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HAK Deutschlandsberg„Schmutzige“ Lehrlinge vs. „schwächliche“ Schüler

Was denkt ein Schüler über einen Lehrling – und umgekehrt? Michael Wippel, Alexander Wildbacher und ihre „Vorurteile“. Achtung: Ironie.

Lehrling vs Schüler
Lehrling vs Schüler © Thomas Wieser
 

Schülerklischee 1: „Frühere Lehrlinge verdienen später einmal viel weniger Geld.“
Teils, teils. Auch Lehrlinge haben gute Chancen auf einen Berufsaufstieg. Bis ein Student in das Arbeitsleben einsteigt, hat ein Ex-Mechatroniklehrling bereits bis zu 250.000 Euro verdient. Schlussendlich steigen viele Akademiker aber besser aus.

Schülerklischee 2: „Lehrlinge sind zu viel mit Erwachsenen zusammen.“
Falsch. Oft werden in Betrieben mehrere Lehrlinge gleichzeitig ausgebildet. Dadurch sind sie am Arbeitsplatz viel mit Gleichaltrigen in Kontakt. Außerdem treffen sie in der Berufsschule andere junge Leute. Zudem gibt es ja noch ein Privatleben.

Schülerklischee 3:  „Lehrlinge müssen schon früh zu viel Verantwortung tragen.“
Nicht wahr. Lehrlinge werden von Anfang an von den Ausbildern bei ihren Arbeiten unterstützt. Im Laufe der Zeit werden ihnen öfter eigene
Aufträge erteilt. Alleine gelassen werden sie aber nie, schon im ureigenen Interesse der Firmen.

Schülerklischee 4: „Lehrlinge müssen oft schwere, schmutzige Arbeiten erledigen.“
Immer weniger. Schwere und schmutzige Arbeiten gehen zurück. Firmen investieren stark in Maschinen und neue Technologien, die Digitalisierung ist immens. Maurer und Zimmerer wird man aber auch in Zukunft brauchen.

Zur Person

Michael Wippel (17) aus Unterpremstätten besucht
den vierten Jahrgang der HAK Deutschlandsberg. Berufserfahrung: Er absolvierte ein Ferialpraktikum beim Angelcenter in Graz.
Hobbies: Musik, Sport, Fischen und Fitnessstudio.

Lehrlingsklischee 1: „Schüler sind nicht gut auf ein späteres Berufsleben vorbereitet.“
Stimmt bedingt. Um eine berufsbildende höhere Schule abzuschließen, werden Praktika benötigt – in der HAK 300 Stunden, in der HTL acht Wochen. Schüler einer AHS haben kein Pflichtpraktikum, oft aber schon Ferialjobs hinter sich.

Lehrlingsklischee 2: „Schüler sind zu lange finanziell von ihren Eltern abhängig.“
Nicht alle. Viele Schüler arbeiten neben der Schule, um zusätzlich Taschengeld zu verdienen und mehr für sich zu haben. Natürlich wird kaum ein Schüler zuhause Miete, Strom oder Wasser bezahlen. Andererseits müssen das wohl auch viele Lehrlinge nicht tun.

Lehrlingsklischee 3: „Viele angehende Maturanten glauben, sie sind etwas Besseres.“
Kommt drauf an. Es hängt sehr von der Persönlichkeit ab. Es gibt sowohl Schüler als auch Lehrlinge, die überhebliche Angeber sind. Die meisten Schüler schätzen aber gewiss die Ausbildung der Lehrlinge. Und gewiss auch umgekehrt.

Lehrlingsklischee 4: „Schüler sind durch das viele Sitzen körperlich schwächer.“
Typisches Klischee. Viele Schüler betreiben in ihrer Freizeit Sport. Außerdem müssen Schüler am wöchentlichen Turnunterricht teilnehmen. Es kommt aber, wie immer, auf Einzelinteressen an.

Zur Person

Alexander Wildbacher (19) aus Schwanberg ist Mechatroniker-Lehrling bei TDK in Deutschlandsberg (drittes Lehrjahr).
Berufserfahrung: Auslandspraktikum bei der Firma SGS Italia, bereitet sich neben der Lehre auf die Matura vor.
Hobbies: Sport, Fitnessstudio.

 

 

 

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