Steirerin des TagesMit Alpakas das "Tempo der Seele" finden

Mit ihrem „Auszeit“-zertifizierten Hof nimmt Heidemarie Liebminger aus St. Peter ob Judenburg eine österreichweite Vorreiterrolle ein. Ab sofort kann der "Green Care-Hunderter" eingelöst werden.

Heidemarie Liebminger mit "Onyx" und "Mischa", zwei von 22 vierbeinigen Hofbewohnern © Sarah Ruckhofer
 

Für Heidemarie Liebminger war es flauschige Liebe auf den ersten Blick: 2013 trifft die studierte Wirtschaftspädagogin und damalige Projektleiterin das erste Mal auf Alpakas, hat zu diesem Zeitpunkt von Landwirtschaft noch wenig Ahnung. „Trotzdem wollten wir den Hof der Schwiegereltern nicht einfach aufgeben, haben nach einer Alternative zur Milchkuhhaltung gesucht“, erzählt die dreifache Mama.

Heute, fünf Jahre später, nimmt ihr „Auszeit“-Hof in St. Peter ob Judenburg in vielerlei Hinsicht eine Vorreiterrolle ein. So ist der „Wieserhof“ der erste Betrieb Österreichs, bei dem der neue „Green Care-Hunderter“ eingelöst werden kann. Die Idee: Bäuerinnen und Bauern sollen für eine kurze Zeit ihren Alltag hinter sich lassen und gesundheitsfördernde, pädagogische Angebote in Anspruch nehmen. Die Sozialversicherungsanstalt der Bauern und der Verein „Green Care“ haben daher den „Hunderter“ ins Leben gerufen, um möglichst vielen Landwirten eine Auszeit zu ermöglichen.

Auszeit am Hof

„Auszeiten“ werden individuell vereinbart, Seminare dauern im Schnitt drei Tage.
Das detaillierte Angebot ist unter www.wieserhof.co zu finden.
Kontakt: Wieserhof, Feistritzgraben 34, 8755 St. Peter ob Judenburg. Tel. 0664-421 23 25.

Der Alpaka-Hof der Familie Liebminger ist einer von nur zwei steirischen „Auszeit“-Höfen und der bislang einzige, der den „Green Care-Hunderter“ anbietet. „Im Tempo der Seele“ nennen sich die dreitägigen Seminare am Wieserhof, die übrigens auch allen Nicht-Landwirten offen stehen.

Flauschige Prävention

„Das Angebot passt einfach zu uns“, erzählt Liebminger. Mit ihrem Mann Robert und tatkräftig unterstützt von den drei Töchtern Anna, Julia und Marie betreut sie aktuell 22 Alpakas, widmet sich der Zucht der Tiere, betreibt einen Hofladen und verarbeitet die Wolle bei Spinn- und Filzkursen.
„Wir haben uns in einer Nische eine Nische gesucht“, so die Murtalerin. Vor fünf Jahren noch weitgehend unbekannt, liegen Alpakas mittlerweile voll im Trend. Immer stärker fokussiert sich die Familie daher auf pädagogische Angebote: Es geht um Ruhe, um das Besinnen auf das Wenige. Gemeinsam mit einer Naturtherapeutin und einer Psychologin lernen die Besucher zu Entspannen, „runter zu kommen“ und Stress zu reduzieren. Auch Schulen, Kindergärten, Seniorengruppen oder Menschen mit Behinderung sind regelmäßig zu Gast. Die Sanftmut der Alpakas zwingt auch den Besucher zur Ruhe – wohl die flauschigste Art, Burnout vorzubeugen.

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