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Steirer des TagesEine starke Stimme mit Mut zur dritten Dimension

Dieter Bornemann ist eine starke Stimme für einen freien öffentlich-rechtlichen Rundfunk und dazu Fotograf mit Mut zur dritten Dimension.

Selbstporträt des Steirers, der seit drei Jahrzehnten in Wien und Brüssel lebt. © (c) Dieter Bornemann
 

Mit Kaugummiautomat aus Kindheitstagen oder alten Radios würden Dieter Bornemann nur wenige Menschen assoziieren. Dabei spielen diese Gegenstände im Leben des bekannten ORF-Redakteurs und „Eco“-Moderators keine unbedeutende Rolle: Sie sind Objekte seiner skulpturalen Fotografien und finden über eine ausgeklügelte Technik wieder zu ihrer dreidimensionalen Form zurück. Einen „Versuch, mit der Wahrnehmung von Realität zu spielen“, nennt der 51-Jährige seine Fotoexperimente.

Seine Bekanntheit verdankt der Steirer freilich seiner anderen Profession. Als langjähriger ORF-Wirtschaftsredakteur gehört er am Küniglberg zum festen Ensemble und ist dort mehr als nur eine einzelne Stimme: Als Vorsitzender des Redakteursausschusses vertritt er gegenüber Österreichs größtem Medienunternehmen und der Politik die Interessen der Redakteure. „Wenn wir uns als Journalisten nicht gegen diese Einflussnahme wehren, dann macht es das Land auch ein Stück ärmer, was den demokratischen Diskurs betrifft“, erklärt Bornemann sein ruheloses Warnen vor einer Schwächung des öffentlich-rechtlichen Fernsehens.

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Bornemann als Moderator des Wirtschaftsmagazins "Eco". Foto © (c) ORF (Thomas Jantzen)

Mag Bornemann auch seit rund drei Jahrzehnten in Wien wohnen, blieb er dennoch heimatverbunden: „Die Steiermark ist einem im Herzen immer nah.“ Geboren in Graz, aufgewachsen in Leibnitz, maturierte er in Eisenerz. Sein Kindheitswunsch, Arzt zu werden, scheiterte früh an den Lateinkenntnissen, erinnert sich Bornemann schmunzelnd. Die Schülerzeitung führte ihn zum Journalismus und über Zwischenstationen – auch bei der Kleinen Zeitung – zu Radio und Fernsehen. Dabei erwies er sich als Multitalent: ob als ZiB-3-Moderator, Korrespondent in Brüssel oder bei der Entwicklung neuer Formate.

Die Fotografie diente dem mit einer Kärntnerin Verheirateten neben seinem Brotberuf als Ventil seiner Kreativität. Und die persönliche Leidenschaft ist zu einer bemerkenswerten Qualität gereift, die regelmäßig ihren Weg in Ausstellungen findet. Aktuell ist Bornemanns Kunst im Grazer Kulturzentrum Minoriten zu sehen und ab 12. Dezember präsentiert er in der Wiener Galerie ARCC.art mehrdimensionale Porträts der Wiener Künstlerfamilie Sengl.

Wie viel Energie bleibt zwischen Redaktion, Lehrtätigkeiten, Redakteursrat und Foto-Leidenschaft? „Es ist die Vielfalt, die das Leben spannend und interessant macht“, ist Bornemann überzeugt.

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