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Unesco-VeranstaltungIm Gedenkjahr wurde am BG/BRG Judenburg Modell eines Mahnmals enthüllt

Mahnmal für die jüdischen Opfer Judenburgs: Anlässlich des Gedenkjahres 2018-1938 wurde am BG/BRG Judenburg Modell enthüllt.

Direktor Johann Mischlinger (links) will einen würdigen Platz in der Schule finden © KK
 

Den Tag des Gymnasiums nahm das BG/BRG Judenburg zum Anlass, ein besonderes Projekt zum Abschluss zu bringen. 2015 führte man mit der Zwi Perez Chajez-Schule in Wien das Projekt „Mahnmal für die jüdischen Opfer Judenburgs“ durch.

Die Aufgabenstellung wurde mit der Stadtgemeinde Judenburg abgesprochen: Ziel war, ein Mahnmal für den öffentlichen Raum zu entwerfen, das an die mittelalterliche und an die 1938 brutal ausgelöschte jüdische Gemeinde erinnern soll.

Rund 60 Jüdinnen und Juden wurden 1938 gewaltsam vertrieben, in die Emigration gezwungen, viele davon in den Lagern des Nationalsozialismus ermordet. Einer davon war Josef Teicher. Einen berührenden Brief des Mannes, datiert mit 20. Juli 1938, an den damaligen Judenburger Bürgermeister, las Michael Schiestl, Direktor des Stadtmuseums Judenburg, vor.

Schulsprecherin Anna Moser: „Die Geschichte ermöglicht uns, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen“. Sie erinnerte auch an die Reichskristallnacht vor genau 80 Jahren.

„Insgesamt beschäftigten sich rund 50 Schüler mit dem Projekt“, so Lehrerin Ulla Steinwidder, die Mitglied des Projektteams gewesen ist. Die Jugendlichen muslimischen Glaubens gestalteten vier Entwürfe. Eine Jury, bestehend aus Vertretern der Stadtgemeinde, des Stadtmuseums und eines Künstlers, wählte den Siegerentwurf mit dem Titel „Zwei Ringe im Strom der Zeit“.

Daran beteiligt waren die Schüler Jonathan Djanachvili, Daniela Gruber-Veit, Nechama Zvia Hermon, Teresa Mösslacher, Christina Pally, Helene Riegelhaupt und Magdalena Winter. Künstler und Bildhauer Clemens Neugebauer überarbeitete mit Schülern der Unterstufe den Entwurf. Das fertige Modell, ein 3D-Druck, wurde gestern enthüllt.

„Es wird in der Schule einen Ehrenplatz erhalten“, so Direktor Johann Mischlinger. Ein weiteres Exemplar wird im Stadtmuseum aufgestellt. „Wir hoffen, dass dieses Mahnmal auch einmal Wirklichkeit wird“, so Ulla Steinwidder.

Abschließende Worte vor der Enthüllung sprach Bürgermeister Hannes Dolleschall: „Sie sind unsere Zukunft“, richtet er sich an die Schüler. „Solidarität und Toleranz werden immer weiter in den Hintergrund gedrängt. Stehen Sie auf, wenn es gegen Menschen geht!“

Zu einer etwaigen Umsetzung des Projekts, sagt der Stadtchef: „Ich werde alles daran setzen, dass dies im nächsten Jahr geschieht.“ Abhängig sei eine Realisierung vom Budget. Nicht ausgeschlossen also, dass das Projekt noch nicht ganz abgeschlossen ist.

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