AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

Schnecke für Fische

Retznei bekommt Österreichs erste Wasserkraftschnecke.

 

Entsprechend einer EU-Richtlinie muss die "Fischdurchgängigkeit" bei allen größeren österreichischen Fließgewässern bis 2015 wieder hergestellt sein. Das gilt auch für die Sulm in Retznei, wo das zwölf Jahre alte Laufkraftwerk an der Einmündung in die Mur noch keine Fischwanderhilfe bietet.

Dort macht die beengte Lage - das Verbund-Kraftwerk ist eingebettet zwischen der Eisenbahnlinie und dem benachbarten Murkraftwerk - den Bau einer konventionellen Aufstiegshilfe schwierig. Deshalb wurde der Verbund als Betreiber auf eine neue Entwicklung aus Niederösterreich aufmerksam. Und wird noch heuer mit dem Einbau von Österreichs erster Wasserkraftschnecke beginnen - einer für Fische gefahrlosen Aufstiegshilfe, die sogar Strom gewinnt.

"Wir haben 2011 mit der Entwicklung begonnen und in den letzten Jahren eine Testanlage bei uns am Jeßnitzbach betrieben", erzählt Walter Albrecht. Er ist Geschäftsführer der Firma Hydroconnect aus Ybbsitz und Miterfinder der Wasserkraftschnecke. Bei begleitenden Untersuchungen von Forschern der Universität für Bodenkultur habe man sehr gute Bewertungen bekommen und wage sich jetzt an den ersten Echtbetrieb an einem österreichischen Flusskraftwerk.

Die Wirkungsweise erklärt Albrecht so: "Unser System arbeitet nach dem Prinzip der Energie der Lage, wir nutzen das Gewicht des Wassers." Durch die Fischförderschnecke würden die Flussbewohner völlig verletzungsfrei zwischen Ober- und Unterwasser befördert, im Gegensatz zu früheren Techniken. Für den Einbau bedürfe es nur eines hochwassersicheren Betonfundaments, die Montage selbst erfolge innerhalb einer Woche. Noch heuer sollen die Arbeiten dazu in Retznei beginnen, im Jänner die Anlage in Betrieb gehen.

Und die wird auch Strom gewinnen. Dieser wichtige Nebeneffekt sei laut Albrecht vor allem für Kleinkraftwerke interessant, weil durch die vorgeschriebenen Ausleitungen den Turbinen diese Wassermengen fehlen. Mit seiner Technologie könnten die Kraftwerke aber auch bei Niedrigwasser weiter Strom produzieren.

Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung! Kommentieren