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Steirer des TagesOberstufe und zwei Studien mit Bestnoten abgeschlossen

Exzellenz in allen Fächern: Sub-Auspiciis-Promovend Michael Kniely aus Graz schloss Oberstufe, Mathematik- und Physikstudium mit Bestnoten ab.

© Peter Melbinger
 

Es ist ein ganz besonder Tag, wenn in Graz an der Technischen Universität der Bundespräsident vorfährt: Die höchste akademische Ehrung gilt es zu würdigen, die „Promotio sub auspiciis Praesidentis republica rei“. Es ist die Verleihung des Doktorgrades im Beisein des Bundespräsidenten, wie diese Auszeichnung heißt, die jährlich etwa 20 mal in ganz Österreich vergeben wird und in einem eigenen Bundesgesetz geregelt ist.

Gestern gab es im Beisein von Bundespräsident Alexander van der Bellen eine Premiere – erstmals wurde an der TU Graz eine derartige Veranstaltung zusammen mit der Karl-Franzens-Universität Graz mitveranstaltet. Beide Universitäten arbeiten seit 2004 im Rahmen der Naturwissenschaften so eng zusammen, dass sie von einer Zwillingsfakultät sprechen. Und erstmals bedeutet hier wirklich etwas: Die erste derartige Promotion vor einem Staatsoberhaupt fand 1625 in Graz statt und wurde vom damaligen Kaiser Ferdinand II initiiert.

Am Freitag waren es vier Kandidaten, die geehrt wurden. Zwei gebürtige Kärntner, ein Oberösterreicher und ein Steirer.
Der Grazer Michael Kniely ist ein besonders eindrucksvolles Beispiel für einen Sub-Auspiciis-Promovenden. Er hat nicht nur die Mittelschule (Kirchengasse) mit Vorzug in der Oberstufe und dann sein Mathematik-Studium mit ausschließlich ausgezeichneten Noten absolviert, sondern auch gleichzeitig ein Physik-Studium – ebenfalls mit Bestnoten – abgeschlossen.

In seiner Dissertation hat der jetzt 30-jährige Grazer folgerichtig mit mathematischer Physik befasst. Genauer: Er untersuchte sogenannte Partielle Differenzialgleichungen, die das Verhalten von Eigenschaften von Halbleitern beschreiben.

„Etwa ab der Hälfte des Studiums habe ich realisiert, dass ich die Auszeichnung erreichen könnte“, erzählt Kniely. Er betrachte es als eine „Riesenehre, vom Bundespräsidenten den Sub-Auispiciis-Ring angesteckt zu bekommen“ und will weiterhin in der Forschung (zunächst außerhalb Österreichs) bleiben.

Einen ganz besonderen „Startvorteil“ hatte der Grazer: Bereits sein Urgroßonkel Konrad Kniely (1887 - 1938) schaffte in der Monarchie diese Auszeichnung und war dann Professor für Latein und Griechisch am heutigen akademischen Gymnasium. Nebenher beschäftigte er sich mit der Herkunft von Berg-, Flur-, Orts- und Personennamen in der Steiermark.

Sein Urgroßnefffe Michael denkt auch nicht nur in Formeln und physikalischen Gleichungen. Zum Ausgleich spielt der Steirer Klavier, fotografiert und wandert gerne.

Van der Bellen würdigte in seiner – eher privat gefärbten – Rede die vier Kandidaten Michael Kniely, Martin Forstinger aus Oberösterreich (Elektrotechnik) und die beiden Kärntner Informatiker Christoph Dobraunig (St. Veit/Glan) und Thomas Unterluggauer (Villach), die noch dazu am selben Institut promovierten. Allerdings betonte er auch, dass die Universitäten zuletzt mit deutlich mehr Geld versorgt wurden und dies nun der Exzellenz zugute komme.

Waren lange Zeit ab den späten 1960-er-Jahren Spitzenleistungen in Schule und Studium eher kein Thema, hat sich dies in den letzten Jahren deutlich geändert. Ein markantes Beispiel ist die Gründung eines Vereines der Sub-Auspiciis-Absolventen, der am Donnerstagabend in Wien im Festsaal der Österreichischen Akademie der Wissenschaften seinen Eröffnungsfestakt zelebrierte. Rund 150 Mitglieder aus ganz Österreich umfasst dieses „Collegium Sub Auspiciis Praesidentis Promotorum“, wie es sich offiziell nennt. 18 Mitglieder leben in der Steiermark, drei in Kärnten.

Bei der Festveranstaltung wurden zwei Persönlichkeiten geehrt, die ganz eng mit dem Anliegen des Vereines verbunden sind. Zum einen der frühere Bundespräsident Heinz Fischer, der sich als Abgeordneter und als Wissenschaftsminister intensiv mit der Ehrung auseinandersetzte und später dann tatsächlich jeden einzelnen der 239 Kandidaten seiner Amtszeit persönlich beglückwünschte.

Der zweite ist Anton Zeilinger, heute Präsident der Akademie der Wissenschaften, der um die Jahrtausendwende herum mit der Idee einer Spitzen-Universität das Thema der Exzellenz überhaupt erst wieder in Österreich salonfähig machte.

Mit seiner zweiten Initiative weist Zeilinger in die Zukunft: Der Quantenphysiker gründete die Internationalen Traunkirchner Akademie, bei der hochbegabte Schüler und Studierende aus ganz Österreich in Seminaren und Workshops mit Spitzenwissenschaftler zusammentreffen.

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