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St. Marein-Feistritz

Bedenken: Umweltanwältin hält Testschießen für Belastung

Unter Anrainern regt sich Unmut wegen des Pyrotechnik-Spektakels auf der Prankherwiese. Behördlich sind alle Verfahren genehmigt. Mehr als tausend Besucher werden erwartet, eine Messstation wurde aufgestellt. Von Bettina Oberrainer

Raketen und Feuerwerk: farbenprächtig, aber auch ein Feinstaubproblem © Georg Gindl
 

Ein „himmlisches Klangfeuerwerk“ verspricht der Veranstalter. Für Fans von krachenden Raketen und buntem Sprühwerk mag es himmlisch sein, für Tiere und auch viele Zweibeiner ist es eher höllische Belästigung. „Da zieht man auf das Land und dann so etwas“, wünscht sich eine Anrainerin mehr Sensibilität. Ja, es gibt Widerstand in St. Marein-Feistritz gegen das von der Gratkorner Pyrotechnik-Firma Gruber veranstaltete Testschießen diesen Freitagabend, 20. November (wir berichteten).

Beruhigungstablette

Drei Stunden Programm, schwere Kaliber, Beruhigungstabletten für Hunde, mehr als tausend erwartete Gäste. Alles legal, alles von der Bezirkshauptmannschaft Murtal genehmigt: Straßenpolizeiliches Verfahren, Pyrotechnikgesetz, Veranstaltungsgesetz. Welches bekanntlich vorsorglich kein Mitspracherecht für Umweltbehörde oder Anrainer vorsieht. „Eigentlich traurig, das sind doch die, die es betrifft“, ärgert sich eine Mareinerin.

Umweltanwältin Ute Pöllinger („die Behörde arbeitet natürlich korrekt“) macht aus ihren rechtsstaatlichen Bedenken bezüglich des Gesetzes kein Geheimnis. Und sie versteht die Bedenken der Anrainer: „Fakt ist, es wird eine Belastung darstellen.“ Insbesondere für Tiere: „Der Hund hört anders und kann den Lärm nicht zuordnen. Er leidet psychisch.“ Man kennt die Problematik aus der Silvesternacht: „Ich weiß es von Bauern, in der Früh schaut es schlimm aus im Stall“, erzählt die Anrainerin.

Inversionswetterlage

Und der Feinstaub in einer Gegend mit Inversionswetterlage, etlichen Schotterwerken und Salzstreuung? Seit Montag steht auf einem privaten Grundstück auf Anraten eines Anrainers eine Messstelle des Landes, es geht um Vergleichswerte vor und nach der Schießerei. Wie berichtet ließ die Firma Gruber im ehemaligen Veranstaltungsort Semriach ebenso vor und nach der Knallerei messen – angeblich ohne Veränderung.
Verhindern

Schlupfloch

Dem zuständigen Referenten auf der Behörde ist kein legales Schlupfloch bekannt, welches das bereits im Juni beantragte Testschießen verhindern könnte. Straßenpolizeilich seien das Bezirkspolizeikommando Murtal wie die Polizeiinspektion Knittelfeld im Einsatz. „Es gibt ausreichend Parkplätze bei einem beidseitigen Halte- und Parkverbot auf der L 551“, so der Beamte. Auf der L 552 besteht teilweise in beide Richtungen Fahrverbot wie eine gestaffelte Geschwindigkeitsbeschränkung.
Das Pyrotechnikspektakel für laut Gruber gut 400 angemeldete Kunden beginnt um 17 Uhr auf der Prankherwiese.

Kommentare (5)

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nasowas1394
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Super

Ich war gestern dabei und es war grossartig und es hat mir auch sehr gut gefallen! Feinstaub hin oder her man sollte sich über andere Sachen eher gedanken machen wie z.B.Betriebe die Tonnenweise Co2 ausstossen oder Leute die ihren Müll auf der Strasse oder im Wald ablegen usw. und wegen den Lärm ja den gibt es jeden Tag wie z.B.Zug,Flugzeug,Auto und so weiter!Also bitte nicht aufregen immer cool bleiben!!

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Patriot
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Gestern ist dieser Mist über die Bühne gegangen!

3 (!) Stunden durchgehende Knallerei! Eine Frechheit ist so was! Und der Bürgermeister kann angeblich gegen so eine Belastung der Bürger/innen nichts tun? Wozu gibt es ihn dann überhaupt? Schade um das viele Geld, das er die Menschen kostet!!!

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Hans aus Hermagor
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Seien Sie doch froh, gratis etwas Abwechslung zu erleben.

In einer armseeligen, von Gott verlassenen Gegend, gezeichnet von Arbeitslosigkeit und sozialem Niedergang ist man mit nicht zu frieden. Formel 1 passt nicht, DTW passt nicht, Fliegerhorst passt nicht, Mateschitz passt nicht.

Selbst Gratisveranstaltungen passen dem stoerrischen Murtaler offensichtlich nicht.

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Patriot2
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Lieber patriotischer Kollege!

Anscheinend wird Patriotismus von dir dafür verwendet, um das fehlende Rechtsverständnis zu verstecken. Leute persönlich in Misskredit zu bringen halte ich für bedenklich, deine Meinungsfreiheit soll dir aber nicht genommen werden.

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stillenacht
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recht und persönliche verantwortung

eine pyrotechnikgesetz, das solche veranstaltungen durchwinkt, ohne anrainer und umweltschutz zu hören, ist ein wesentliches problem.

ein trampel von wirt, der für mehr-einnahmen auf seine nachbarn scheißt das andere.

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