisenintervention

Dieses Ehrenamt hatte Herr Pfarrer schon lange im Sinn

Der Deutschlandsberger Stadtpfarrer István Holló arbeitet nun als freiwilliger Helfer beim Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes. Ganz voneinander zu trennen sind die beiden Tätigkeiten für ihn aber nicht. Von Wilfried Rombold

Istvan Hollo
István Holló ist seit 2013 Pfarrer in Deutschlandsberg © Wilfried Rombold
 

Ihren Stadtpfarrer István Holló kennen die Deutschlandsberger als sportlichen und musikalischen Mitbürger. Der Ungar widmet sich aber auch einer weniger bekannten, durchwegs ernsten Aufgabe. Seit Kurzem gehört er als freiwilliger Mitarbeiter dem Kriseninterventionsteam (KIT) des Roten Kreuzes Deutschlandsberg an. Das kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn Menschen Angehörige durch tragische Umstände verlieren.

Im Sinn hatte Holló dieses Ehrenamt schon lange. Als er noch Kaplan in Knittelfeld war, kam er über Bezirksstellenleiter Markus Schöck zum Roten Kreuz und war als Kurator tätig. „Ich wollte aber mehr tun, als nur Segnungen und offizielle Anlässe bestreiten“, so der Pfarrer. Doch die Vorbereitungskurse für seine erste eigenständige Leitung einer Pfarre nahmen viel Zeit in Anspruch, so dass er seine Ambitionen vorerst aufschieben musste.

Stabilität

Voraussetzung für die Arbeit als Krisenhelfer ist die eigene psychische Stabilität. Diese wird im Zuge der achttägigen Ausbildung von Fachleuten überprüft. Darüber hinaus sind keine Fachkenntnisse notwendig. Man lernt im Kurs Handlungsmöglichkeiten für verschiedene Formen von akuten Krisen und kann diese in Rollenspielen festigen. „Wir legen viel Wert darauf, wie unsere Worte bei anderen wirken. Denn ich kann etwas gut meinen, aber gerade Menschen in Krisensituationen verstehen das anders.“

 

Zur Person

István Holló wurde 1982 im Nordwesten Ungarns geboren. Nach der Matura begann er sein Theologiestudium, das er an der KFU Graz abschloss.

2009 wurde er im Grazer Dom zum Priester geweiht.

Er war Kaplan in Knittelfeld-Spielberg und in Trofaiach-Vordernberg. Seit 2013 leitet er die fünf Pfarren des Pfarrverbands Deutschlandsberg.

Noch hatte István Holló keinen echten KIT-Einsatz zu absolvieren. Aber er weiß, dass es durchaus zu einer Gratwanderung werden könnte.  „Natürlich komme ich dort nicht als Amtsträger der Kirche hin, sondern als ehrenamtlicher Mitarbeiter des Roten Kreuzes. Wobei viele Leute mit religiösen Hintergrund gerade in Notsituationen die Unterstützung aus dem christlichen Glauben haben.“ Ob er dann auch zu einer gänzlich anderen Wortwahl greift? „Sicher komme ich nicht mit einer theologischen Argumentation“, antwortet der Pfarrer. „Aber wenn jemand danach fragt, ist es was anderes.“

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