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Steirer des TagesEin Plädoyer für den Krampus

Nicht nur am Krampustag hat es „Das Böse“ dem Eisenerzer Patrick Fürholzer angetan. Er will Brauchtum wiederbeleben und kämpft für den „richtigen“ Krampus.

© Juergen Fuchs
 

Das Klopfen dringt durch die düster beleuchteten Gänge und wird lauter, als wir uns den Fratzen nähern. Sperrangelweit aufgerissene Mäuler, Tierhörner, die aus Köpfen ragen, und finstere Blicke aus starren Augen. Dies ist das Reich des Patrick Fürholzer, eines 33-jährigen Eisenerzer Maskenschnitzers, der im Hinterzimmer mit Hammer und Meißel den Feinschliff einer wilden Kreatur vornimmt.

Masken sind im Trend, dennoch ist Fürholzer alles andere als trendig. „Wir wollen keine Perchten und Orks und sind dagegen, dass Bräuche und Geschichten durcheinandergebracht werden.“ Gemeinsam mit seinem Vater Wolfgang (56) und elf weiteren Kameraden gründete er den Verein „Erzberg Teufln“, und die tragen allesamt rotgesichtige Masken, wie man sie aus der Kindheit kennt. Oder vom Lebkuchen. Echte Kramperl eben.
Ausgerechnet in einem aufgelassenen Kloster lebt der Werkstoffprüfer sein Hobby aus.

Fürholzer fertigt die Masken aus Zirbenholz an und bemalt sie mit Acrylfarben. Pro Jahr schafft er auf diese Weise sechs bis 15 Masken. „Ich arbeite je nach Variante 35 bis 40 Stunden an einem Exemplar.“ Mit Feinwerkzeugen wird an jedem Detail gefeilt, Glasaugen und nicht zuletzt die Hörner von Geißen, Schafen oder Steinböcken machen aus den Fratzen wahre Kunstwerke. Kunstwerke, die immer heißer nachgefragt werden, auch wenn ihn das befremdet: „Der Krampus ist eine Figur, die maßregelt, die den Nikolaus begleitet. Diese Masken sind nichts, was Kinder selbst tragen sollten. Die sollen davor Respekt haben.“

Wichtig beim Krampus sei auch immer sein Auftritt. „Ich halte nichts von den großen Umzügen mit Hardrock-Musik und meterhohen Zäunen. Wir veranstalten in Eisenerz Umzüge, bei denen es keine Gastronomie gibt. Da bleiben auch die Schlägereien aus.“ Nur eines kriecht einem beim Anblick der sich nähernden zotteligen Monster – Maske hin oder her – unweigerlich über den Rücken. Eine uralte Angst.

Kommentare (3)

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eisenwillibald
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Meine volle Unterstützung

Dazu kann ich nur meine volle Unterstützung geben, den was zur
Zeit bei Perchten/Krampus Läufen abläuft hat mit Tradition absolut nichts mehr zu tun.
Krampus und Perchten haben nichts miteinander zu tun und sind traditionell nicht gleichzustellen.
Der Krampus begleitet den Nikolaus am 5/6. Dezember. Die Perchten haben an den Raunächten Tradition und haben den Sinn, den Winter auszutreiben. Ebenso hat bei Perchtenläufen der Nikolaus keine Berechtigung aufzutreten.
Heute sind das für mich zum Großteil nur mehr Phantasie Veranstaltungen mit Phantasie Darstellungen!

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jg4186
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Wozu - weshalb?

Ist sicherlich eine beachtliche handwerkliche Kunst, so eine Maske. Aber wozu? Um Angst zu verbreiten? Um Kinder zu diszipinieren - mit Angst? Kindern sollte man die Angst nehmen, das Gute betonen und dazu ermuntern - und nciht in Angst und Schrecken setzen. Heute und morgen geht es eigentlich um den Hl. Nikolaus, der das Gute, die Nächstenliebe gelebt hat - und dazu sollten Kindern ermutigt werden durch diesen guten Mann. Bitte liebe Eltern: Lasst den Nikolaus ins Haus - und nicht den Krampus!

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glashaus
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@4186

du hast den Artikel nicht richtig gelesen. Es geht nicht um Verbreitung von Angst und Schrecken, Respekt vor dem Krampus sollte im Vordergrund stehen. Leider fehlt genau dieser Resprkt heute vielen schon, und das beginnt bereits in der Kinderstube. Leider wird auch immer immehr altes Brauchtum für Geschäftemacherei missbraucht und gerade deshalb ist es wichtig, wie im Bericht toll dargestellt, dieses für die Nachwelt zu erhalten.

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