Warum Paldau immer wieder überflutet wirdPaldau, seine Täler und die wiederkehrende Flut

Paldau wird bei Unwettern immer wieder überflutet. Für Bürgermeister Karl Konrad liegt die Lösung in fünf Rückhaltebecken.

Bürgermeister Karl Konrad vor dem Gelände, auf dem am 20. August die Bauarbeiten für das Rückhaltebecken Grabenfeld beginnen © Verena Gangl
 

Das Unwetter am vergangenen Dienstag in der Nacht hat Paldau schwer getroffen. Nicht zum ersten Mal. Vor drei Jahren, im Sommer 2015, gab es massive Überflutungen, im heurigen Mai lokale. „Die Unwetter werden immer aggressiver und intensiver“, sagt Bürgermeister Karl Konrad. Ein Problem seien die Seitentäler und Bäche. „Das Einzugsgebiet für das Ortsgebiet ist riesig. Die Wassermassen der Nebenbäche werden im Saazerbach gebündelt, der durch den Ort fließt. Das führt dann zu Überschwemmungen“, erklärt Konrad, der den Dank an alle helfenden Hände nach dem Unwetter mehrfach unterstreicht.

Was kann man tun?

Wurde in Paldau zu viel gebaut? Konrad verneint das, der Ort sei zwar dicht besiedelt, bei Neubauten gebe es klare Vorschriften, damit das Wasser abfließen könne. Aber was kann man tun, dass diese Hilfe der Einsatzkräfte nicht so oft notwendig ist? „Das einzige, das wirklich hilft, sind Rückhaltebecken. Für einen HQ-100-Schutz würden wir fünf benötigen“, meint der Bürgermeister. Eines gibt es bereits in Tappenberg und es habe am Dienstag in der Nacht bewiesen, dass es hilft.

 


Das Rückhaltebecken Grabenfeld hätte 2018 bereits fertiggestellt werden sollen. Der Bau hat sich aufgrund von Verzögerungen seitens der Förderstellen verschoben – Bund und Land übernehmen 86 Prozent der Kosten von 1,17 Millionen Euro. Am 20. August ist Baubeginn. „Wäre es fertig gewesen, hätte es uns natürlich sehr geholfen. Ich hoffe, dass es jetzt zügig gebaut wird“, so Konrad.

Größter Nutzen


Heinz Peter Paar von der zuständigen Abteilung 14 des Landes Steiermark bestätigt: „Wir haben einen Teil heuer und einen Teil im nächsten Jahr budgetiert. Nächstes Jahr sollte es fertig gestellt sein.“ Er kennt die Studie, die fünf Rückhaltebecken für einen HQ-100-Schutz vorsieht: „Grabenfeld bringt den größten Nutzen, deshalb ist es vorrangig“, so Paar. Es gebe einige Projekte in Schleife, die restlichen Bauvorhaben würden im Laufe der Jahre umgesetzt werden.

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