Corona-TagebuchMama, Papa und sechs Kinder krank: Wie Familie das System-Totalversagen erlebt

Mutter einer achtköpfigen Familie aus Seckau dokumentiert Leben mit Corona. Wie die Krankheit um sich griff, wie PCR-Tests gleichzeitig negativ und positiv ausfielen und wie man es im Corona-Chaos schafft, trotzdem positiv zu bleiben. Das Tagebuch ist am Stand vom ersten Adventwochenende.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
Virus erwischte ganze Familie, die das Systemversagen miterleben musste
Virus erwischte ganze Familie, die das Systemversagen miterleben musste © Symbolbild Fotolia
 

Das Murtal ist momentan ein Hotspot, was Fallzahlen betrifft. Und unsere Familie ist ein Teil dieser Fallzahlen.  Wir wohnen in Seckau und uns hat es alle erwischt: Sechs Kinder im Alter von 3 bis 14 Jahren und die beiden doppelt geimpften Eltern. Die Mutter bekam im September die zweite Impfung, der Vater bereits im Juni.

Kommentare (13)
duge
0
19
Lesenswert?

Der Hausverstand ist in Österreich kein gern gesehener Gast.

Ich würde ihn bei der Auflistung an erster Stelle sehen. Wenn mehr Leute sich auf ihr Bauchgefühl verlassen würden als auf Tests und Politiker sähe die Lage nicht so dramatisch aus.

Ragnar Lodbrok
7
25
Lesenswert?

Das sich auch Geimpfte anstecken können

war von Anfang an klar. Es geht einzig und allene darum, die Intensivstationen so zu entlasten, daß Platz ist für Menschen die auf eine lebensnotwenige OP warten u.d geimpft sind! Bei einer Grippe landen auch Menschen im Spital oder sterben - aber es es wird nicht jahrelang beinahe die komplette Intensivstruktur eines Landes auf Dauer von Ungeimpften überfordert.

robert123456789
1
50
Lesenswert?

Alles gute

Und gute Besserung allen!

Traurig, wie Behörden und die Regierung agieren. Und - auch geimpfte können sich anstecken. Danke für ihre ehrlichen Worte!

hkirchweger
13
63
Lesenswert?

Und genau deshalb…

…hätten die Schulen 14 Tage lang geschlossen werden sollen. So wird der Dreck doch nur wieder von einem zum nächsten Kind weitergezogen.

STEG
1
145
Lesenswert?

Die unterschiedlichen

Testergebnisse, trotz eindeutiger Symptome, zeigen, dass
auch das Testen seine Grenzen hat. Die Familie hat trotzdem vorbildlich gehandelt und größeren Schaden verhindert. Das ist leider nicht selbstverständlich. Daumen hoch für diese Courage.

bitteichweisswas
4
71
Lesenswert?

.

Es ist schön zu lesen, dass sich die Familie trotz fehlender "Anordnung" in häusliche Isolation begeben hat und somit den Virus nicht weiter verbreitet hat.
Von einem "Totalversagen" zu sprechen, ist angesichts der sprunghaft gestiegenen Fallzahlen verbunden mit massivem Aufwand in der Kontaktnachverfolgung, Beschiederstellung etc. meiner Meinung nach entbehrlich.
Dass die von medizinischen Fachpersonal gemachten Abstriche korrekte Ergebnisse lieferten und die Eigentest nicht, bestätigt meine Meinung von der Aussagekraft der Selbsttest (Qualität der Probennahme!).
Ein interessanter Bericht - so (ähnlich) wird es derzeit vielen ergehen - aus erster Hand. Ich wünsche der Familie alles Gute, baldige Gesundheit und keine Spätfolgen.

shorty
0
0
Lesenswert?

Arbeitskollege hat gerade den umgekehrten Fall

Eindeutige Symptome, zwei positive Heimtests und zwei negative PCR-Tests. Das Ergebnis des dritten PCR-Tests ist noch ausständig.

giru
3
102
Lesenswert?

Ich gratuliere,

das die Eltern trotz des Testchaos, dem Versagen der behördlichen Instanzen (das konnte man höchsten zu Beginn der Pandemie vestehen) ihre Umsicht nicht verloren haben. Hoffentlich erreicht die öffentliche Schilderung die Impf- und Testverantwortlichen in der vagen Hoffnung, dass sie raschest daraus lernen und organisatorische Konsequenzen ziehen. Gut, dass es noch Hausärzztinnen und Hausärzte gibt.

regiro
18
91
Lesenswert?

Gut, dass Sie alle wieder gesund sind!

Und etwas sehr wichtiges geht aus Ihrer Geschichte hervor: Bitte gehen Sie alle zum Impfen!
Es soll ja genau das am Ende werden: eine Krankheit, die fast jeder ohne Krankenhausaufenthalt durchmachen wird.
Aufgrund der enormen Fallzahlen kann die Test-, Tracing- und Bescheidstrategie nicht auf Dauer bewältigt werden - nicht in Arbeitskraft u finanziell auch nicht.
Dh ganz klar: irgendwann muss der Impfgrad so hoch sein, dass es nur mehr zu wenigen Hospitalisierungen kommen kann.
Und daher doch: die, die sich nicht impfen lassen sabotieren ganz bewusst unser Gesundheitssystem und die Solidargemeinschaft.

ANDEHAHE
2
102
Lesenswert?

Gratulation

Herzliche Gratulation zum Mut und Aufrichtigkeit des Briefes! Sie haben es auf den Punkt gebracht....aber wenn nur jeder so denken würde, wären wir jetzt nicht in dieser Misere.....

Irgendetwas
5
78
Lesenswert?

Das

Zeigt das totale Chaos bei den Behörden auf. Alles Gute für die Familie

isteinschoenerName
42
32
Lesenswert?

Die Behörden können nichts dafür, es ist die Politik, die das alles an die

Wand gefahren hat, weil sie es selbst bis zur kompletten Überlastung der Spitäler nicht geschafft hat dazu zu stehrn, dass die Versprechen eines Herrn Kurz und seiner Jünger ("Pandemie beendet", "WIR haben die Pandemie gemeistert") nichts als ein billiger PR-Gag, ein populistischer Heißluftballon war. Dafür hat in Kauf genommen, dass viele Menschen unnötig sterben bzw. vielleicht ihr Leben lang gesundheitliche Folgeschäden davontragen, und das Personal im KH ins Burnout getrieben wird. Rechtspopulismus tötet.

lieschenmueller
8
73
Lesenswert?

Vielen Dank der Familie fürs Mitteilen

Das ist nichts, was man erleben möchte.

Schlussfolgern kann ich, bitte impfen gehen. Wie man liest und es auch immer gesagt wurde, es schützt nur zu einem gewissen Prozentsatz. Aber, wie die Mutter hier schreibt, ohne Impfung wäre vielleicht sie selbst, ihr Mann oder eins ihrer Kinder im Krankenhaus.

Bedenkend, dass das nicht nur ihr und ihren Lieben passiert, sondern es allen unterkommen kann, ist es zumindest etwas, was man zur Gesellschaft beitragen kann. Dass die Spitäler nicht übergehen. Mehr als Impfen, sich nicht in wilden Trubel stürzen zum Vergnügen, kann man eh nicht tun.

Die Schule ist ein Problem für sich. Dazu möchte ich mich als keine Kinder in diesem Alter habend, gar nicht äußern. Sonst heißt es, die redet sich leicht. Was zum Teil auch stimmt, aber eine Meinung haben trotzdem legitim ist.

Die besten Grüße ins schöne Seckau und ein vollständiges Genesen!