Zu jener Zeit, als der Aberglaube noch stark verbreitet war und den grausamen Hexenprozessen steiermarkweit Hunderte Menschen zum Opfer fielen, kam es in Deutschlandsberg zu einem mysteriösen Gerichtsprozess. 1629 behauptete ein Bäckerlehrling, dass ein „Schratl“ nachts beim Schlafzimmerfenster der Bäckermeisterin Pronegg hineingekrochen sei. Als „Schratl“ oder „Schrat“ bezeichnete man damals einen Kobold, dem man allerlei Unheil zusprach. Hörte man die Hühner etwa in der Nacht, so hieß es, ein „Schratl“ hätte sie geritten. Schützen konnte man sich vor dem Quälgeist nur durch die Zweige der Stechpalme. Die Behauptung des Bäckerlehrlings brachte die Bäckermeisterin vor Gericht.