Harb statt NussbaumSteirische Gebietskrankenkasse wählt neuen Chef

Techniker, Mountainbiker, Betriebsrat: Josef Harb (54) steht vor Wahl zum Obmann der Gebietskrankenkasse.

Josef Harb soll Verena Nussbaum als Obmann der steirischen GKK folgen © (c) Stefan Pajman
 

Eines war ihm klar: 2018 wird ein außergewöhnliches Jahr. „Denn ich heirate im Sommer meine Lebensgefährtin Jutta“, lächelt Josef Harb. Dass der Betriebsratsvorsitzende bei Siemens Mobility in Graz auch beruflich eine neue „Bindung“ eingeht, daran hat der 54-Jährige bis zur Nationalratswahl jedoch nicht gedacht.

So aber steht der gelernte Betriebsschlosser am Montag als neuer Obmann der steirischen Gebietskrankenkasse zur Wahl – und zwar als Nachfolger von Obfrau Verena Nussbaum, die für die SPÖ in den Nationalrat eingezogen ist. Ein (ehrenamtlicher) Posten mit sehr hoher Verantwortung für rund 960.000 Versicherte, noch dazu in einer heiklen Phase: Das Land Steiermark verfolgt den ehrgeizigen „Gesundheitsplan 2035“ mit Reizwörtern wie Gesundheitszentren und Leitspitälern. Die neue Bundesregierung wiederum denkt an einen Totalumbau des Sozialversicherungssystems.

Das ist Harb bewusst, daran hat er sich an der Seite Nussbaums in den vergangenen Wochen inhaltlich auch herangetastet. Persönlich sieht er seine Rolle „als jemand aus der Mitte, als einen Vertreter der Bürger“ in der Kasse.
Er selbst sei in einem Elternhaus aufgewachsen, das durchaus politisch, ja sozialdemokratisch gewesen sei. „Mein Vater hat als Knecht begonnen, hat sich zum Fabriksarbeiter hochgearbeitet.“ Die Mutter war als Landwirtin gefordert. Als eines von zwei Kindern machte er die Schlosserlehre. „Ein Lehrer in der Berufsschule motivierte mich, die Bulme zu besuchen.“ Das sei für den jungen Mann prägend gewesen. Es folgten berufliche Erfahrungen, auch im Ausland und zuletzt die Aufgabe bei Siemens in Graz, wo „Fahrwerke für die ganze Welt erzeugt werden“, schwärmt Harb von seinem Arbeitgeber. Und dass dieser seinen geplanten Wechsel zur GKK mittrage. „Das ist nicht selbstverständlich.“

Selbstverständlich sei für den Steirer, der gerne wandert, auf das Mountainbike oder im Winter auf die Ski steigt, sich für mehr Prävention einzusetzen. Leistungen, um gesund zu bleiben (oder zu werden), sollten verstärkt werden. Und: „Ich werde für ein generelles Rauchverbot unterschreiben.“
In seiner Funktion als SPÖ-Gemeinderat in Gratwein-Straßengel werde er, sofern man ihm den GKK-Posten anvertraut, leisertreten und den Verkehrsausschuss abgeben. Auch deshalb, um Zeit für das Wichtigste zu haben: „Für meine künftige Ehefrau und unsere Tochter.“

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