Geschichten von früher

Kultklub Flavia Solva: Von Bacardi-Kurtl und anderen Legenden

Einst mischte der Verein Flavia Solva im heimischen Fußball auf: Nach turbulenten Jahren zwischen Fast-Aufstieg in die Bundesliga, Hallenturnier-Sieg und zwei Konkursen wollen junge Kräfte den Klub aus Wagna wieder stabilisieren. Kult ist er nach wie vor. Von Matthias Strohmeier

Sorgte für volle Tribünen: Flavia Solva
Sorgte für volle Tribünen: Flavia Solva © Flavia
 

In Frankreich wird gerade der große Fußball zelebriert. Davon ist man in „Flavia Solva“ nicht nur geografisch weit entfernt. Dennoch herrscht auch beim gestrauchelten Kultklub wieder Euphorie. Nach zwei Konkursen 1997 und 2013 startete der heutige Obmann Guido Jaklitsch neu und ist am besten Weg, den Verein wieder zur Größe in der Region zu machen.

Gegründet wurde Flavia 1952
Gegründet wurde Flavia 1952 Foto © Flavia


„Wir wollten den Traditionsverein in neuer Form auferstehen lassen und haben mit null Spielern und null Euro angefangen“, erklärt Jaklitsch. Die Jugend ist das Herz des Vereins: „Wir holen keine Spieler von auswärts, die eigene Jugend und das Vereinsleben zählen.“ Von den finanziellen Abenteuern von früher hält man heute Abstand. „Ziel ist, irgendwann wieder in der Landesliga zu spielen. Aber wir wollen nichts überstürzen, das kann auch in zehn Jahren sein.“

Im Vorjahr wurde Flavia Meister
Im Vorjahr wurde Flavia Meister Foto © Flavia


Die Landesliga war lange die Heimat des SV Flavia Solva. Im Jahr 1969 stieg man in die damals dritte Spielklasse auf und blieb dort mit Unterbrechungen bis zum Aufstieg 1981. Gustl Reinspach, gute Seele des Klubs, erinnert sich noch gerne an die alten Zeiten: „Das waren große Duelle gegen Leibnitz und Kaindorf, so etwas gibt es heute nicht mehr.“
Der 74-Jährige kennt den Klub schon sein ganzes Leben lang, als Spieler, Fan und Ehrenamtlicher: „Ich kam mit drei Jahren als Flüchtling nach Wagna und aus dem Flüchtlingslager ist der Klub nach dem Krieg auch entstanden. Die ersten Bälle und Fußballschuhe hatten wir von englischen Soldaten.“

 

SV Flavia Solva: Fußballkult aus dem Süden

Flavia Solva

Der SV Flavia Solva ist einer der steirischen Traditionsfußballklubs.

Matthias Strohmeier

Flavia Solva

Gegründet wurde der Verein 1952.

Matthias Strohmeier

Flavia Solva

1969 stieg der Klub in die damals (drittklassige) Landesliga auf.

Matthias Strohmeier

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1972 schaffte der Verein den Aufstieg in die Regionalliga, damals die zweithöchste Liga in Österreich. Im Bild: Gustl Reinspach, gute Seele des Vereins

Matthias Strohmeier

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1975 wurde das Römerstadion in Wagna eröffnet.

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Flavia Solva

Ein großer Erfolg: Der Gewinn des legendärten Grazer Hallenturniers 1985

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1979 bis 1981 gelangen drei Landesligatitel in Folge.

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1993 und 1995 kam der Klub jeweils in das Cup-Viertelfinale.

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Heute will man mit jungen Kräften (Guido Jaklitsch und Stefan Matic) den Klub konsolidieren

Matthias Strohmeier

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Klicken Sie sich durch ein Kapital steirischer Fußballhistorie...

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Große Zeiten

Die wirklich großen Zeiten des Klubs begannen mit dem Aufstieg im Jahr 1981. Als das magische Dreieck Nessl-Ziegler-Gudelj in der zweiten Liga glänzte, interessierte sich für Sturm und den GAK in der Südsteiermark kaum jemand mehr. 1985 gewann man das Grazer Stadthallenturnier, Kurt Nessl erzielte mit einem Fallrückzieher das Tor des Jahres und der Aufstieg in die Bundesliga war zum Greifen nahe. „Im letzten Spiel gegen Oberwart, die waren schon Fixabsteiger, hätte ein Punkt gereicht, aber wir haben 2:1 verloren“, erzählt Reinspach, der mit hunderten anderen Südsteirern ins Burgenland gepilgert war. Jaklitsch: „Oberwart war unser Cordoba im negativen Sinn.“

Zwei Legenden: Erwin Ziegler und Kurt Nessl
Zwei Legenden: Erwin Ziegler und Kurt Nessl Foto © Flavia Solva


Im Gegensatz zu Flavia Solva haben es einige Spieler des Klubs nach oben geschafft. Legende Kurt Nessl etwa wechselte danach zum GAK. Nur ein verpasster Zug verhinderte ein Engagement in Belgien. Den späteren Nationalspieler Mario Posch hat Ernst Happel persönlich in Wagna gescoutet und nach Innsbruck geholt. Walter Loske, Jungstar der Sechziger, wechselte über den GAK zum FC Brügge. Vom Wagna aus mischten später auch einige Flüchtlinge den amerikanischen Soccer auf.

Geschichte eines Kultklubs

1952: Gründung des Vereins SV Flavia Solva. Bereits zuvor erste Freundschaftsspiele der Flüchtlingsmannschaft
1969: Aufstieg in die drittklassige Landesliga
1972: Aufstieg in die zweitklassige Regionalliga. Nach zwei Jahren wieder Abstieg wegen Ligareform
1975: Eröffnung des Römerstadions. Davor wurde am Gelände des LKH WAgna gespielt
1979-1981: Drei Landesligatitel in Folge und Aufstieg in diezweite Liga
1985: „Tor des Jahres“ durch Kurt Nessl, Sieg beim Grazer Stadthallenturnier und Platz zwei in der Liga - „Drama von Oberwart“
1989: Teilnahme am Mittleren Play-off mit Spielen gegen Sturm und Austria Salzburg
1990: Abstieg in die Landesliga, danach drei Landesligatitel
1993: Rückkehr in die zweite Liga und Pokalviertelfinale gegen Rapid vor 6300 Zusehern
1995: Erneuter Einzug ins Viertelfinale des ÖFB-Cup
1997: Zwangsabstieg nach Eröffnung des Konkursverfahrens
1999 & 2003: Spielgemeinschaft und Fusion mit SV Leibnitz.
2008: Finale im Steirercup
2009: Rückkehr in Regionalliga
2013: Erneuter Konkurs nach zwei Abstiegen
2014: Neugründung aus Jugend des SV Leibnitz und sofortiger Aufstieg aus der letzten Liga im ersten Jahr


Von Starspielern und tausenden Zusehern wie früher ist heute keine Spur mehr. Der große Name, der Zuseherschnitt von 200 und die lautstarke Rote Legion auf den Rängen ist aber immer noch außergewöhnlich, wie Manager Stefan Matic erzählt: „Wenn ich in Salzburg oder Tirol meinen Flavia-Pullover trage, werde ich oft gefragt, wie es dem Verein geht. Man kennt den Klub heute noch in ganz Österreich.“

 

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Danke für Ihr Verständnis.

albertusmagnus
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2
Lesenswert?

Und wer war der

Bacardi-Kurtl?
Dem Text ist nämlich nichts zu entnehmen...

Antworten