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Bezirk Murau742 Bäumchen für neue Streuobstwiesen

Das „Strowi“-Projekt im Naturpark Zirbitzkogel-Grebenzen fand am Samstag in St. Lambrecht seinen Abschluss.

Karin Dorfer (Domenico), Irmgard Ilg und Alois Wilfling © Sarah Ruckhofer
 

Speckbirne, Boikenapfel, Gewürzluiken, Geflammter Kardinal, Gelbe Schafsnase, Winterzitronenapfel oder Schweizer Glockenapfel: Nur einige von über 50 raren Streuobst-Sorten, die im oberen Murtal heimisch sind. Vor zwei Jahren startete im Naturpark Zirbitzkogel-Grebenzen das geförderte Projekt „Strowi“ zur Erhaltung und Neupflanzung von alten Obstsorten. Streubostwiesen zählen zu den am stärksten gefährdeten Biotoptypen Europas. Durch Rodung, Überalterung und fehlende Nachpflanzung nimmt die Zahl stetig ab. Dabei zählen Streuobstwiesen zu den sogenannten Hotspots der Biodiversität – die unmittelbare Verzahnung von Gehölzen mit Grünland bieten einer Vielzahl an Tieren und Pflanzen einen idealen Lebensraum. Zudem sind die auf Streuobstwiesen wachsenden Sorten ein im wahrsten Sinne des Wortes kostbares Produkt der lokalen Kulturgeschichte.

"Interesse ist groß"

Da viele Streuobst-Bäume nur regional begrenzt wachsen, sind einige Sorten bereits unwiederbringlich verloren. Um die Sortenvielfalt zu erhalten, wurden in den vergangenen Jahren Streuobst-Bäume aus der Region Murau veredelt. 742 kleine Bäumchen sind so entstanden, die am Samstag im Stiftsgarten St. Lambrecht an ihre neuen Besitzer übergeben wurden.
„Die Nachfrage war groß, sowohl bei Landwirten als auch bei Gartenbesitzern“, erklärt Projektleiterin Irmgard Ilg. Im Projektzeitraum fanden auch laufend Kurse rund um Streuobst statt, viele Interessenten mussten abgewiesen werden. „Daher würden wir das Projekt gerne weiterführen, aber das hängt natürlich davon ab, ob wir Förderungen bekommen. Das Interesse an alten Sorten ist definitiv gegeben.“
So wurde gestern auch ein Sortenbestimmungs-Tag mit dem Pomologen Alois Wilfling veranstaltet, der Andrang war auch hier groß.

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