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OberzeiringNahversorger hat überraschend zugesperrt: Aufregung ist groß

Für viele Kunden überraschend hat der Spar-Markt in Oberzeiring am Freitag zugesperrt. Gemeinde spricht von einer „Katastrophe“ für den Kurort.

Der Spar-Markt hat seit Freitag geschlossen © kk
 

Die Wogen gehen hoch in Oberzeiring: Seit Freitag hat der Luftkurort keinen einzigen Nahversorger mehr. Überraschend für die Kunden sperrte der Spar-Markt von „Gebirgskaufmann“ Robert Reif seine Türen für immer zu.  Auch Bürgermeister Alois Mayer erwischte die Schließung kalt: „Ich war vergangene Woche am Montag auf Urlaub, der Betreiber hat mir auf die Mailbox gesprochen.“ Später sei dann eine Mail gefolgt, in dem der Ortschef über das Ende des Nahversorgers informiert wurde. Mayer hätte sich eine länger Vorlaufzeit gewünscht. „Das ist eine Katastrophe für den Ort.“

Das nächste kleine Geschäft befindet sich rund fünf Kilometer entfernt in Möderbrugg, für ältere Gemeindebürger wurde umgehend ein Shuttledienst eingerichtet. Zweimal die Woche fährt nun ein von der Gemeinde finanzierter Bus nach Möderbrugg, für die Kurgäste gibt’s freilich keine Lösung. „Wir können uns leider keinen Betreiber aus dem Ärmel schütteln“, seufzt Mayer. Zudem ist das Gebäude nicht im Besitz der Gemeinde.

Dass es dem Kaufmann wirtschaftlich schon seit längerem nicht gut ging, war in der 1000-Seelen-Gemeinde bekannt. Das bestätigt auch Robert Reif: „Wir haben lange mit der Bank, der Gemeinde und Spar verhandelt.“ Von der Kaufhauskette hätte es „große Unterstützung“ gegeben, von der Bank „gar keine“, von der Gemeinde eine „brauchbare Lösung“ – in Summe zu wenig für den Fortbestand. In einem emotionalen Statement auf Facebook führt Reif auch das Kaufverhalten der Kunden als Grund für die Schließung an: „Ich hoffe denjenigen, die immer nur alles schlechtreden und am lautesten schreien, warum wir zusperren, ist bewusst, dass durch das Kaufen der vergessenen Milch ein Überleben solch kleiner Geschäfte nicht möglich ist und sie eine Mitschuld tragen.“
Elf Mitarbeiter verlieren ihren Job, ein (mittlerweile ausgelernter) Lehrling wurde erst vor Kurzem bei „Stars of Styria“ geehrt. Noch vor wenigen Wochen wurde nach einem weiteren Lehrling gesucht.

"Mehr kann man nicht machen"

Nun also das plötzliche Aus. Reif: „Gerade bei Lebensmitteln musst du schauen, dass du sie weiterbringst. Da kostet jeder offene Tag Geld.“ Man habe sich sehr bemüht, das Geschäft zum Laufen zu bringen. „Fast fünf Jahre lang haben wir gekämpft und Initiativen gestartet, haben mit Kindergarten und Schule zusammen gearbeitet. Mehr kann man nicht machen.“ Die schweren Unwetter des Vorjahres und die daraus resultierende dreimonatige Straßensperre über das Lachtal habe dem Kaufmann „das Genick gebrochen“.

Auf Nachfrage heißt es gestern von Spar, es sei derzeit nicht klar, wie es mit dem Standort weitergeht. Die Einwohner von Oberzeiring hoffen jedenfalls auf eine rasche Lösung: „Nicht nur, dass wir uns mit Lebensmitteln versorgt haben, es fehlt der Mittelpunkt des Ortes“, konstatiert etwa Leser Robert Midl. Und das dürfte noch eine Zeit so bleiben.

Kommentare (1)

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hakre
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leider, die einkaufsgewohnheiten der Einwohner gehen in die andere Richtung. wo kaufen sie ein: im Supermarkt. liebe Bewohner: umdenken und im ort einkaufen, auch wenn manches eben ein wenig teurer ist als im Supermarkt irgendwo. die benzinkosten übersehen wir dabei!!

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