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Dieter Preisl

Ausstellung: Warum es im Stadtmuseum Judenburg flimmert

Der aus Judenburg gebürtige akademische Maler Dieter Preisl zeigt ab heute, 10. Dezember, die Ausstellung „Flimmern und Wellengespinst“ im Stadtmuseum Judenburg. Es geht um optische Wahrnehmung.Von Bettina Oberrainer

Maler Dieter Preisl vor einem großformatigen Bild im Stadtmuseum Judenburg: Acryl und Eitempera auf Leinwand © Bettina Oberrainer
 

Es flimmert im Stadtmuseum Judenburg. Das hätte diesem französischen Chemiker, welcher im 19. Jahrhundert optische Phänomene für die Textilindustrie erforschte, vielleicht nicht gepasst. Aber Dieter Preisl webt keine Stoffe, Dieter Preisl malt. Es geht ihm um das Funktionieren von optischer Wahrnehmung. Er legt es darauf an, dass es zu flimmern beginnt, und er weiß, man sieht nie die alleinige richtige Wahrheit. Lange ringt er um einen Titel für die Ausstellung, die heute, 10. Dezember,  im Museum eröffnet wird (19 Uhr): „Flimmern und Wellengespinst“ ist es geworden.

Bettina Oberrainer
Acryl auf Plexiglas: Dieter Preisl mit neuer Arbeit © Bettina Oberrainer

Der Besucher darf auf einige Gespinste gespannt sein, die ihm beim Betrachten der neuen und älteren Arbeiten begegnen. Vorausgesetzt, er schaut. Dann könnte sein, dass man in der ab-strakten Welt der Simultankontraste im Vorbeigehen einen Nautilus entdeckt. Oder ein verknotetes Seemannstau. Oder einen Wellen schlagenden Stein. Der 1962 in Judenburg geborene akademische Maler Dieter Preisl, übrigens auch gelernter Fliesenleger, hat das Schauen nicht verlernt. Das Credo seiner Meister auf der Wiener Bildenden, Arnulf Rainer und erst vor allem Max Weiler, ist dem unaufgeregten Pinselartisten Gabe und Auftrag zugleich.

Schneckenhaus

Bahnen, Linien, Schraffuren, Flächen verdichten sich, die scheinbar penibel genauen Kompositionen überfluten. Und geben die eine Wahrheit nie preis. Mit dem vermeintlichen Schneckenhaus liegt man so falsch nicht, freilich ist die Natur auch für Preisl breites Inspirationsfeld: „Sitzt man an einem ruhigen Wasser und wirft einen Stein, kann man endlos lange schauen, was sich in den Wellen alles bewegt.“ Gespinste eben, nun in souveräner Buntheit zu Gast im Stadtmuseum.

Rot in allen Schattierungen, Orange, Blau, Gelb, Braun, warm und kalt wie ein tiefer See. Bei Preisl gibt es nicht die Konzentration auf eine Wahrheit, und nicht die Konzentration auf eine Farbe: „An Farben liegt mein ganzes Interesse.“ Kurzes schmunzelndes Atemholen. „Nur mit Grün tu ich mir etwas schwer.“
Sie tragen keine Titel, die Bilder im Stadtmuseum, sind so vielleicht noch mehr Anstoß, sich mit ihrer versteckten Dynamik und vielschichtigen Abstraktheit auseinanderzusetzen. Man kann nachvollziehen, dass die Malerei für Dieter Preisl auch meditative Arbeit ist.

Großflächig

Er liebt Großflächiges, muss sich aus räumlichen Gründen – Preisl lebt seit 1987 als freischaffender Künstler in Wien, dennoch meist auf „Handlicheres“ konzentrieren. Pinsel und Farbe sind seine Werkzeuge, er bewegt sich mit Acryl und Eitempera auf Leinen, bei den neuen Arbeiten mit Acryl auf Plexiglas.
„Sein beharrliches Nicht-Verhältnis zum Kunstmarkt ist gleichsam Grundlage und Qualitätsmaßstab, bildet den über die Zeitläufe hinweg in sich ruhenden, geistigen Freiraum, in dem seine Bilder entstehen“, schreibt Museumsdirektor Michael Schiestl.
Und der französische Chemiker würde staunen, wie spannend Flimmern sein kann.

Ausstellung

Dieter Preisl, „Flimmern und Wellengespinst“ im Stadtmuseum Judenburg, Eröffnung heute, 10. Dezember, um 19 Uhr.

Zu seheFaktbox (44a0e009)n bis 25 März.
Der akademische Maler, geboren 1962 in Judenburg, lebt und arbeitet als freischaffender Künstler in Wien.

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