Der Ort von Menasses Leseauftritt, ein barockes Hartberger Bürgerhaus, und der Inhalt seines EU-kritischen Romans "Die Erweiterung" wiesen symbolisch eine frappante Kongruenz auf: Da wie dort herrscht Baustellencharakter vor. Nach dem 2017 erschienenen Erfolgsroman "Die Hauptstadt", in dem Menasse in den Gedärmen der Brüsseler Bürokratenhochburg gewühlt hat, legt der Schriftsteller und Essayist mit "Die Erweiterung" einen Folgeroman vor, der ebenfalls ein erhellendes Schlaglicht auf die inneren Zerwürfnisse und nationalen Eigeninteressen der Wertegemeinschaft wirft. Im Fokus hat er dabei Albanien. Der Staat steht stellvertretend für die westlichen Balkanländer, die seit Jahren in den Startlöchern scharren, um an die EU andocken zu können.