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Steirer des Tages

Nichts Neues ohne Tradition

Eugen Lendl hat mehrere Gründe, um zu feiern. Hauptanlass ist für das Grazer Galeristen-Urgestein aber stets die Kunst.

Eugen Lendl
Eugen Lendl in seiner Galerie © KLZ/Scheriau
 

Ein paar Jahre wird es mir sicher noch Spaß machen“, sagte Eugen Lendl im September 2011 in einem Gespräch anlässlich „25 Jahre Galerie Lendl“. Also vor vier Jahren. Weshalb nun die Einladung zu einer Ausstellung zum 30-Jahr-Jubiläum irritiert. Lendl: „30 wird die Galerie tatsächlich erst im nächsten Jahr, aber ich werde am 7. Juli 70. Und man kann gar nicht genug feiern.“ Gut so.
Kunst unter die Leute zu bringen, ist Eugen Lendl aber schon mehr als drei Jahrzehnte ein Anliegen. Schon 1967 präsentierte der Architekturstudent Werke von Gregor Traversa (1941–2007) an den Wänden des Grazer Institut français, zwei Jahre später gründete er die Galerie im legendären Café Schillerhof (das unlängst die Pforten schloss). Am 16. September 1986 erfolgte schließlich die Eröffnung der Galerie Eugen Lendl. Zunächst boten Lendl und seine Frau Angela (nach wie vor wichtige Stütze im Hintergrund) in der Gleisdorfer Gasse ein anspruchsvolles Programm mit Arbeiten heimischer und internationaler Künstler, danach in der Hans-Sachs-Gasse.

ARTcadia

Die erste Ausstellung der Reihe „3 x 3“ kuratiert der Wiener Kunstkritiker Vitus Weh, der Michael Kienzer, Haruko Maeda und Florian Pfaffenberger als Künstler auswählte. Parallel dazu wird im Stock über den Galerieräumen im Palais Lengheimb, im Lendl’schen Grafikkabinett, „Et in Arcadia ego – Eine Italienreise“ eröffnet. Komponiert von Kuratorin Elisabeth Saubach aus entsprechenden Blättern der offenbar unerschöpflichen Bestände des Hauses (man könnte von einem „ARTcadia“ sprechen).

Das Ausstellungsdoppel beschreibt sehr schön die Interessenbreite des Galeristen Lendl: Sie erstreckt sich quer durch die Kunstgeschichte. Und belegt auch dessen Überzeugung, dass man ohne Kenntnis der Traditionen das Neue nicht wirklich verstehen kann.

WALTER TITZ

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