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St. RuprechtAltes Wirtshaus, neuer Wirt: Adi Lercher übernahm Gasthaus Anthofer

Eine lange Zeit musste St. Ruprecht im Bezirk Murau ohne Wirtshaus auskommen. Adi Lercher, Wirt in dritter Generation, eröffnete nun Traditionshaus Anthofer wieder.

In St. Ruprecht freut man sich über die Wiedereröffnung des Anthofers: Bürgermeisterin Cäcilia Spreitzer, Daniel Wassermann und Adi Lercher © Peter Haselmann
 

Exakt 828 Tage hatte der Anthofer in St. Ruprecht geschlossen. Adi Lercher haucht nun dem Traditionsgasthof im Bezirk Murau wieder Leben ein. Sein Traum war immer, ein eigenes Wirtshaus zu führen. Nun erfüllte sich Adi Lercher seinen Traum: Er pachtete das Gasthaus, das neben dem Holzmuseum liegt.

Unterstützung bei der Umsetzung seines Vorhabens erhielt er von Museumsobfrau Michaela Seifter, Bürgermeisterin Cäcilia Spreitzer und seinen Eltern. Der Name Lercher ist in Murau unmittelbar mit Gastronomie verbunden. „Mein Großvater und mein Vater waren auch schon Wirte.“

Zuletzt kochte Lercher sieben Jahre im väterlichen Betrieb, dem bekannten Hotel Gasthof Lercher in der Bezirkshauptstadt Murau. Doch seine Karriere brachte ihn schon an viele Kochschauplätze, so schwang er bei bekannten Köchen wie Gerhard Brugger oder Erich Pucher den Kochlöffel.

Aber auch in Küchen in Los Angeles war er tätig. Eine Erfahrung, die der 37-Jährige nicht missen möchte: „Es hat mich menschlich weitergebracht.“ Das kalifornische Lebensgefühl sei ein wenig in seinem Blut, dauerhaft würde er aber nicht in einer Großstadt leben wollen. Die frühere Gemeinde St. Ruprecht-Falkendorf zählt wenige Hundert Einwohner, ist seit 2015 Teil von St. Georgen ob Murau.

„Die Bevölkerung hat mir hier einen sehr schönen Empfang bereitet“, freut sich Lercher. Das Dorf habe nach einem Wirtshaus gelechzt, denn in jüngster Vergangenheit gab es nichts mehr, wo die Menschen einkehren konnten. Nun haben sie ihren Anthofer, der vor rund 200 Jahren seine Pforten öffnete, zurück.

Gelebt wird hier eine richtige Wirtshauskultur. „Bei mir gibt es kein W-lan, keinen Prosecco, keinen Café Latte“, so Lercher. Dafür eine „steirische Mischung“ und einen Häferlkaffee und am Sonntag steht natürlich Braten auf der Speisekarte. In sozialen Medien wird man die Karte vergeblich suchen, dafür ist sie im Wirtshaus in Mundart geschrieben. Die Karte wird bewusst klein gehalten, serviert wird Frisches, Saisonales und Regionales.

Mit zwei fixen und zwei geringfügig Beschäftigten will Lercher in seinem eigenen Betrieb durchstarten. Der Innenbereich blieb unverändert: „Wir haben nur geputzt“, schmunzelt Lercher. Der Biergarten wurde neu gestaltet. Logisch, dass dafür auch nur heimische Betriebe engagiert wurden. 65 bis 75 Menschen finden in den Gasträumlichkeiten Platz.

Wer zu Ostern einkehren möchte: Samstag und Sonntag kann beim Anthofer zwischen 12 und 20 Uhr speisen, am Ostermontag von 12 bis 18 Uhr.

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