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Gipfelstreit

Kulm: Entscheidung im Gipfelstreit

Oberster Gerichtshof in Wien hat entschieden: Alle Sperrvorrichtungen am oststeirischen Kulm sind vom Besitzer zu beseitigen.

Die Besucher des Kulms müssen sich nicht mehr mit dem Blick von unten zufrieden geben. Es steht fest: Wanderwege, Kreuzweg und die Kapelle zu Mariabrunn sind wieder begehbar © KK
 

Das Warten hat ein Ende – nun kann das oststeirische Hügelland wieder von einem ihrer schönsten Aussichtspunkte, dem Kulm-Gipfel, bewundert werden.
Seit Jahren streiten die Gemeinden rund um den Kulm, die Pfarre Puch und der Alpenverein mit Familie Schlatzer (Kulmwirt) um den öffentlichen Zugang zum Gipfel. Da keine außergerichtliche Einigung erzielt werden konnte, zogen die Gemeinden, die Pfarre und der Alpenverein mit einer Servitutsklage vor Gericht.

„Eingefordert wurde das Nutzungsrecht der Wanderwege zum Gipfel, die schon immer von der Allgemeinheit genutzt, von Familie Schlatzer jedoch seit mehr als vier Jahren gesperrt wurden“, sagt Gerlinde Schneider, Bürgermeisterin von Puch bei Weiz. Da der gesperrte Flächenteil des Kulms zum Gemeindegebiet Puch bei Weiz gehört, war Schneider die treibende Kraft im Kulm-Prozess: „Nachdem wir den Prozess auf Bezirks- und Landesebene gewonnen haben und wieder dagegen berufen wurde, wanderte der Fall nach Wien.“

Für alle offen

Der Oberste Gerichtshof hat jetzt ein Urteil gefällt. In der Urteilsverkündung heißt es, dass alle Besucher des Kulms dazu berechtigt sind, auf den Wanderwegen, dem Kreuzweg und zur Kapelle zu Mariabrunn zu gehen. Das Urteil sei endgültig und könne mit keinem weiteren Rechtsmittel bekämpft werden. Die Pucher Bürgermeisterin zeigt sich nach dem langen Prozess sichtlich erleichtert: „Es steht somit fest, der Kulm ist wieder für alle offen.“

Gerichtlich noch nicht geklärt ist die Frage, ob die Zufahrt zum Parkplatz der Gipfel-Eigentümer zulässig ist. Auf diese Entscheidung des Landesgerichts Graz muss noch gewartet werden. Hedwig Schlatzer, die Witwe des verstorbenen Kulmwirts, hat kein Interesse, sich zur aktuellen Situation des Kulm-Gipfels zu äußern.

Reaktionen

Die Kläger sind über die Entwicklung im Kulm-Prozess zufrieden. Darunter auch Norbert Hafner vom Alpenverein, der sich intensiv für den öffentlichen Zutritt zum Gipfel eingesetzt hat: „Dem Alpenverein ist es ein Anliegen, ein gutes Einvernehmen mit allen Lebensraumpartnern zu pflegen. Ein sachlicher Dialog wird in erster Linie angestrebt. Der Kulm-Prozess hat aber gezeigt, dass sich aufwendige Verfahren lohnen, um willkürliche Sperren zulasten der Allgemeinheit zu verhindern.“

Erfreut über die Öffnung zeigt sich auch das Bundesdenkmalamt Steiermark: „Die Wiedereröffnung des Gipfels ist sehr positiv, denn so wird der Öffentlichkeit wieder der historische Wert der Kalvarienberganlage sowie der prähistorischen Höhensiedlung bewusst“, sagt Hansjörg Weidenhofer vom Landeskonservatorat für Steiermark.

Der Kulm-Prozess

2010 wurde die prähistorische Höhensiedlung auf dem Kulm unter Denkmalschutz gestellt.

Daraufhin verbot der mittlerweile verstorbene Grundeigentümer Georg Schlatzer Besuchern den Zutritt zum Gipfel.

Gemeinde Puch, Pfarre Puch und Alpenverein klagten die Familie Schlatzer (Kulmwirt) vor Gericht. Das Verfahren wurde durch drei Instanzen bis zum Obersten Gerichtshof geführt. Dieser bestätigte nun das Urteil: Der Gipfel darf wieder betreten werden.

 

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