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Steirerin des TagesSie überwindet Barrieren

Marie-Theres Fürstauer (26) ist beinahe blind und absolviert in Graz gerade ihr zweites Masterstudium.

Marie-Theres Fürstauer ist begeisterte Kletterin
Marie-Theres Fürstauer ist begeisterte Kletterin © KK
 

Hell, dunkel und einige Farben – das ist alles, was Marie-Theres Fürstauer abhängig von den Lichtverhältnissen erkennen kann. Ihr Sehvermögen beträgt seit ihrer Geburt nur zwei bis drei Prozent. Aber sie lässt sich nicht unterkriegen, lebt seit dem Jahr 2011 in Graz und hat eine eigene Wohnung. Derzeit ist sie dabei, ihr zweites Masterstudium zu absolvieren.

Die 26-Jährige stammt aus Winklern im Mölltal und entschied sich früh für ein Studium in Graz, wo sie seit Jahren lebt. Für die Landeshauptstadt hat sie viel Lob übrig: „Hier ist alles sehr blindengerecht. Akustische Ampeln, Haltefelder mit Sensoren für Busse und Straßenbahnen oder automatische Ansagen im Bus. Alles hilft mir sehr bei der Bewältigung des Alltags“, erzählt sie.
Marie-Theres Fürstauer hat im vergangenen Oktober bereits ein Masterstudium abgeschlossen. Im Bereich der Sozialpädagogik verfasste sie eine Arbeit zum Thema „Bedeutung der offenen Kinder- und Jugendarbeit“. „Ich liebe die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Dafür machte ich viele Interviews in Jugendzentren in und um Graz“, erzählt Fürstauer.

Fordernder Alltag

Nun absolviert die Studentin ein weiteres Masterstudium, jenes der „Inklusiven Pädagogik“. Nach ihrem Abschluss würde sie sich gerne in der Kinder- und Jugendarbeit engagieren, beispielsweise in einem SOS-Kinderdorf. Marie-Theres Fürstauer besuchte Volks- und Hauptschule in Winklern, ging dann nach Osttirol an ein Realgymnasium. Dabei war sie stets auf normalen Regelschulen.
Ein speziell ausgebildeter Lehrers half ihr, bis zur zur Oberstufe zu kommen. Die letzten zwei Jahre bis zur Matura meisterte sie selbstständig. Der Alltag birgt viele Herausforderungen, beispielsweise sich in neuen Umgebungen zurechtzufinden. „Ich habe damit aber keine Probleme, denn die Leute sind sehr hilfsbereit und immer zur Stelle. Außerdem habe ich eine Assistenz, die mir mit bestimmten Dingen hilft“, erzählt die 26-Jährige.
An der Karl-Franzens-Universität ist ihr das Zentrum „Integriert Studieren“ eine große Hilfe. „Ich bekomme dort spezielle Unterlagen für all meine Kurse und lege dort meine Prüfungen digital ab, da ich mehr Zeit zum Lesen brauche“, erzählt die Pädagogin. Im Zuge dessen absolvierte Fürstauer schon mehrere Praktika in der Steiermark und Kärnten.

In ihrer Freizeit geht sie gerne schwimmen und klettert seit vielen Jahren aus Leidenschaft. Außerdem geht sie mit ihren Freunden gerne ins Kino oder auch auf Reisen.

Die Arbeit mit Kindern ist für Fürstauer eine Herzensangelegenheit und bereitet ihr entsprechend große Freude: „Kinder nehmen einen wichtigen Platz in meinem Leben ein. Sie sind immer neugierig und wissbegierig, bei ihnen spielt meine Beeinträchtigung auch überhaupt keine Rolle.“

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