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Wegen der SchneemassenDach drohte einzustürzen: Supermarkt wurde evakuiert

Großeinsatz der Feuerwehren heute Abend im südsteirischen Leutschach: Der Unimarkt wurde wegen Gefahr im Verzug evakuiert. Dach drohte wegen der Schneemassen Einsturzgefahr. Feuerwehrleute schaufelten den Schnee hinunter.

Großeinsatz in Leutschach
Großeinsatz in Leutschach © FF Leutschach
 

Starker Schneefall heute Nachmittag in der Südsteiermark - und Gefahr im Verzug beim Supermarkt in Leutschach. Rund 80 Zentimeter Schnee lagen am Flachdach des Supermarktes. Die Feuerwehr wurde alarmiert, um das Dach abzuschaufeln. Ein Statiker wurde kontaktiert. Gegen 17 Uhr beschloss schließlich Einsatzleiter Willi Trunk, den Supermarkt zu evakuieren. Rund 25 Personen mussten den Markt verlassen.

Danach begannen rund 50 Feuerwehrleute, das Dach mit Schneewippen händisch abzuschaufeln. Eine anfangs angeforderte Schneefräse kam auf dem glatten Blechdach kaum zum Einsatz. Die Feuerwehrleute schaufelten die Schneemassen bis in die Abendstunden hinunter. Eine schweißtreibende Arbeit bei bitterkalten Temperaturen auf dem rund 500 Quadratmeter großen Dach.

Das die Evakuierung die richtig Entscheidung war, stellte sich auch während des Einsatzes heraus. Aufgrund der Erschütterungen auf dem Dach löste sich im Inneren des Marktes eine Lampe. Diese stürzte auf den Boden. Verletzt wurde niemand.

Übrigens: Schon am früheren Nachmittag musste die Feuerwehr Leutschach ebenfalls ausrücken, um das  Dach eines Einfamilienhauses bei Schloßberg abzuschaufeln. "Wir haben in unserem Einzugsgebiet 1800 Häuser. Hoffentlich geht das nicht so weiter", so Trunk.

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Aurelia22
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So etwas..

passiert halt nur bei einem Flachdach. Man sollte schön bei den normalen Dächern bleiben, aber manche wissen eben immer alles besser.

dukostmi
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Ich hab auch schon Satteldächer abgeschaufelt.

Aber nur jene, deren First quer zur Windrichtung gebaut wurde. Dann bleibt auf der windabgewandten Seite viel liegen. Sind meist jüngere Häuser. Die alten stehen längs der Windrichtung, da bleibt kaum was oben. Früher hat man eben mehr nach praktischen Gesichtspunkten gebaut als nach der Optik.

paulrandig
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Aurelia22

Flachdächer können auch Vorteile haben:
Unempfindlicher für Wind, Besser begehbar für Technikinstallationen, bepflanzbar, langsamerer Regenabfluss, viel flexibler, was den Grundriss betrifft.
Aber prinzipiell stimme ich zu: Der Charakter eines Gebäudes ist ein ganz anderer, und die Ausführung birgt viel mehr Risiken.

pescador
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.

Warüm müssen Männer der freiwilligen Feuerwehr das Dach einer Supermarktkette abschaufeln? Als billige Arbeitskräfte sollten sich diese Männer nicht missbrauchen lassen. Dafür ist ihre Arbeit zu wertvoll.

paulrandig
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pescador

Das stimmt, in gewisser Weise.
Wenn das Dach für eine Schneelast von 84 kg/m² ausgelegt ist (das Minimum in Österreich), sollte es 80cm frisch gefallenen Schnee aushalten. Mit 100% Reserve, gleichzeitigem leichten Erdbeben und starkem Wind.
Nun wird der Schnee mit der Zeit schwerer, nimmt Wasser auf, setzt sich, neuer kommt dazu. Dann sind es immer noch 80cm Schnee, aber vielleicht schon über 300kg/m³.
Natürlich sollte der Eigentümer darauf achten, wie sich die Schneelage entwickeln wird und rechtzeitig Maßnahmen ergreifen. Das ist aber fast nie nötig, und ganz genau kann man es vorher nicht wissen. Ist es dann einmal so weit und ist Gefahr im Verzug, wird man niemanden mehr finden, der das so schnell macht, auch gegen Bezahlung nicht. Dann bleibt nur mehr die Feuerwehr oder das Heer.
Ich unterstelle dem Betreiber hier nicht, dass er aus Kalkül gehandelt hat, sondern dass er es mangels Erfahrung übersehen hat. Trotzdem wird er wohl eine Rechnung bekommen, um die sich seine Versicherung kümmern wird. Hat er fahrlässig gehandelt, oder wiederholt sich das, wird die sich schon entsprechend bemerkbar machen.