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Busunglück 1999

"Überall lagen Trümmer und Tote"

Vor genau 15 Jahren ereignete sich bei Deutschlandsberg ein folgenschweres Busunglück. 18 junge Ungarn verloren dabei ihr Leben. Heute gibt es eine Gedenkfeier, an der auch Überlebende des Unglücks und Angehörige der Opfer teilnehmen werden.

© APA
 

"Diese Bilder kann man nicht vergessen, egal wie viel Zeit verstreicht", ist sich Claus Zotter sicher. Vor genau 15 Jahren war er als Bezirksrettungskommandant von Deutschlandsberg einer der Ersten an der Unfallstelle. Ein voll besetzter ungarischer Autobus war auf dem Rückweg von einem Skiausflug auf der Weinebene kurz vor Deutschlandsberg von der Straße abgekommen. Nach zwei Überschlägen kam er im Hof der Bauernfamilie Wallner vulgo Schwemmhoisl zum Stillstand.

"Der Autobus lag auf dem Dach und war völlig zerstört. Überall lagen Trümmer und Tote. Viele Menschen wurden hinausgeschleudert", erinnert sich Zotter. Wie sich später herausstellen sollte, mussten 18 Jugendliche ihr Leben lassen, 28 weitere wurden zum Teil schwer verletzt und traumatisiert. Das schrecklichste Busunglück, das es je in der Steiermark gegeben hat.

Als Auslöser für die Katastrophe wurden defekte Bremsen und ein Fahrfehler festgestellt. Der ungarische Lenker des fast 20 Jahre alten und desolaten Busses wurde wenige Monate später in Graz zu drei Jahren Haft wegen fahrlässiger Gemeingefährdung verurteilt. Er ging in Berufung, verstarb allerdings 2001 in seinem Heimatland Ungarn.

Gedenkfeier

Von dort stammt auch István Holló, seit letzten Herbst Pfarrer im Pfarrverband Deutschlandsberg. "Dieses Unglück hat die Menschen hier sehr geprägt. Da ich aus Ungarn komme, sprechen sie mich immer wieder darauf an." Das Resultat ist eine zweisprachige Gedenkfeier am heutigen 15. Jahrestag, die der junge Geistliche in Kooperation mit den regionalen Einsatzkräften organisiert hat. Erwartet wird neben einer Abordnung aus der Stadt Köszeg auch der Honorarkonsul der Republik Ungarn, Rudi Roth.

Die Überlebenden des Unglücks und Angehörige der Opfer kommen erst am Sonntag nach Deutschlandsberg. Pfarrer Holló hat seine Landsleute zu einer Gedenkmesse in der Stadtpfarrkirche eingeladen.

An der Unfallstelle selbst erinnert ein schlichtes Kreuz an die schreckliche Katastrophe. Bäuerin Anna Wallner schmückt es regelmäßig mit Blumen und zündet eine Kerze für die Opfer an: "Es war so schlimm, hoffentlich passiert so etwas nie wieder."

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