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Steirer des TagesKarl Schwarzl: Der ewig junge Bau-Tycoon ist 90

Mit nur einer Planierraupe hat Karl Schwarzl aus dem Nichts sein Unternehmen aufgebaut. Heute feiert er seinen 90er.

Karl Schwarzl © Christian Jungwirth
 

Es sind gleich zwei Jubiläen, die am Freitag in Laßnitzhöhe begangen werden: Da ist einmal der 60er der Karl Schwarzl Immobilien GmbH. Und da ist natürlich – wir gratulieren recht herzlich! – der 90er eines wahren steirischen Paradeunternehmers, jener „Runde“ von Karl Schwarzl. „Ja, es wird gefeiert. Aber fragen Sie mich bitte nicht, was genau geschieht“, lacht das ewig junge Geburtstagskind ins Telefon, „meine Tochter verrät mir darüber nämlich gar nichts, auch wenn ich sie dauernd danach frage.“

Das Wichtigste aber zum heutigen „Runden“ ohnehin: „Mir geht’s gut. Für einen 90-Jährigen ist bei mir sozusagen alles im grünen Bereich“, meint Schwarzl. Nicht eingerostet, stattdessen geistig fit geblieben sei er, weil er stets gearbeitet habe, „erst jetzt beginne ich mich langsam zurückzuziehen“.

Wenn er auf seine unnachahmliche Karriere zurückblickt, nennt er als essenziellen Meilenstein seine große Liebe Margarethe: „Das Wichtigste in all den Jahren war, dass ich meine Frau kennengelernt habe, wir waren uns schnell einig, eine Firma zu gründen.“

150.000 Schilling für den ersten Caterpillar

Als lediges Kind einer Kleinbäuerin und eines Rosshändlers war Karl für ein Studium oder für seinen Bubentraum Pilot nicht begütert genug. Stattdessen lernte er den Beruf des Huf- und Hammerschmieds, kaufte mit einem 150.000 Schilling-Kredit seinen ersten Caterpillar – für diese Planierraupe gebürgt hat Margarethe. Er krempelte, eben an der Seite seiner „Gretl“ (sie heirateten 1964), die Ärmel hoch: Erdbewegung, Kieswerk, Bauunternehmen, Autobahnbau an Wechsel und Pack, Betonwerk. Als dann 1971 der erste Badesee, der bei Grazern beliebte „Schwarzl See“, entstand, „haben mich die Leut’ am Anfang noch für einen Spinner gehalten“, erzählte er einmal. Eine vollständige Biografie aufzulisten sprengt bei Schwarzl jede Dimension. Ob Sprengmeister oder Bürgermeister von Laßnitzhöhe, viel hat er nicht ausgelassen.

Seine jüngste Idee setzte Karl Schwarzl im Vorjahr in die Wirklichkeit um: Am Grazer Südgürtel eröffnete er die „Flexbox-Halle“, ein Lager- und Logistikzentrum, in das sich Jungunternehmer einmieten können. „Die Auslastung liegt bei 80 Prozent, wir sind sehr zufrieden“, sagt er stellvertretend für die Familiendynastie. Und fügt für den Wirtschaftsnachwuchs seinen Leitspruch hinzu: „Zum Ernten ist dann, wenn Kundschaft da ist.“

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