Murtal im FaschingObdach: Schüler gründen Busunternehmen

Schüler haben genug vom ewigen Hin und Her – und gründen kurzerhand eigenes Transportunternehmen. Die ÖBB zeigen sich über Vorstoß wenig erfreut.

Ganz nebenbei zum Busführerschein - kein Problem für Obdacher Schüler (Sujet) © Fotolia (Michaela Rofeld)
 

Seit Monaten wird in Obdach über die Schulbus-Problematik debattiert, auch eine Änderung der Fahrpläne brachte nicht für alle Zufriedenheit. Überraschend hat sich nun das Blatt gewendet: Fünf Schülerinnen der Judenburger Bafep haben sich mit einem eigenen Transportunternehmen selbstständig gemacht. „In der Zeit, wo die Politiker, Manager und Eltern diskutiert haben, haben wir einen Kurs in Verkehrsplanung belegt, den Bus-Führerschein und die Unternehmerprüfung gemacht“, erzählt eine Schülerin. „Das ging sich locker aus.“

Seit Montag werden nun alle 180 betroffenen Schüler privat transportiert. „Erstmals waren alle pünktlich in der Schule, niemandem wurde schlecht bei der Fahrt und nach dem Unterricht musste keiner laufen, damit er den Bus noch irgendwie erwischt.“ Obdachs Bürgermeister Peter Bacher zeigt sich erfreut über das Engagement. Er selbst hat sich bereits teilkarenzieren lassen, um die Verhandlungen zur Bus-Problematik persönlich führen zu können. „Ich laufe von Termin zu Termin, vom Verkehrsminister zum Landesrat, von Manager zu Manager. Für Obdach bleibt da ja kaum noch Zeit.“

Die ÖBB zeigten sich indes wenig erfreut über das Unternehmen der Schülerinnen. „Die 27. Änderung der heurigen Fahrpläne tritt schon nächste Woche in Kraft. Wir sind sicher, noch vor 2025 eine Lösung zu finden.“ Wenn der „Fall Obdach“ dann geklärt ist, will man sich umgehend den anderen steirischen Gemeinden mit gleichen Problemen widmen.

 

Hinweis: Dieser Artikel ist in der Faschingsausgabe der Kleinen Zeitung am 13. Februar erschienen!

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