Von Fall zu FallNach Prügelei entschuldigt

Erst gingen die Eltern im Café aufeinander los, dann auch noch zu Hause.

Bezirksgericht Deutschlandsberg © Barbara Kluger
 

In jungen Jahren eine Familie zu gründen, ist nicht immer leicht. Das zeigt der Fall eines ehemaligen Paares aus dem Bezirk Deutschlandsberg, das sich erst liebte, dann nicht mehr, dann doch wieder und aktuell wieder nicht. So weit, so gut – so geht es schließlich vielen Paaren. In diesem speziellen Fall kam aber eben vor zweieinhalb Jahren eine Tochter zur Welt und somit mit ins Spiel. Getrennte Wege zu gehen ist dadurch für die beiden ausgeschlossen. Wie man mit diesen Voraussetzungen umgeht, ist natürlich eine andere Sache. In diesem Fall endete der gemeinsame Umgang mit körperlichen Verletzungen, für die sich beide nun vor Gericht verantworten mussten.

Dazu kam es so: Sie (23) und er (26) waren gemeinsam in einem Café, als es unter Alkoholeinfluss und zu morgendlicher Stunde zu einer Auseinandersetzung und schließlich zu Handgreiflichkeiten kam. Er verletzte sie, sie ihn ebenfalls. Eine weitere Handgreiflichkeit folgte im – zu dem Zeitpunkt – gemeinsamen Zuhause. Es folgten Anzeigen, ein Betretungsverbot für sechs Monate wurde gegen ihn ausgesprochen.
„Ihr müsst’s eine Linie finden, denn ihr habt ein Kind“, sagt die Bezirksrichterin. „Dass ihr nicht miteinander könnt, darf nicht das Problem eurer Tochter sein.“ Sie bietet den beiden ausnahmsweise einen Tatausgleich an.

70 Euro Pauschalgebühr für jeden im Diversionsverfahren plus eine Entschuldigung im Gerichtssaal – damit sind die beiden einverstanden. „Dann gebt euch die Hand und sagt: ‘Es tut mir leid’“, was beide prompt und nicht ohne Emotionen machen. Auch der Schmerzensgeldforderung über 500 Euro kommt der 26-Jährige nach. Damit ist das Verfahren endgültig eingestellt. Seine Tochter wird er übrigens bald wieder regelmäßig sehen dürfen.

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