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FeistritztalWenn die Hilfe behindert wird

Seit 48 Jahren versorgt Heidelinde Vogl aus Hirnsdorf ihre im Rollstuhl sitzende Schwester. Zuletzt häuften sich die Hürden bei den Behörden.

Archivbild © KLZ/Weichselbraun
 

Vor 48 Jahren stach ein Jugendlicher der Krankenschwester Paula K. ein Messer ins Rückgrat. Seither sitzt sie im Rollstuhl und benötigt Betreuung sowie Therapien für ihre verkrampfte Muskulatur. Mit ihrer Schwester Heidelinde Vogl lebt sie seit 2006 in Hirnsdorf (Gemeinde Feistritztal). Vogl: "Ich habe das Haus behindertengerecht ausstatten lassen."

Paula K. (74) bezieht Leistungen nach dem Verbrechensopfergesetz und ein sogenanntes, in Stunden abgerechnetes, "Persönliches Budget" für die notwendige Hilfe. Bis 2016 hatte die Bezirkshauptmannschaft Weiz 1600 Stunden zugesprochen. Dann war ein Neuantrag notwendig.

Österreich ist ein Sozialstaat, aber es ist nicht so einfach. Wer nicht hartnäckig ist, wird in der Luft hängen gelassen.

Heidelinde Vogl

"Ich bin davon ausgegangen, dass es bei der nun zuständigen Bezirkshauptmannschaft Hartberg-Fürstenfeld gleich weiterlaufen würde", sagt Vogl. Doch der Antrag wurde abgelehnt, ein neuropsychiatrisches Gutachten gefordert und sogar eine Sachwalterschaft für Paula K. in den Raum gestellt.

"Damit wäre eine Voraussetzung für das Persönliche Budget nicht mehr gegeben gewesen", erklärt Vogl. Nach einigem Hin und Her sowie einem positiven Pflegegutachten genehmigte die BH Hartberg-Fürstenfeld schließlich im Vorjahr 1159 Stunden.

„Ich habe das Gefühl, dass es seither mit den Behörden nicht mehr rund läuft“, beklagt Vogl. Denn seit dem Frühjahr fordert das Sozialministerium-Service, das frühere Bundessozialamt, nun für alle Pflegeprodukte eine Verordnung durch den Hausarzt. Heidelinde Vogl versteht das nicht und erklärt: „Über 40 Jahre konnte das Sanitätshaus auf Basis eines Bescheids aus dem Jahr 1971 problemlos direkt verrechnen.“

Trotz einer Visite durch die Behörde bleibt die Lage unklar. Vogl sagt: „Österreich ist ein Sozialstaat, aber es ist nicht so einfach. Wer nicht hartnäckig ist, wird in der Luft hängen gelassen.“ Sie glaubt, dass einige früher aufgeben und nicht zu ihren Leistungen kommen.

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