Personalmangel Für die Pflege "brennt der Hut", aber: "Jammern hilft niemandem"

Tausende Heimbetten und 8,4 Prozent der Kages-Stationen stehen leer – wegen Personalmangel. Problemaufriss einer vergessenen Branche anhand eines Besuchs im Pflegeheim.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
Covid-19 hat die Arbeit in der Pflege massiv verändert – der Druck ist weiter gestiegen. Etwa hier, auf einer Coronastation der Kages
Covid-19 hat die Arbeit in der Pflege massiv verändert – der Druck ist weiter gestiegen. Etwa hier, auf einer Coronastation der Kages © APA
 

Im Haus Melisse herrscht an diesem Nachmittag ein lebhaftes Treiben. Es ist "Shopping Day" im Senecura Sozialzentrum Feldbach. Letzte Gelegenheit, um zuzuschlagen und sich mit Jacken und schönen Schals einzudecken. Auch die Gänge und der Empfang sind herbst- und winterfest: Überall zieren Maiskolben, Laubzweige oder Laternen aus Holz die Wände. "Wir versuchen, das Leben möglichst familiär und natürlich zu gestalten", sagt Karin Erkenger. Seit 1999 ist sie im Haus, mittlerweile als Heimleiterin.

Kommentare (73)
Gelernter Ösi
3
8
Lesenswert?

Demokratiedefizit

Die ArbeiterInnen sind zu einem großen Teil aus Osteuropa. Nicht wahlberechtigt, auch wenn sie hier leben und seit 20 Jahren hier arbeiten. Die Politik muss sich nicht um sie kümmern. Im Gegenteil: Wahlen gewinnt man, wenn man ihnen was kürzt (Familienbeihilfe). Wenn jemand leichteren Zugang zu Staatsbürgerschaft und Wahlrecht fordert, geht das große Geheul los. Die Arbeit nimmt man wohl, aber der Mensch ist zu minderwertig, als dass ihm die Gnade der Österreichischen Staatsbürgerschaft zuteil werden könne.

tatina80
4
18
Lesenswert?

Warum

Nicht auch Zivildienst für Mädchen/ Frauen? Sie könnten doch unterstützend in der Pflege eingesetzt werden, um PflegerInnen zumindest zum Teil zu entlasten?

DergeerdeteSteirer
4
18
Lesenswert?

@tatina80, ...................

deine Idee und dein Vorschlag hat völlige Richtigkeit, eines jedoch soll dabei gesehen werden, das Personen für die Pflege eine fundierte Ausbildung haben "müssen", da kannst bei bestem Willen nicht jeden hinstellen, da gehören menschliche Faktoren und eben fachlich fundierte Kenntnisse auch dazu.

merch
3
10
Lesenswert?

Tatina schrieb

"unterstützend eingesetzt werden". Wird ja bei den männlichen ZD in den Heimen genauso gemacht. Da gibts vorher auch keine "Ausbildung".

Hildegard11
4
31
Lesenswert?

Mehr bezahlen...

....und die Bürokratie zurückdrängen. Unsere Nationalräte stimmen hirn- und kritiklos Gesetzen zu, die die Bürger ertragen müssen. Wozu gibt es diese Volksvertreter? Der Mensch ist nicht für die Paragraphen da....

hortig
8
38
Lesenswert?

Pflege

Wo ist da die rote Gewerkschaft???? Ausser bei den Metallern nicht existent, ausser mit top bezahlten posten

SoundofThunder
14
15
Lesenswert?

🤔

Und hamma den Artikel nicht gelesen? Die Gewerkschaft hat sicher nichts gegen höhere Löhne. Wo ist denn die WK und IV? Und die Gesetze machen auch die Türkisen und nicht die Gewerkschaft.

20cd6a6c53f5601c98b09413bdfadde6
5
11
Lesenswert?

Stimmt leider....

...spiegelt sich ja auch in den Wahlen wieder

vandiemen
6
4
Lesenswert?

Bravo an Horst J. Le...

Entspricht der Wahrheit!

leserderzeiten
3
49
Lesenswert?

Pflege Millionen,

statt,
PR Millionen.

Kulak
12
76
Lesenswert?

Ein Pfleger muss mindestens so viel verdienen wie ein Lehrer,

und so viel Tagesfreizeit haben.

Dann ist der Pflegenotstand Geschichte.

tatina80
7
5
Lesenswert?

Aha...

Wieviel Tagesfreitzeit haben Lehrer denn Ihrer Meinung nach?

Horst J. Leditzky
3
102
Lesenswert?

Langfristig provozierte Entwicklung

Egal ob Pflegepersonal, Verkaufspersonal, LKW-Fahrer, Lagerarbeiter usw, usw, usw
Sie alle wurden in den letzten Jahren einfach vergessen..........die Dienstleitungen wurden immer umfangreicher. die spezifischen Aufgaben immer mehr und die Löhne proportional zur Inflation sind gesunken.
Gleichzeitig bekam man immer vor Augen gehalten daß man im Grunde ja nur ein geduldeter Kostenfaktor ist.
Dann liest man immer wieder von Rekordumsätzen der jeweiligen Unternehmen und bei der Weihnachtsfeier gibt es ein dickes Lob wie toll doch alle an dem Erfolg mitgewirkt haben.
Zum guten Schluss liest man dann dann noch von Forderungen wie z.B. die der Bürgermeister die ja dringenst eine Erhöhung ihrer Bezüge von 22 % benötigen um über die Runden zu kommen, von den Gehältern der Regierungsmitgliedern mal ganz abgesehen.
Früher konnte ein Elternteil die Familie ernähren während sich der/ die andere Hälfte um den Haushalt und die Familie kümmern konnte.
Jetzt dreht sich der Spieß aber langsam um, es treten immer mehr Engpässe bei den "Kostenfaktoren" auf und das Management fängt langsam an zu schwitzen.
Alte Bauernweisheit..........Wenn die Putzfrau einen Tag fehlt merkt es am nächsten Tag jeder aber wenn einer der immer mehr werdenden Manager eine Woche lang fehlt fällt es fast niemand auf.
Ergo: Viele Häuptlinge und wenige Indianer funktioniert einfach nicht und vor allem: Lasst die Indianer endlich mal wieder das verdienen was ihnen leistungsgemäß zusteht !!!

websn0805
0
1
Lesenswert?

Langfristig …..

man kann es nicht besser ausdrücken!!! Es wäre schön wenn dies endlich bei den Häuptlingen auch ankommen würde!!!

DergeerdeteSteirer
5
38
Lesenswert?

@Horst J. Leditzky, .........Deine Sichtweise und Meinung hat vollsten Zuspruch meiner Seite, ..............


Das sind objektive und realistische Sichtweisen zur tatsächlichen Lage, um das was und warum !!

Ich finde es stets "Spitze" das es noch Leute mit g'sunden und logischen Verstand gibt!

Horst J. Leditzky
3
29
Lesenswert?

Hilft nix....

Danke, aber um was wirklich zu verändern sind wir beide wahrscheinlich zu wenig ....

DergeerdeteSteirer
3
13
Lesenswert?

Es ist etwas was mich nicht traurig stimmt das es so wenige Leute mit realistisch machbaren Visionen, Denk und Handlungsweisen gibt, .................

mir wurde in meinen Kinderschuhen von den Eltern (der Vater ist bereits im Himmel) stets realistisches, visionsvolles (auch Träume treten mal im Leben ein), vermittelt.

Darum sage ich stets, sag niemals nie, die Hoffnung stirbt zu aller Letzt, das in einigen Gegebenheiten durch Empathie weisere Menschen zu Tage treten werden wenn ihnen dies oder das andere unbewusst widerfährt!
Lernen kann man stets aus Erfahrungen, mancher früher, mancher später und ein Teil niemals, so ist das Leben.

Genau deswegen bin ich stets froh und zuversichtlich das es Leute mit Meinungen und Sichtweisen in realistischer und objektiver Meinung gibt.

mahue
9
22
Lesenswert?

Manfred Hütter: eine Sache der Beurteilung

Meine Großmutter wurde 96 Jahre (2013 verstorben) hatte nur die letzten 6 Jahre Pflegestufe 2. War bis zum Tod als Witwe seit 1988, alleine in ihrer Wohnung, wollte es auch so Hilfe hat sie von meinen Eltern lebten 30 Kilometer (damals auch schon im Ruhestand mit Einkaufen, Arztbesuchen regelmäßig erhalten). Ich damals mit Frau berufstätig und zwei mj. Söhnen lebten im gleichem Ort. Besuch hat sie täglich von uns erhalten, meine Frau und ich nach der Arbeit, meine Kinder haben sie oft zu Mittag oder frühen Nachmittag nach der Schule besucht und ihr auch bei kleinen Arbeiten geholfen.
Natürlich gibt es ältere Menschen, die tägliche Betreuung durch Pflegefachpersonal brauchen, zuerst durch mobile Pflegedienste und als wirklich letzte Option ein Pflegeheim. Wer noch halbwegs körperlich und geistig fit ist, will ohnehin in kein Pflegeheim auch Angehörige respektieren diesen Wunsch.

pulverl
4
61
Lesenswert?

weil

Pflege pflegen will und nicht pausenlos dokumentieren. Für die Dokumentation setzt doch bitte Schreibkräfte ein. Ein Handzeichen am Krankenblatt sollte doch reichen und nicht die doppelte Zusatzarbeit am PC. Und wenn statt immer nur wenige Stunden gearbeitet wird, sondern 10 oder mehr Stunden, dann würden durch den Wegfall vieler Übergaben auch mehr Zeit für die Arbeit am Patienten bleiben. Nicht das Pflegepersonal ist schuld an der Problematik, sondern---- die ach so klugen---.in den Verwaltungsbüros. Schaut ja am Plan toll aus, wenn viele Leute draufstehn. Ist aber nicht toll, weder für die Kollegen noch für die zu betreuenden Patienten.

Nova79
3
37
Lesenswert?

Dokumentation

Dass du dich mit der Dokumentation vor allfälligen Klagen absicherst ist dir aber schon klar, oder?Leider müssen wir uns absichern und daher auch jeden Pfurz mitdokumentieren. Das hat sich niemand aus Langeweile in der Verwaltung einfallen lassen sondern es spiegelt unsere Gesellschaft wider:sofort zum Anwalt rennen und klagen-leider.

altbayer
36
37
Lesenswert?

Angehörige ?

Wieso kümmern sich nicht die Angehörigen besser und mehr um ihre geliebten Menschen in den Pflegeheimen. Die Eltern oder Großeltern werden ins Heim abgeschoben, Pflegeregress gibt es keinen.
Wie oft geht ihr eure geliebten Menschen ins Heim besuchen?
Als mein Vater mit Pflegestufe 6 ins Heim musste, war ich vor Corona jeden Tag bei ihm auf Besuch - z.B. habe ich ihm gefüttert (da waren die Pflegekräfte auch entlastet).
Es war in Zeiten von Corona für mich traurig anzusehen, wie viele alte Menschen im Heim von ihren Angehörigen Besuch bekamen. Es waren immer die gleichen Besucher dort - bei über 100 zu pflegenden Menschen gab es von Samstag Mittag bis Sonntag Mittag gerade einmal "12 Besucher" (man musste sich in einer Liste eintragen).
Kümmert euch einfach mehr um eure Eltern und Großeltern, dann sind die Pflegekräfte auch nicht so belastet.

Horst J. Leditzky
2
20
Lesenswert?

Viele würden gerne...

aber werden vom Arbeitsalltag durchgekaut und am Abend nach vielleicht noch zwei Überstunden fertig ausgekotzt. Die meisten Seniorenheime haben feste Besuchszeiten und das erschwert den täglichen Kontakt erheblich.
Bleibt das Wochenende und ob daß dann das Pflegepersonal entlastet bleibt dahingestellt.
Meine eigenen Eltern leben mit rund 85 Jahren im Haus nebenan und leben noch ziemlich autark und man sieht sich täglich..... darüber bin ich auch sehr froh und dankbar.
Wobei ich beruflich oft an Seniorenheime belieferte und viele Menschen aus dem Pflegepersonal kennenlernen durfte und darf. Die, die mir bisher begegnet sind, sind durch die Bank emphatische und sympathische Menschen die ihren Beruf/Berufung zu 100% erfüllen bis an die eigenen Grenzen.
Genau diese Menschen verdienen eine leistungsgerechte Bezahlung und nicht der Pflegekonzern incl. den Aktionären.

ARadkohl
11
57
Lesenswert?

Weil die meisten Angehörigen

Selber auch hackeln, manche auch fast bis zum umfallen?

altbayer
17
18
Lesenswert?

Stressjob

Auch mit einem Stressjob kann die notwendige Zeit für die Eltern gefunden werden (und das sie können mir glauben), wenn man will
- der Besuch ist vielleicht sogar ein "Herunterkommen" nach der Arbeit
- ein Ersatz für das Fitnesscenter oder das "After Work Bier!"

DergeerdeteSteirer
20
35
Lesenswert?

@ARadkohl, .....

Die gibt's ohne Zweifel, die Mehrheit jedoch hat lieber ungestörte "Chillerwochenenden", Urlaube, Thermenbesuche usw., da kenne ich viele viele Beispiele, die "Alten" sind nur zum Geld hergeben sympathisch, sonst stehen sie zum Teil alleine und verkommen da!

ARadkohl
4
38
Lesenswert?

Ja,da gebe ich Ihnen auch recht,aber Erholung braucht auch jeder.

Und ich kenne viele, die sich mit 62 selbst in die Pension hinüber retten, weil sie fix und fertig sind oder körperlich alles mögliche haben.

 
Kommentare 1-26 von 73