Bernhard ZechnerLandwirt kritisiert: "Reiche kaufen immer mehr Grund und wir Bauern enden als Leibeigene"

Der obersteirische Landwirt Bernhard Zechner kritisiert das G'riss reicher Menschen um landwirtschaftliche Flächen. Dies führe zu mehr Abhängigkeit. Landesrat kündigt Änderungen im Grundverkehrsgesetz an.

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Grundverkäufe an Superreiche machen den obersteirischen Bauern Bernhard Zechner vulgo Gefler nachdenklich
Grundverkäufe an Superreiche machen den obersteirischen Bauern Bernhard Zechner vulgo Gefler nachdenklich © Josef Fröhlich
 

"Wir bewegen uns zurück ins Mittelalter, wenn das so weitergeht, enden wir wieder als Leibeigene." Bauer Bernhard Zechner vulgo Gefler findet drastische Worte für ein Phänomen: Immer mehr Reiche kaufen landwirtschaftliche Flächen.  "Und wir Bauern dürfen das dann nutzen oder höchstens pachten, während die Besitzer oft noch EU-Förderungen kassieren", sagt Zechner. Er besitzt eine Bio-Landwirtschaft in Glein in der Gemeinde St. Margarethen bei Knittelfeld; Zechner hat 30 Stück Milchkühe und  einen 5000 Tiere fassenden Hühnerstall. Jüngst hätte er die Möglichkeit zur Erweiterung gehabt, wollte mit anderen Bauern einen Betrieb samt Flächen kaufen. Doch zum Zug gekommen ist ein Finanzexperte mit viel Geld.

Kommentare (16)
Hildegard11
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Man hat ja die....

....(zwar auch zahnlose, aber immerhin bestandene) Grundverkehrskommission abgeschafft. Danke Landes- Regierung.

LUma2020
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Finanzexperte mit viel Geld.

Finanzexperte mit viel Geld. Dazu muss man sagen, das der „Finanzexperte“ aus einer alteingesessenen Bauernfamilie stammt und einen großen Landwirtschafts- und Forstbetrieb betreibt!

Pablo63
2
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Jedem der an dem Theme interessiert ist sei die Studie von Niklas Köhler BOKU Wien

ans Herz gelegt. Fakten sollen in der Diskussion hilfreich sein.

Bluebiru
3
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Damit ein Reicher sich Bauernland kaufen kann

bedarf es erst einmal einen Bauern, der sein Land verkauft!

Besserwisser
21
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Bauernland wird in Baugründe umgewidmet

dann ist es gut, Photovoltaik auf Ackerland,auch gut, Phosphat verseuchtes Land,Lebensmittel,auch gut,6 Milliarden für die Landwirtschaft,auch gut,Gewinne durch Landverkauf und bei Verlusten den Steuerzahler blechen lassen auch gut,Jammern das tägliche Brot der Bauern

melahide
8
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Es geht ja auch

um die "Konkurrenz" untereinander. Es gibt Bauernhöfe, die sehr viel abwerfen. Die kaufen sich jährlich einen neuen Acker, um noch mehr erwirtschaften zu können. Und das sind jene,, die dann am meisten klagen, dass "ihnen ja nichts über bliebt". Jene, die sich wirtschaftlich nur sehr schwer über Wasser halten können, die verkaufen. Und da gibt es Schotterwerke/Betonwerke, die ganz wahnsinnig auf Äcker sind und hohe 6stellige Beträge biete. Da gibt es Baufirmen, die Äcker kaufen wollen. Die Umwidmung sollte einmal verboten sein. Wenn etwas eine landwirtschaftliche Nutzfläche ist, dann muss das eine landwirtschaftliche Nutzfläche bleiben. Aus!

feringo
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Ausverkauf global | Japan schützt Reisanbauflächen

Diese Szenarien sind erschreckend aber die konsequente Weiterentwicklung der allgemeinen Globalisierung. Reiche aus irgendwelchen Ländern werden sich vermehrt um die Gustostückerl in irgendwelchen Ländern reißen und den Kauf ermöglicht bekommen. Auch von ausländischen Staaten bezahlte Migranten, mit mächtigem Kapital ausgestattet, werden ihr übriges dazu tun. Der Klimawandel lässt keine andere Wahlmöglichkeit zu.
Schnellstens vergessen sollte man den kurzsichtigen und wahrscheinlich eigennützigen Vorschlag des hier genannten IMMOBILIENMAKLERS Klaus Bischof zur Verschuldung über Generationen. Einzig eine kluge Verschärfung der Grundverkehrsgesetze und eine direkte Förderung der heimischen Landwirtschaftsbetriebe könnten eine Absicherung vor dem Ausverkauf sein, wobei mit Ausverkauf ja auch der gesamte Betriebs(Geschäfts-)ausverkauf mit eingeschlossen ist.

Patriot
8
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Wer zwingt die Bauern an Reiche zu verkaufen?

Die Wurzel des Problems liegt ganz wo anders! Durch ein völlig falsches und ungerechtes Steuersystem, das in erster Linie die Reichen bevorzugt, ist es erst möglich, dass diese immer reicher werden und der Mittelstand immer ärmer! Von der ärmsten Schicht in unserem Land gar nicht zu reden.
Vor allem die Türkisen sorgen dafür, dass die Schere immer weiter aufgeht! Ist klar, wenn man solche Spender wie Pierer oder Horten hat!
Die Wähler hätten es in der Hand, das zu ändern!
Die GrazerInnen haben's vorgemacht!

feringo
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@Patriot : Die ...

Werter Patriot, die Wurzel liegt schon im weltweiten Wirtschaftssystem und nicht im Miniland Österreich. Trotzdem kann man da etwas tun, da stimme ich Ihnen zu.

Balrog206
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Komisch

Die Türkisen müssen lt der Ro Fraktion der Neider , anscheint sie gesamte Welt beherrschen !

Pablo63
30
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Ein "Reicher" der seinen Grund ordentlich bewirtschaftet ist auch Bauer.

Wenn ein Bauernkind Zahnarzt wird ist es kein Problem, wenn ein Zahnarzt Bauer werden will wird geraunzt. Wenn sich der "Bauernstand" nicht bald öffnet wird es finster am Land.

Edlwer
21
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Wow, endlich hats einer Kapiert....

.... das unsere aktiven Bauern ihre Wirtschaft hinunterwirtschafen und dann an reiche Verkaufen,
.... das die Erben der letzten Generation den Bauernhof zwar nicht mehr bewirtschaften aber als Geldresever behalten bis ein Reicher soviel Geld wie möglich hinblättert.
... die Lösung ist, das Ex-Bauern nach dem Einstellen des Betriebes enteignet werden und and zum "Einheitswert" (das ist der Wert, für den der Bauer Steuern zahlt und nicht der wahre Wert des Grudnes) weiterzugeben hat, Jüngere und Einheinische natürlich Bevorzugt!

Pablo63
3
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Ich danke, dass auch Verpachtung an andere Landwirte

durchaus legitim ist, auch um Grund und Boden für die Nachkommen zu erhalten falls diese wieder Landwirtschaft betreiben wollen. Nur aus einer Neiddebatte heraus sollte der Staat keine drakonischen Maßnahmen setzen. Man öffnet damit die Büchse der Pandora und Grundverkehr wird zum Spielball populistischer Politik.

Edlwer
1
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Ja, verpachtung ist legitim, aber nur als kurzfristige Maßnahme...

... und es hilft nichts, wenn dann einzelne Bauern immer größer werden, damit immer mehr in die Abhängigkeit der Banken, Saatgut-Konzerne und der Lebensmittelindustrie geraten und dann, wenns nicht mehr geht als ganzes von einem Konzern übernommen werden.
... Für unsere Kleinstrukturierte Landwirschaft in der Obersteiermark wird es nur eine Lösung geben, Kleinstkturiert und Regional bleiben, dann wirft die Landwirtschaft auch wieder etwas ab.
... dann gibt es auch wieder Nachfolger.
... wenn ein Betrieb nicht direkt von einem Erben weitergeführt wird, wird dieser auch später nicht mehr anfangen, weil in der Zwischenzeit die Anlagen und Gerätschaften so altern dass es erst recht nicht mehr wirtschaftlich ist.
... und darum stehen auch viele Betriebe leer und die Gebäude verfallen... Bis halt einer mit so viel Geld kommt dass man nicht nein sagen kann...

Pablo63
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Saatgutkonzerne, Agrarhandel und Molkereien sowie die betreffenden Banken

befinden sich in Österreich allesamt in den Händen der Bauern.

Christoph7286
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Die Lösung

für das Problem der immer weiteraufgehenden Schere zwischen Arm und Reich, sind Kredite, mit denen 2 Generationen verschuldet werden und die Kreditnehmer erst recht in eine Abhängigkeit getrieben werden und die Reichen profitieren. Vielleicht bin ich der Einzige, aber für mich hört sich das erst recht nach Leibeigenschaft an…