Bereits mehrfach angezeigt20-Jähriger lieferte sich Verfolgungsjagd mit der Polizei

Falsches Kennzeichen, nicht zugelassener Pkw, kein gültiger Führerschein: Ein 20-Jähriger wollte sich in Bad Gleichenberg einer Polizeikontrolle entziehen und stieg aufs Gas. Polizei sucht Zeugen.

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Ausgangspunkt der Raserei: Der Kreisverkehr in Bad Gleichberg © Screenshot/Google Maps
 

Der blau lackierte VW Passat sprang der Polizeistreife ins Auge – und wohl auch umgekehrt. Der 20-jährige Autolenker stieg aufs Gas, als er das Polizeiauto bemerkt hatte und raste durch das Ortsgebiet von Bad Gleichenberg.

Die Polizei nahm die Verfolgung auf, trotz Blaulicht und Folgetonhorn machte der Lenker jedoch „keine Anzeichen, anzuhalten“, wie es seitens der Polizei heißt. Mehr noch: Durch die äußerst aggressive Fahrweise wurden auch andere Verkehrsteilnehmer gefährdet, darunter auch Fußgänger mit Kinderwagen.

Es stellte sich heraus: Der 20-jährige Lenker wurde bereits mehrmals angezeigt

Um die Situation nicht weiter eskalieren zu lassen, brach die Polizei die Verfolgung ab. Der Lenker konnte aber wenig später „aufgrund von erlangten Hinweisen“ ausgeforscht werden. Und da zeigte sich auch der Grund für das Fluchtverhalten: Der 20-Jährige, der aus dem Bezirk Liezen stammt, hatte „keine gültige Lenkerberechtigung“, der blaue VW Passat war nicht zum Verkehr zugelassen und hatte ein gestohlenes Kennzeichen montiert.

Und: Der Bursche war bereits „von unterschiedlichen Dienststellen“ wegen „ähnlich gelagerter Delikte“ mehrmals angezeigt worden. Am Freitagabend ist eine weitere Anzeige hinzugekommen.

Polizei sucht nun Zeugen und Betroffene

Die Polizei sucht nun Zeugen und weitere Personen, die durch die rasante Fahrt des 20-Jährigen gefährdet wurden. Begonnen hatte die Verfolgungsjagd am Freitagnachmittag gegen 16 Uhr im Bereich des Kreisverkehrs Schulstraße/Mailandbergstraße. Laut Polizei verließ der junge Lenker den Kreisverkehr „äußerst rasant“, bog in die Albrechtstraße ein, beschleunigte stark und raste durch das Ortsgebiet.

Hinweise werden erbeten an die Polizeiinspektion Bad Gleichenberg unter der Telefonnummer 059 133/6121.

Kommentare (7)
Akronos
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Scheinbar hatte er eine Maske auf...

... sonst wäre er abgeführt worden.

deCamps
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Mir ist unklar und nicht nachvollziehbar, das hier keine andren Maßnahmen gesetzt werden.

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Selbstverständlich gibts auch bei "Falsches Kennzeichen, nicht zugelassener Pkw, kein gültiger Führerschein" in der Kausalität die Gemeingefährdung (ellenlang die Verurteilungen aus den letzten Jahrzehnten. (Nachzuschlagen nachzulesen).
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Keine Haftung und Versicherungsschutz für Sach- und Personenschäden, Urkundenfälschung (falsches Kennzeichen) und generell eine strafrechtliche Gemeingefährdung durch diese Verhaltensweise. Da gibts schon Möglichkeiten für strafrechtliche Konsequenzen.
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Aus erster Adresse kenn ich ein extremes Urteil 70x fahren ohne Lenkerberechtigung. Nach "unzähligen" verwaltungsrechtlichen Strafverfügungen, fand sich dann ein zuständiger Konzeptbeamter der eine ausführliche und akzentuierte Anzeige beim Strafgericht einbrachte. 4 Jahre Haft ua. Wegen Gemeingefährdung. Ich lernte diesen Menschen und seine Aktenlage kennen. Ersatzfreiheitsstrafen wurden früher "sofort" nach Nichtbezahlung vollzogen.
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Das Verwaltungsstrafrecht legt fest: Treffen mehrere Verwaltungsübertretungen zusammen, dann sind die Strafen nebeneinander zu verhängen. Diese Regelung nennt man Kumulationsprinzip (zu finden in § 22 des Verwaltungsstrafgesetzes (VStG). Und wenn er nicht zahlen kann und die Strafen uneinbringlich sind, dann kann die Ersatzfreiheitsstrafe verhängt werden.
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Manches in diesem Land kann ich nicht mehr verstehen noch begreifen, vom nachvollziehen ganz zu schweigen. Braucht es wieder eines Toten? Das hier nur eine Frage der Zeit ist.

deCamps
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Es gibt immer wieder strittige Höchstgerichtsentscheidungen.

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Der Verwaltungsgerichtshof hat eines Tages festgestellt, dass vor dem Vollzug von Ersatzfreiheitsstrafen (egal ob verwaltungs- oder strafrechtlich) ein Einbringungsversuch der Geldstrafe zu erfolgen hat. Aus der Praxis ist bekannt, dass aufgrund dieser Tatsache auch Jahre hinaus die Einbringungsmöglichkeiten und der Vollzug der Ersatzfreiheitsstrafe verzögert werden kann. Dazwischen gibts dann noch einen Haftbefehl, wenn der Betreffende nicht antritt. Mehr ist dazu nicht mehr zu sagen.

GanzObjektivGesehen
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Fußfessel, dauerhafter Führerscheinentzug und Geldstrafe.

Katschy
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Bereits von mehreren Dienststellen angezeigt?

Und noch immer auf freiem Fuß?
Was ist wenn er einen Unfall verursacht?
Die Opfer bleiben auf allen entstehenden Schäden sitzen.

styrianprawda
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@Katschy

Solange es ausschließlich Verwaltungsstraftatbestände sind, kann man niemanden "einsperren" bzw. "in Haft nehmen".

fgoederle
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Es bleibt zu hoffen, dass dieser verantwortungslose junge Mann nun dauerhaft aus dem Verkehr gezogen wird.

Was wird die Behörde jetzt unternehmen? Solange man gegen so jemanden keine wirksame (=hohe Geld-)Strafe verhängt und sein KFZ sicherstellt ist wohl nicht zu erwarten, dass er von weiteren Tathandlungen absehen wird, bis es dann einmal zu spät ist.
Angesichts der beschriebenen Verhaltensweisen ist es nur eine Frage der Zeit, bis es hier einmal zu einem Personenschaden oder noch ärgerem kommt.